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Produktinformation
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Die hier und jetzt lebenden Männer haben sich sehr weit von dem saturnischen, traditionsbewußten, stolz-verschlossenen Farmer entfernt, der 1630 den Boden von Neuengland betrat, stets bereit, drei Gottesdienste hintereinander in einer ungeheizten Kirche über sich ergehen zu lassen. Im Süden entwickelte sich der aufgeschlossene, auf die Mutter hin orientierte Typ des Südstaatenkavaliers, und keiner dieser beiden »amerikanischen Männer« ähnelte dem machtversessenen Eisenbahnunternehmer, der sich später im Nordosten herausbildete, oder den verwegenen Ich-schaffs-auch-ohne-Kultur-Siedlern im Wilden Westen..
Selbst in unserer Epoche hat sich das allgemein akzeptierte Modell drastisch verändert. So trat im Laufe der fünfziger Jahre ein amerikanischer Typus in Erscheinung, der zu einem Modell der Männlichkeit wurde, das viele Männer übernahmen: der klassische Mann der fünfziger Jahre.
Er ging früh zur Arbeit, rackerte sich pflichtbewußt ab, versorgte Frau und Kinder, und Disziplin ging ihm über alles. Reagan ist eine Art mumifizierte Ausgabe dieses zähen Typs. Diese Sorte Mann nahm die Seele der Frau nicht so genau zur Kenntnis, aber er schätzte ihren Körper; sein Verständnis von Kultur und von Amerikas Beitrag dazu war jugendhaft-optimistisch. Er besaß viele starke und positive Eigenschaften, doch hinter dem Charme und dem Schein verbargen sich, und verbergen sich noch immer, eine große Isolation, Deprivation und Passivität. Wenn er keinen Gegner hat, fühlt er sich nicht wirklich lebendig. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Wenn es auch nicht die eigentliche "Medizin" ist, die Robert Bly hier anbietet, kann der Leser dennoch viele Rückschlüsse auf sein eigenes Leben ziehen, kann Erstaunen wie Verzweiflung in sich finden, kann Trauer über viele kollektive und persönliche Versäumnisse fühlen, die sein Leben begleiten.
Dem einen und anderen wird es auch Trost spenden und Kraft geben - eine Kraft, die er dafür einsetzen kann, seine Wunden zu heilen, vorsichtiger und gleichzeitig entschlossener zu handeln, Wege einzuschlagen, die seinem inneren Wesen gerecht werden und ihn zu einem umfassenderen Verständnis seines Selbst, seiner Mitmenschen und der Welt im allgemeinen führen.
Eines muss also gleich zu Beginn klargestellt werden. Robert Blys "Eisenhans" ist kein Pamphlet gegen die Emanzipation der Frauen. Das zu Beginn der neunziger Jahre erschienende Buch propagiert nicht das Bild eines dominanten Mannes, der das Geld ranschafft, und jenes einer passiven Frau, die sich nur um Kinder, Küche und Kirche zu kümmern hat.
Der "Eisenhans" ist vielmehr ein Aufschrei gegen die vom Autor so empfundene postmoderne Willkür und Beliebigkeit, die die Existenz eines natürlichen sozialen und auch biologischen Geschlechts abstreitet. Somit wendet sich Bly gegen den radikalen Flügel des Feminismus, vertreten durch Simone de Bouvoir und Judith Butler, für die "das Männliche" und "das Weibliche" nur willkürliche Konstrukte einer patriachalisch geprägten Welt sind, welche dem Zweck dienen, die männliche Dominanz zu sichern.
Diese Dekonstruktion der Geschlechterrollen hat, so Bly, katastrophale Auswirkungen auf unsere Gesellschaft, die "einen schier unerschöpflichen Nachwuchs an Jungen produziert, aber immer weniger Männer hervorzubringen scheint." Eingehend analysiert er die Bedeutung so genannter Initiationsriten, die noch heute bei vielen afrikanischen Stämmen zu finden sind. Hierbei trennen die männlichen Stammesälteren die Jungen von ihren Müttern und führen sie mit diversen Ritualen in die Welt des Mannes ein. Nach Bly gibt es diese Riten seit der Industrialisierung in unserer Gsellschaaft nicht mehr. Vater und Familie leben oftmals getrennt, so dass ein Sohn nicht mehr vom Vater initiert werden kann. So entstehe ein Teufelskreis, denn wie sollen Väter, die selber nie Männer geworden sind, ihren Söhnen auf diesem beschwerlichen Weg behilflich sein?
In Abwesenheit eines Mentors suche sich der Junge dann eben andere Vorbilder, Straßengangs zum Beispiel, die oftmals den Beginn des Abstiegs markieren.
Den roten Faden des Buchs bildet das Grimmsche Märchen vom Eisenhans, der Geschichte eines Königssöhnes, der einen am Hof gefangenen "Wilden Mann" befreit und mit ihm in einen Wald zieht. Bly nimmt einzelne Abschnitte des Märchens und analysiert sie auf seine Fragestellung hin. Daneben zitiert er ausführlich alte Myten und Gedichte, um das Leben und Leiden des Mannes in den vergangenen 3000 Jahren herauszuarbeiten.
Hier liegt auch der Schwachpunkt des Buches. Der Leser wird von der Menge der zitierten literarischen sowie mythischen Quellen schlicht erschlagen. Etwas weniger wäre in diesem Fall mehr gewesen.
Fazit: Plädoyer für ein essentiell männliches (und weibliches) wider dem postmodernen Zeitgeist.
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