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Produktinformation
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Die hier und jetzt lebenden Männer haben sich sehr weit von dem saturnischen, traditionsbewußten, stolz-verschlossenen Farmer entfernt, der 1630 den Boden von Neuengland betrat, stets bereit, drei Gottesdienste hintereinander in einer ungeheizten Kirche über sich ergehen zu lassen. Im Süden entwickelte sich der aufgeschlossene, auf die Mutter hin orientierte Typ des Südstaatenkavaliers, und keiner dieser beiden »amerikanischen Männer« ähnelte dem machtversessenen Eisenbahnunternehmer, der sich später im Nordosten herausbildete, oder den verwegenen Ich-schaffs-auch-ohne-Kultur-Siedlern im Wilden Westen..
Selbst in unserer Epoche hat sich das allgemein akzeptierte Modell drastisch verändert. So trat im Laufe der fünfziger Jahre ein amerikanischer Typus in Erscheinung, der zu einem Modell der Männlichkeit wurde, das viele Männer übernahmen: der klassische Mann der fünfziger Jahre.
Er ging früh zur Arbeit, rackerte sich pflichtbewußt ab, versorgte Frau und Kinder, und Disziplin ging ihm über alles. Reagan ist eine Art mumifizierte Ausgabe dieses zähen Typs. Diese Sorte Mann nahm die Seele der Frau nicht so genau zur Kenntnis, aber er schätzte ihren Körper; sein Verständnis von Kultur und von Amerikas Beitrag dazu war jugendhaft-optimistisch. Er besaß viele starke und positive Eigenschaften, doch hinter dem Charme und dem Schein verbargen sich, und verbergen sich noch immer, eine große Isolation, Deprivation und Passivität. Wenn er keinen Gegner hat, fühlt er sich nicht wirklich lebendig. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
48 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Mythologie und Wirklichkeit,
Rezension bezieht sich auf: Eisenhans. Ein Buch über Männer (Taschenbuch)
Robert Bly versteht es in diesem Buch, einen mythologischen Bogen bis in das zeitgeschichtliche Geflecht des letzten Jahrhunderts zu spannen, das für so viele von uns eine entscheidende Wendung gebracht hat: wir haben vielfach die Sicherheit über unseren angestammten Platz im sozialen Gefüge verloren. Viele weigern sich noch immer beharrlich, ihre inneren Werte als Mann zu überprüfen und in Frage zu stellen. Denjenigen, die es dennoch wagen, sei dieses Buch empfohlen.Es liest sich weder einfach noch verursacht es durchwegs angenehme Gefühle - dennoch legt es den Finger zielsicher auf viele wunde Stellen, die sich der Mann mittleren Alters in seinem Leben inzwischen zugezogen hat und in deren Versorgung er meist ungewollt viel Lebenskraft investiert. Wenn es auch nicht die eigentliche "Medizin" ist, die Robert Bly hier anbietet, kann der Leser dennoch viele Rückschlüsse auf sein eigenes Leben ziehen, kann Erstaunen wie Verzweiflung in sich finden, kann Trauer über viele kollektive und persönliche Versäumnisse fühlen, die sein Leben begleiten. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
53 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Für die Emanzipation des Mannes,
Von Michael Dienstbier "Privatrezensent ohne fina... (Bochum) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 100 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Eisenhans: Ein Buch über Männer (Taschenbuch)
"Es ist wichtig, daß Wort "männlich" aussprechen zu können, ohne die Vorstellung zu haben, ein sexistisches Wort auszusprechen."Eines muss also gleich zu Beginn klargestellt werden. Robert Blys "Eisenhans" ist kein Pamphlet gegen die Emanzipation der Frauen. Das zu Beginn der neunziger Jahre erschienende Buch propagiert nicht das Bild eines dominanten Mannes, der das Geld ranschafft, und jenes einer passiven Frau, die sich nur um Kinder, Küche und Kirche zu kümmern hat. Der "Eisenhans" ist vielmehr ein Aufschrei gegen die vom Autor so empfundene postmoderne Willkür und Beliebigkeit, die die Existenz eines natürlichen sozialen und auch biologischen Geschlechts abstreitet. Somit wendet sich Bly gegen den radikalen Flügel des Feminismus, vertreten durch Simone de Bouvoir und Judith Butler, für die "das Männliche" und "das Weibliche" nur willkürliche Konstrukte einer patriachalisch geprägten Welt sind, welche dem Zweck dienen, die männliche Dominanz zu sichern. Diese Dekonstruktion der Geschlechterrollen hat, so Bly, katastrophale Auswirkungen auf unsere Gesellschaft, die "einen schier unerschöpflichen Nachwuchs an Jungen produziert, aber immer weniger Männer hervorzubringen scheint." Eingehend analysiert er die Bedeutung so genannter Initiationsriten, die noch heute bei vielen afrikanischen Stämmen zu finden sind. Hierbei trennen die männlichen Stammesälteren die Jungen von ihren Müttern und führen sie mit diversen Ritualen in die Welt des Mannes ein. Nach Bly gibt es diese Riten seit der Industrialisierung in unserer Gsellschaaft nicht mehr. Vater und Familie leben oftmals getrennt, so dass ein Sohn nicht mehr vom Vater initiert werden kann. So entstehe ein Teufelskreis, denn wie sollen Väter, die selber nie Männer geworden sind, ihren Söhnen auf diesem beschwerlichen Weg behilflich sein? Den roten Faden des Buchs bildet das Grimmsche Märchen vom Eisenhans, der Geschichte eines Königssöhnes, der einen am Hof gefangenen "Wilden Mann" befreit und mit ihm in einen Wald zieht. Bly nimmt einzelne Abschnitte des Märchens und analysiert sie auf seine Fragestellung hin. Daneben zitiert er ausführlich alte Myten und Gedichte, um das Leben und Leiden des Mannes in den vergangenen 3000 Jahren herauszuarbeiten. Fazit: Plädoyer für ein essentiell männliches (und weibliches) wider dem postmodernen Zeitgeist. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
41 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wann ist ein Mann ein Mann?,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Eisenhans. Ein Buch über Männer (Taschenbuch)
Robert Blys Meiserwerk "EISENHANS" liefert nicht nur entscheidende Einsichten zum Thema männliche Emanzipation/Initiation sondern dergleichen auch zur Humanität.Mit tiefem Wissen über Mythologie und Psychologie philosophiert und dichtet Mr.Bly über die Schlüsselfragen männlicher Identität und weiht den aufmerksamen Leser anhand des Märchens "EISENHANS"in die Welt des "kosmischen"(oder mythologischen)Mannes ein.Aufrichtigkeit und Selbstironie schwingen in dem Text,der wie gegossen,in sich schlüssig,Herz,Verstand und Leib beflügelt.Männern sei das Buch in jedem Fall empfohlen,Frauen besonders dann,wenn ihnen etwas an echter Verständigung der Geschlechter gelegen ist.Alle Daumen hoch -ein tolles Buch!
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