Die Falco-Krimis von Lindsey Davis sind seit Jahren Kult und das zu Recht. Ihr schnoddriger, gewitzter Detektiv Marcus Didius Falco, geplagt von der lieben Familie, auf stetiger Flucht vor dem Vermieter oder anderen Gläubigern und stets vom Hauptauftraggeber, dem römischen Kaiser Vespasian, über's Ohr gehauen, gehört zu den genialsten Figuren des historischen Kriminalroman.
Diesmal verschlägt es ihn nach Germanien. Er wird auf die Spur eines römischen Legionskommandaten gesetzt, dessen Loyalität man in Frage stellt. Dabei trifft er auch mit dem Bruder von Helena Justina zusammen, seiner (unerreichbaren, da Sentorentochter??) Geliebten, die zu Hause gerade von Titus, seines Zeichens Sohn des Kaisers, umworben wird. Da ist es für Falco nicht gerade von Vorteil, dass es ihn nun mit samt dem Bruder seiner Freundin in die germanische Wildnis verschlägt, wo nicht nur wilde Tieren und noch wildere Germanen lauern, sondern auch eine verführische Seherin, die dem Bruderherz gleich gewaltig den Kopf verdreht. Und das sind nicht Falcos einzige Probleme...
Lindsey Davis Romane zeichnen sich durch ihren Witz aus, gepaart mit solidem Wissen über die römische Geschichte. Dieses Wissen wird nonchalont in die Geschichte eingebaut, nicht wie bei den schlechten Exemplaren dieses Genre dem Leser penetrant um die Ohren geschlagen. Kenner sehen jedoch sofort, dass die Autoren weiß, wovon sie schreibt und die lockere Art der Erzählung, die liebevoll gezeichneten Charaktere und der Ideenreichtum der Geschichten machen ihre Bücher zu einem einmaligen Genuß, von dem einfach nicht genug bekommen kann. Gute Unterhaltung garantiert, außer für knochentrockene Puristen, die keine Sinn für Witz haben.