Das vorliegende Werk ist ein sprachlich sehr gut geschriebener psychologischer Kriminalroman, der die Geister scheidet, da ein politisches Tabuthema angeschnitten wird - die staatlich (viele Staaten) abgesegnete Folter und verschiedene Praktiken, die einem das Blut gefrieren lassen.
Der Grund warum dieses Buch geliebt oder gehasst wird, ist für mich einfach zu erklären. Die Geschichte lässt einen in Abgründe blicken, die bei manchen Menschen ein erotisches Kribbeln verursachen wird und dieses darf halt nicht sein....
Ein weiteres, nicht gerne gelesenes, politisches Thema, sind die Foltermethoden, die z.B. von den USA nicht im eigenen Land, sondern in speziellen Gefängnissen, von speziell dafür ausgebildeten Soldaten und Wissenschaftlern, in verschiedenen Ländern, die gerne über solche menschenwürdeverachtenden Methoden hinwegsehen, solange sie Profit daraus schlagen können, angewendet werden.
In der spannenden Geschichte geht es um ein deutsches Ermittlerteam, welches aus interessanten Charakteren besteht, denen eine bessere, ausführlichere Beschreibung nicht geschadet hätte und einer Psychologin, die mit dem längere Zeit suspendierten und wiedereingestellten Chef der Kriminalisten verbandelt ist.
Eine Liebesgeschichte, Sehnsüchte und Ängste der Protagonisten werden glaubhaft geschildert, genauso wie die Morde, um die es in diesem Krimi geht und die es in Hamburg aufzuklären gilt.
Dieses Buch ist der bisher einzige Kriminalroman, den ich von dieser Autorin gelesen habe und obwohl ein paar Andeutungen zu einem anderen Fall, aus dem ersten Buch der Autorin, eingeflochten sind, bin ich der Meinung, daß man es mit einem unabhängigen Werk zu tun hat. Solche Querverweise zu vorangegangenen Romanen gibt es bei sehr vielen anderen Schriftstellern wie Henning Mankell, Ake Edwardson oder Tess Gerritsen ebenfalls und trotzdem ist jedes ihrer Bücher ein eigenständiges Werk, genau wie bei Marina Heib.
Ein spannender Psychothriller der Sonderklasse, aber nichts für schwache Nerven!