Der Roman spielt in einem finnischen Ort am nördlichen Polarkreis während der langen Zeit der Winterdunkelheit. Auf einem Schneefeld wird die brutal misshandelte Leiche einer aus Somalia stammenden Schauspielerin gefunden: Die Augen sind ausgestochen, eine abgeschlagene Flasche steckt in der Vagina, in ihren Bauch ist das Wort "Negerhure" eingeritzt. Der Fall weist verblüffende Parallelen zu dem "schwarze Dahlien-Mord" in Los Angeles aus dem Jahr 1947 auf (näheres dazu in dem Roman von James Ellroy, erschienen bei Ullstein). Als Kommissar Kari Vaari die Ermittlungen aufnimmt, kompliziert sich für ihn alles auch noch dadurch, dass der Liebhaber seiner Ex-Frau als Hauptverdächtiger auf der Bildfläche erscheint.
Der Autor James Thompson ist Amerikaner, lebt aber schon lange in Finnland. In seinem Roman dreht er die Verhältnisse ein wenig um: Hier ist die neue Ehefrau des Kommissars Amerikanerin. Dies gibt ihm Gelegenheit, das Land mit den Augen eines Ausländers, der aber zugleich Einheimischer ist, zu sehen: Diese Wort- und Gefühlskargheit der "Eingeborenen", die unglaublich harten klimatischen Verhältnisse, die lange dunkle Winterzeit, die die Menschen in Depression und Alkohlismus zieht - all dies spielt neben dem "who's done it" eine wichtige und spannende Rolle in diesem Roman. Auch wenn die Kriminalfall nicht immer hundertprozentig überzeugt, die Geschichte wird geradeheraus und gut lesbar erzählt und man erfährt zudem eine ganze Menge über dieses Land am Polarkreis - die Lektüre lohnt sich.