Vielen Telefonsüchtigen ist Henz Strunk bereits durch seine Drittelbildung bei STUDIO BRAUN ein Begriff, juvenilen Slackern und Call-In-Kunden vielleicht auch durch`s Fernsehen oder durch die durchgeknallteste Single der letzten Monate: „Computerfreak".
Auf seinem ersten richtigen Debüt (vorher gab es nur eigenvertriebene CDs) finden wir 26 Psychose-Perlen allererster Kajüte. Strunk ist einfach ein Meister feinster Hörspielkunst: Er spricht alle Stimmen mit eigener Zunge, denkt sich alle Witze selbst aus und ist doch dem knüppelharten Reality-Stoff nicht abgeneigt. Vieles ist aus dem Leben direkt abgezweigt!. So hört man im Hintergrund von „Geschwindigkeitsbegrenzung" einen authentischen sehr harten Kneipenstreit. „Die Waffe" ist ein originales Abziehbild eines beobachteten Disputs zwischen zwei Berliner Punks und auch die unglaubliche Raver-Drohung in „Das Move" ist dem big Party-Leben entnommen. Selbstredend sind auch die gepreßten Stöhn- und Leidensgeräusche in „Der Irrtum" in einem Krankenhausflur mitgeschnitten - unglaublich! Für mich gilt: Seit Heimo Jaeger oder dem frühen Helge Schneider hat hierzulande niemand mehr derart dezidierte und ausgefeilte Hörspiele gemacht. Heinz Strunks Komik ist unübertroffen. Visionär, wenn nicht gar futuristisch muten dagegen Szenarien wie das im „Strunkerlied" entworfene an: Seine Fans bilden Gruppen und huldigen gemeinsam ihrem Idol - ganz gleich, ob er als Ehrengast dabei ist oder nicht. Ähnlich sensibel beobachtet und mit kühnen Pinselstrichen in ein artgenaues Sittengemälde gezeichnet, erscheinen dem Hörer Strunks Stücke aus der Kunst-Philosophen-Szene („Zeit") oder auch der Filmer- („Kolossman") und Trainergilde („Gesprächstraining"). Immer wieder fällt seine große Gabe auf, sich in Idiom und Ausdruck der jeweiligen Szenerie brillant anzupassen. Auch musikalisch erscheint der Chairman von Studio Braun in vielen Genres zuhause: Im schweren Todes-Metal („Phantasie in Moll"), im schlagerhaften Volkslied („Angelhaken") und sogar im Mutter-Huldigungs-Punk („Mutter ist ein Sexmaschien") - insgesamt eine CD, die so lustig ist, dass mir beim Hören vor Lachen die Rollen vom Schreibtischstuhl abgefallen sind.