Die Autorin behauptet: "Mit diesem Fragenkatalog ist mir ein bedeutender Schritt in Richtung - Einstellungstests zur Personalauswahl in den Pflegeberufen - gelungen." (S.10). Ich halte diese Formulierung für übertrieben, weil es sich nicht um einen klassischen Einstellungstest handelt, sondern lediglich um einen Prüfungs-Fragenkatalog, wie er in der Aus- und Weiterbildung verwendet wird. In dem knapp 150 Seiten schwachen Booklet findet man neben einigen orthographischen Fehlern auch viele inhaltliche Fehler. Die Fragen, die man zu einem eigenen Fragebogen zusammenstellen soll, sind teilweise für die Pflege unbedeutend (z.B. Frage 2: "Aus wie vielen Bundesländern setzt sich Deutschland zusammen?"). Wieder andere Fragen bergen die Gefahr einer Beantwortung im Sinne der sozialen Erwünschtheit (z.B. Frage 73: "Sind Sie der Meinung, dass durch gute Informationen vorgegebene Ziele besser erreicht werden können?" - Antwortmöglichkeit "stimmt nicht" - "stimmt teilweise" - "stimmt völlig" - "Ihre Meinung". Richtige Lösung: "stimmt völlig). Im Anhang werden die Lösungen der Fragen angegeben. Einige der dortigen Lösungen sind diskutierbar, wieder andere sind ganz falsch. Z.B. Frage 32: "Eine einmal eingeschlagene Richtung kann ich nie wieder aufgeben. Trifft diese Aussage für Sie als StationsleiterIn zu?"; Antwortmöglichkeiten: a) stimmt; b) trifft gelegentlich zu; c) stimmt gar nicht; d) Ihre Meinung. Als einzige richtige Lösung wird a) angesehen. Oder Frage 75: "Wie viele Jahre Berufserfahrung haben Sie bereits in der Position als Stationsleitung?"; Antwortmöglichkeiten: a) 2 Jahre; b) 4 Jahre; c) mehrere Jahre; d) Ihre Meinung. Richtige Antwort: d). Soll das heißen, dass Personen mir vier oder mehr Jahren Berufserfahrung ungeeignet sind? Hier werden Fakten abgefragt, die nicht im Sinne von "falsch" oder "richtig" beurteilt werden können. Unklar ist, welche freie Antwort hier erwartet wird. Ein Beispiel für eine falsche Lösung: (Frage 13): "Was verstehen Sie unter einem Krankenpflegeprozess? Antwortmöglichkeiten: a) Planung und Pflegemaßnahmen; b) Ermittlung von Pflegefehlern; c) Stecken von Pflegezielen; d) Apotheker, e) Ihre Meinung. Die Autorin hält nur die Antwort b) für richtig.
Zusammenfassend halte ich das Buch für keine wirklich Hilfe für die Personen, die mit der Personalauswahl betraut sind. Über die notwendigen Schritte der Testkonstruktion, wie die Kriterienentwicklung oder die Überprüfung der Brauchbarkeit wird nichts mitgeteilt. Weiterhin fehlen Hinweise auf die Problematik von Testverfahren und die Bedeutung des Bewerbungsgespräches für die Personalauswahl So bleibt letztlich nicht viel Inhalt übrig, der im Alltag brauchbar wäre.