Im Gegensatz zu den beiden euphorischen" Bewertungen kann ich für dieses Buch nur 3 Sterne vergeben. Ich bin auch Personaler und habe recht viel mit Einstellungen, ACs etc., zu tun und mir hat dies Buch lediglich 2,3 kleinere Hilfen gebracht. Vieles kannte ich schon - über 90 %.
Zu den Stärken des Buches: es ist übersichtlich, hat viele Beispiele, zum Teil gelungene Checklisten und bietet einfach viele Ideen und Ansätze. Es ist verständlich dargestellt und berücksichtigt bspw. auch die Situation des Bewerbers. Mit Abstraktion kann man sicherlich vieles anwenden oder so umbauen, dass es zusätzliche Informationen über den Bewerber abgibt.
Was sind die Schwächen: Die Checklisten sind manchmal unsinnig (ein Beispiel daraus - S.219: Wie reagiert der Bewerber auf die Aufgabe?" - dies soll dann abgehakt werden. Fragt sich bloß, was der Haken auf diese offene W-Frage bedeuten soll.) und die Abstufungen gut, mittel, schlecht bei vielen Checklisten sind wenig sinnvoll, da es weder den eigenen Beurteilungsmaßstab berücksichtig noch beschrieben ist, was dies den verhaltensnah bedeutet. Des weiteren - dies ist mit das größte Manko - werden hier, sagen wir mal, Interview-Elemente dargestellt ohne jeden Bezug zu der zu besetzenden Stelle. Vor eine Auswahl aber sind etliche weitere Schritte wichtig, um eben genau die passenden Bausteine auszuwählen, zu gewichten etc. Hier ist das Buch viel zu flach. Das Problem ist ja, das viele "irgendwas" anwenden und machen - und eben nicht das, was wirklich passend ist. Der Titel Einstellungstests" ist sowieso irreführend und quatsch - da sind keine Tests drin! Auch etwas misslungen sind bspw. die Rollenspielanweisungen, die überhaupt nicht auf die Gefahr hinweisen, die von ungeübten Rollenspielern ausgehen ... und dann bspw. die Nervosität des Bewerbers statt sich selbst kausal verursachend zu zuschreiben an dem Bewerber festmachen, dass er bspw. kein Selbstvertrauen hat. Es ließen sich noch viele andere Dinge finden, die dies Buch in meinen Augen insgesamt eher oberflächlich" machen. Insgesamt: leichte Kost, von "Laien" handwerklich gut gemacht, einiges Gutes dabei, aber nicht wirklich erhellend oder diagnostisch hoch valide. Spart Euch den Kauf, wenn Ihr schon mal was damit zu tun hattet ...!