Der Titel Einstein in der Küche trifft den Kern des Buches weit weniger, als der Untertitel "Physik im Alltag". Und für all diejenigen, die beim Stichwort Physik den Kopf angewidert zur Seite drehen, vermag sie aufzuzeigen, wie tiefgreifend physikalische Vorgänge unser Alltagsleben bestimmen. In Kapiteln aus allen Bereichen der Physik beschreibt sie leicht verständlich, "mathematik-" und "formelbefreit" leicht nachvollziehbare Beispiele und gibt Vorschläge zum Energiesparen, zur Raumlichtgestaltung und allerlei mehr. Selbst die radioaktive Strahlung in Gläsern und Porzellantellern lässt sie nicht aus. An manchen Stellen ist die Absicht einen Bezug zum Haushaltsgeschehen darzustellen spürbar erzwungen.
Während der Lektüre musste ich stets darüber nachdenken, wen dieses Buch eigentlich anspricht. Für solche, mit fortgeschrittenen physikalischen Kenntnissen oder Abiturwissen, wird sich aus der Lektüre nur vereinzelt Neues ergeben. Andere, die stets eine Scheu vor Physik hatten, werden sich auch kaum zu der Lektüre durchringen. Hausfrauen oder -männer wissen auch ohne dieses Buch, das Tee durch Rühren schneller abkühlt. Ob sie die Hintergründe interessieren und ob sie ihr Teeabkühlmanagement dadurch ändern, bleibt zu bezweifeln.
Für Schüler der 5-7. Klasse erachte ich dieses Buch als empfehlenswert, da es tatsächlich einen guten Überblick sowie einen leichten und interessanten Einstieg in die Physik vermitteln kann.
Das Buch für sich liesse sich mit guten 3 Sternen bewerten. Doch insgesamt vergebe ich 4 Sterne, weil Ingrid Kruse humorvoll und ausgenzwinkernd schreibt und stets den Beruf der Hausfrau, deren Wissen und Kenntnisse hervorhebt und somit der Hausfrau den Stellenwert zukommen lässt, der ihr gebührt. 5 Sterne auf alle Hausfrauen