Der Autor des vorliegenden Werks hat vom Sommer 1919 bis Herbst 1920 die von ihm mit Einstein geführten Unterhaltungen in 10 Kapiteln aus dem Gedächtnis aufgezeichnet und dabei eine kleine Reise durch die naturwissenschaftlichen Anschauungen aus der vorangegangenen Zeit unternommen. Das Buch endet mit einer etwas idealisierten Kurzbiographie Einsteins und den Sätzen:
"Schade, daß die von ihm (Einstein) in losem Fluß angeschlagenen Motive nicht phonographisch festzuhalten sind. Sie würden eine hübsche Ergänzung zu den hier vorliegenden Gesprächsaufzeichnungen liefern. Er selbst denkt natürlich nicht daran, die Eingebungen der Minute in literarisch feste Form zu bringen. Was er schreibt, bewegt sich in anderen Regionen, ist nach seinem eigenen Ausdruck Produkt "dickflüssiger Tinte". Sehr begreiflich, denn was er als Wissenschaftler zu verkünden hat, läßt sich auf dünnflüssigem Wege nicht darstellen. Aber mancher sogenannte Schriftsteller könnte sich gratulieren, wenn ihm beim Schreiben so viel Flüssiges einfiele, wie dem sprechenden Einstein."
Wenn man sich auf den Sprach- bw. Schreibstil der damaligen Zeit einlässt, wird man zwangsläufig von der Eloquenz und Eleganz des Ausdrucks und den bildhaften, gut nachvollziehbaren Erklärungen etwas schwierigerer Sachverhalte (z.B. Äquivalenzprinzip, Beugung des Licht etc.) beeindruckt. Natürlich erfährt man nicht nur eine Menge über Einsteins Beziehung zu Naturwissenschaft, Kunst, Musik, Bildungswesen etc., sondern auch über die Gedanken Moszkowskis, der es nicht versäumt, sich als belesener Gesprächspartner des Genies ins rechte Licht zu rücken.
Insgesamt war es für mich eine sehr schöne Abwechslung, unsere coole, knappe, mit Anglizismen durchsetzte Sprachwelt und unsere hektische Zeit für ein paar Stunden zu verlassen. Auch wenn nicht jeder Leser dieses Vergnügen nachempfinden wird, so zeigt es nur, dass Ansichten, Erkenntnisse und Wahrheiten stets abhängig vom Standpunkt des Beobachters sind.....