Der Film ist einfach toll! David Tennant und Andy Serkis geben eine grandiose Vorstellung ihre jeweiligen Charaktere ab, sehr überzeugend gespielt und vor allem leicht verständliches Englisch, bzw. in Mr. Serkis Fall Englisch mit dem richtigen Dialekt-Einschlag. Auch die Nebenrollen sind gut besetzt, der ganze Film wirkt auf mich gut recherchiert. Außerdem stimmt natürlich die Ausstattung (bis auf einmal, als man eine schwarz-rot-goldene Fahne vor der preußischen Universität sieht, obwohl die Farben auch damals meines Wissens nach schwarz-rot-weiß waren).
Zu Beginn des ersten Weltkrieges erkennt der britische Astronom Arthur Eddington, daß die sog. Relativitätstheorie eines gewissen Albert Einstein die ungewöhnliche Laufbahn des Planeten Merkur erklären könnte, die einst Newton selbst festgelegt hatte. Die beiden Männer beginnen daraufhin eine Briefkorrespondenz über alle Kriegsregeln und privaten Probleme hinweg in der universellen Sprache der Mathematik, um zu klären, ob Newton tatsächlich falsch lag. Für den ultimativen Beweis stellt Eddington eine Expedition auf die Beine, die eine Sonnenfinsternis in Afrika beobachten und fotografieren soll. Hat Newton Recht, hätte eine britische Expedition den deutschen Wissenschaftler Lügen gestraft. Andersherum wäre es dieses britische Team, daß die Theorie des Deutschen bewiesen hätte. So lautet der Slogan, mit dem die Finanzierer von Cambridge überredet werden. Doch Einstein und Eddington müssen fünf Jahre warten, bis der eine die Theorie des anderen beweist und sie sich freundschaftlich die Hand schütteln können.
Dies ein sehr leiser Film, der mehr von den beeindruckenden Bildern und den Zwischentönen lebt. Dennoch schaffen es Autor und Regisseur, den Film nicht wissenschaftlich wirken zu lassen, sondern werfen auch immer wieder einen Blick auf die kleinen und großen Trgödien und Probleme, mit denen die beiden Hauptcharaktere während der umschriebenen Zeitspanne konfrontiert waren (ob diese real oder Fiktion sind, kann ich nicht beurteilen). Einen solchen Film bekommt man heutzutage von Hollywood einfach nicht mehr geliefert; die BBC hat hier ein wunderbares Werk über die wohl wichtigste wissenschaftliche Erkenntnis der letzten 100Jahre geschaffen, ohne langweilig, schwülstig oder belehrend zu wirken. Der Film steht in meinem DVD-Regal ganz vorne bei den Favoriten. Er hat es auf Anhieb zu meinem Liebelingsfilm geschafft, den man sich immer wieder ansehen kann.
P.S.: es gibt keine deutsche Sprache auf der DVD, auch keine deutschen Untertitel, aber wer des Englischen einigermaßen mächtig ist, wird keine Probleme haben, auch ohne englische Untertitel der Handlung zu folgen.