Freunde der Modelleisenbahn brauchen schon ein wenig Selbstbewußtsein. In der Öffentlichkeit werden sie doch meist belächelt und ihr Hobby gilt als etwas veraltet. Auch deshalb plagen die Modellbahner Nachwuchssorgen; der Computer hat der kleinen Märklinbahn längst den Rang als Hauptspielgerät der heutigen Buben (und Mädchen) abgelaufen. Da muss etwas geschehen, dachte sich der Autor Ulrich Lieb, der schon mit mehreren Eisenbahnbüchern auf sich aufmerksam machte. Ihm gelingt es in seinem neuesten Buch, die Modellbahn abzustauben und den hohen didaktischen Wert dieses Spielzeugs darzustellen. Gerade für Kinder ermöglicht die kleine Eisenbahn eine Vielzahl von kreativen Betätigungsmöglichkeiten, die weitaus höher zu bewerten sind als das PC-Geballer, das in vielen Kinderzimmern zum Alltag wurde. Wer sich mit der Modelleisenbahn beschäftigt kommt über kurz oder lang in Kontakt mit einfachen Stromkreisen, kann spielerisch einen Einstieg in die Elektrotechnik finden und nebenbei bietet das neue Hobby die Gelegenheit, die eigenen handwerklichen Fähigkeiten zu entdecken oder zu testen. Liebs Buch richtet sich gleichermaßen an Eltern und Kinder und zeigt im Rahmen einer Produktübersicht Einstiegsmöglichkeiten, die gar nicht so aufwendig und teuer sind, wie mancher glauben mag. Man muss auch nicht gleich ein Zimmer der Wohnung für die Modellbahn opfern. Anfangs reicht der Teppich völlig. Uli Lieb weist den Weg von der einfachen Startpackung bis zu den ersten kleineren Ausbaustufen und gibt Tipps für einfache Basteleien, die jeder schafft und die das Spiel umgehend beleben. Die Texte sind einfühlsam geschrieben und verschrecken den jungen oder schon etwas älteren Einsteiger nicht mit krudem Fachchinesisch.