Aus der Amazon.de-Redaktion
Ein junger Mann glaubt, Luzifer lachen zu hören, eine gut situierte Frau ruft einen hübschen Callboy an, und ein gefeuerter Lateinlehrer schwadroniert am Tresen über römische Soldatenkaiser – ganz normale und gleichzeitig ungeheuer schräge Gestalten überfallen den Leser in diesem Roman. All die vielen sonderbaren Typen sowie von Sehnsucht geplagten Liebespaare haben gemein, dass sie sich durchs Dickicht der Großstadt schlagen müssen. Natürlich überschneiden sich die Lebensläufe der schillernden Figuren. Dabei prallen ihre verschiedenen Lebensentwürfe, Haltungen und Taten teils heftig aufeinander.
Mit seinen Bildern vom Alltag in der postmodernen Metropole baut Autor Helmut Krausser einen beachtlichen Spannungsbogen rund um Hingabe, Freiheit und Illusionen der Fröhlichkeit auf. Lässt der brillante Romancier Menschen im Berliner Dunstkreis zusammentreffen, wird zunächst aus der Sicht des einen, später des anderen erzählt. So wachsen die Geschichten Schritt für Schritt zusammen und verdichten sich bis hin zur Kernschmelze. Selten kommen die Figuren stereotyp, oft tragikomisch daher. Und die unterschiedlichen Paare beweisen einmal mehr, dass es ohneeinander nicht geht, miteinander aber auch nicht so recht, am ehesten noch im Bett.
Stets bunt, meist direkt und höchst lebendig wird das heutige Leben im urbanen Milieu gezeichnet, aus dem Schweinefresserhuren, Ziegenficker und unerhörte Propheten förmlich herausgeschnitten wirken. Im Alltag koexistieren bierseeliges Öttinger-Lachen und harte No-Go’s, zarte Zuneigung und respektloses Gegeneinander. So kommt Tänzerin Janine im Roman einmal zu dem Schluss: „Es gab so viele Menschen. So viele Milliarden. Und alle würden in 100 Jahren tot sein.“ Bis dahin möge Autor Helmut Krausser im echten Leben noch zahlreiche weitere temporeiche literarische Tatorte verfassen wie Einsamkeit und Sex und Mitleid.
– Herwig Slezak
Pressestimmen
.te, die hierzulande ihresgleichen sucht." SÜDKURIER BERLIN "Ganz großes Kino." NOW! "Ein fabelhaftes Spiegelkabinett aus Worten und voller unvorhersehbarer Wendungen. (...) Was einst dem Amerikaner John Dos Passos mit seinem berühmten Sittengemälde Manhattan Transfer im Großen gelang und 2001 in dem grandiosen erzählerischen Reigen Was im Leben zählt des Norwegers Frode Grytten eine nordische, im Mokrokosmischen angelegte Entsprechung fand, hat Krausser nun für Berlin geschaffen." WELTWOCHE "Ein Roman, der so wunderbar und verrückt ist wie das Leben selbst." DRESDNER MORGENPOST
Kurzbeschreibung
Vincent ist Callboy, aber an Weihnachten sitzt er alleine in der Kneipe. Als die dichtmacht, lässt er sich zu Hause eine Badewanne ein. Beim Einsteigen wird er von einer Einbrecherin überrascht. Die beiden freunden sich an.
Helmut Kraussers neuer Roman bringt zusammen, was nicht zusammengehört: Die unterschiedlichsten Menschen streifen durch Berlin, begegnen sich, kommen einander nah immer auf der Suche nach dem Glück. Helmut Krausser verknüpft ihre Geschichten zu einem Netz, aus dem es kein Entkommen gibt.
Ein Kind wird entführt, eine mitternäch liche Hochzeit improvisiert, ein Genickschuss erkauft, der Prophet Jesaja predigt auf dem Kreuzberg und alles ist auf ungeahnte Weise miteinander verbunden.' Einsamkeit und Sex und Mitleid' spielt auf der Klaviatur des scheinbaren Zufalls, mischt Melodram, Ironie, Suspense und Lakonik zu einem bizarren Panorama, zu einem überwältigenden Kaleidoskop des Lebens.
Über den Autor
Helmut Krausser, geb. 1964 in Esslingen war u.a. Spieler, Nachtwächter, Zeitungswerber, Opernstatist, Sänger in einer Rock`n`Roll-Band und Journalist. (Halb-)freiwillig verbrachte er ein Jahr als Berber. Nebenbei studierte er provinzialrömische Archäologie. Er schrieb Erzählungen, Theaterstücke und ein Opernlibretto. Sein Roman 'Fette Welt' wurde von Jan Schütte mit Jürgen Vogel in der Hauptrolle verfilmt.Helmut Krausser, geboren 1964 in Esslingen war u. a. Spieler, Nachtwächter, Zeitungswerber, Opernstatist, Sänger in einer Rock`n`Roll-Band und Journalist. (Halb-)freiwillig verbrachte er ein Jahr als Berber. Nebenbei studierte er provinzialrömische Archäologie. er schrieb Erzählungen, Theaterstücke und ein Opernlibretto.