Die Beschreibung des Hufes und speziell des Mechanismus fand ich ganz gut, d.h. es hätte ruhig etwas ausführlicher ausfallen können(z.B. Hufformen und Stellungsfehler), aber da das Buch nur als Einführung gedacht ist, ist dieses Kapitel ausreichend.
Was mich aber irritiert hat, war die (durchgehende) Aussage des Buches, daß Pferde mit schlechter Hornqualität Eisen benötigen. Meines Wissens nach (und auch nach Aussage der Autorin)bildet sich gutes Horn aber nur bei entsprechendem Anreiz (also unterschiedlichen Bodenqualitäten), den ein beschlagener Huf niemals bekommen kann. Logisch wäre also, ein Pferd mit eher schlechter Hornqualität möglichst schonend auf barfuß oder andere "anreizende" Alternativen umzustellen. Und die Nägel tragen ja auch noch dazu bei, daß das Horn schneller reißt und so Keime eindringen können.
Den Abschnitt über die Strahlfäule fand ich auch eher zweifelhaft. Die Autorin führt die Strahlfäule auf häufig mangelnde Stall"hygiene" oder zu nassen Boden zurück, aber dann müßten ja zwangsweise ALLE Pferde in Boxen und im Herbst/Winter Strahlfäule bekommen. Da ich aber davon ausgehe, daß dem nicht so ist, hätte die Autorin erwägen sollen, die Hufqualität als zusätzlichen und vielleicht auch "schwerwiegenderen" Faktor miteinzubeziehen. Denn bei rissigen Hufen haben Bakterien natürlich leichtes Spiel auch bei normaler Stall"hygiene".
Auch dieser Aussage zum Hufe wässern stehe ich skeptisch gegenüber. Wässere ich spröde Hufe so quellen sie auf. Ist die Luftfeuchte der Umgebung aber gering(wenn es ein trockener Sommer ist) wird die Feuchtigkeit in den Hufen sehr schnell verdampfen und die Hornsubstanz arbeitet durch die schnelle Ausdehnung und Schrumpfung stark, was zu einer höheren Belastung und damit zu Rissen führen könnte(wie bei Holz auch). Soweit ich weiß ist in dieser Hinsicht nichts bewiesen, aber das Wässern von Hufen ist ein umstrittenes Thema, was die Autorin ruhig hätte erwähnen können.
Ansonsten zum Einstieg ein nettes Buch.