Ich kann mich nur der Meinung von "Lola R. "Lo" " anschließen, die auch schon festgestellt hat, dass die Personen der eigenen Familie (und überhaupt die türkischen Personen) in diesem Roman als überaus liebenswert mit höchstens ein paar witzigen "Schrullen" und alle anderen (hauptsächlich die Deutschen) als ziemlich humorlos und wenig liebenswert dargestellt werden.
Selbst die Sitten und Gebräuche werden genauso behandelt (nämlich die türkischen sind allesamt witzig, herzlich und sinnvoll, während die deutschen Sitten natürlich kalt und sinnlos sind).
Hier mal ein kleines Beispiel dafür:
Es ging um eine türkische Hochzeit und daher wurden mal die Hochzeitsbräuche beider Nationen miteinander verglichen.
"Nehmen wir einmal das bereits erwähnte Baumstammsägen. Vor der Kirche liegt ein knorriger Stamm, den das Brautpaar mit einer rostigen, alten Säge zerteilen muss - ein Sinnbild dafür, dass sie von nun an gemeinsam alle Probleme lösen können, egal wie schwerwiegend sie auch seien. Und was machen die Gäste? Sie vermitteln den Eindruck, peinlich berührt zu sein und stehen verlegen herum.
Da ist die Sache mit dem roten Band, dreimal um die Taille der Braut inmitten der Gästeschar gewickelt, wie sie auf türkischen Hochzeiten praktiziert wird, doch wesentlich aufregender und ausgelassener.
Oder der Brauch, das Brautpaar nach der Trauung mit Reis zu bewerfen.
Dies soll Fruchtbarkeit symbolisieren.
Die Türken setzen einfach ein Kleinkind auf das Bett des Brautpaares, damit sie zahlreichen Nachwuchs bekommen - was ich entschieden plausibler finde."
Was soll denn bitte schön, an einem roten Band dreimal um die Taille gewickelt aufregender und ausgelassener sein als das "Baumstammzersägen"?????
(und ich war selbst schon bei zwei türkischen Hochzeiten meiner Nachbarn dabei, weiß also wovon ich rede)
Je mehr ich las, desto unsympathischer wurde mir die Hauptperson (Autorin).
Sie lebt offensichtlich nicht zwischen zwei Kulturen, sondern nur in einer.
Schade, schade! Ich hatte mir soviel mehr von dem Buch versprochen.