Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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33 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Einmal im Leben lieben, 8. Oktober 2008
Als Hema und Kaushik sich kennen lernen, sind sie noch Kinder. Ihre Eltern sind befreundet und die Eltern von Hema geben der Familie von Kaushik eine Abschiedsparty nachdem diese von Amerika aus in ihre Heimat nach Indien zurückgehen. Doch nach ein paar Jahren kommen sie wieder und werden von Hemas Familie aufgenommen. Hema merkt sehr schnell, dass sie sich in Kaushik verliebt hat, hüllt sich aber aus Schüchternheit in Schweigen. Kaushik fühlt sich nicht wohl in seiner Übergangsheimat". Es fällt ihm schwer, den richtigen Platz in ihr und auch in seinem eigenen Leben zu finden.
Irgendwann kauft die Familie von Kaushik sich ein eigenes Haus und so verlieren sich die beiden Teenager aus den Augen. Die Autorin beschreibt nun den Werdegang von Hema und Kaushik, der sich über zwanzig Jahre lang getrennt voneinander auf verschiedenen Bahnen durch das Leben zieht. Sehr gefühlvoll und intensiv beschreibt Jhumpa Lahiri die Gedanken und Geschehnisse, die Hema und Kaushik in all den Jahren begleiten. Sehr intensiv wird die Auswirkung auf sein Seelenleben nach dem Krebstod der Mutter von Kaushik beschrieben und auch als sein Vater eine neue Frau kennen lernt, die er später heiraten wird, verändert sich das Leben des in sich gekehrten Jungen.
Wie das Schicksal es dann so will, treffen sich Hema und Kaushik nach über zwanzig Jahren in Italien wieder. Hema wird sehr schnell in den einstigen Sog der Liebe gezogen. Doch liebt Kaushik sie auch?
Jhumpa Lahiri versteht es, eine Familien- und Liebesgeschichte so interessant zu erzählen, dass es nicht schwer fällt, das Buch in einem Atemzug zu lesen. Der Schreibstil selber erinnert mich ein wenig an den von Khaleid Hossein in seinem Buch Drachenläufer". Die Autorin hält sich nicht mit unnötigen Details auf, geht aber dennoch in die Tiefe, wenn es wichtig erscheint. Erzählt wird die Geschichte aus verschiedenen Sichtweisen. Zum einen aus der von Hema, dann aus der von Kaushik und dann auch aus Sicht des Erzählers. Auf den ersten Blick erscheint das Buch aufgrund der doch sehr geringen Seitenzahl als dürr und mager", doch ist der Inhalt alles andere als das. Zwei ganze Leben zusammengefasst in 176 wunderschön beschriebenen Seiten. Ich habe mich in dem Buch und auch in der Geschichte sehr zuhause gefühlt und konnte sehr viele Empfindungen der beiden Protagonisten nachvollziehen.
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ja,ein Meisterwerk, 23. November 2008
Jedes Wort der Begeisterung über diese Geschichte ist berechtigt. Handlung, Sprache, Atmosphäre, wechselnde Erzählperspektiven - alles hervorragend in jeder Hinsicht. Aber ist es wirklich, wie der Untertitel besagt, "Eine Liebesgeschichte" ? Es ist eine Geschichte über Liebe, über verschiedene Arten von Liebe, auch über die große Liebe, die man eben nur einmal im Leben erfahren darf.
Aber die Erzählung handelt auch von Heimatlosigkeit, von Unentschlossenheit, die sich daraus ergibt, dass hergebrachte kulturelle Normen ihre Gültigkeit verlieren, ohne dass andere, verbindliche, an ihre Stelle treten.
Es handelt von Trauer. Die Trauer eines jungen Mannes um seine geliebte Mutter wird wahrhaft meisterlich dargestellt.
Das Buch handelt von Zeit, von ihrer relativen Bedeutungslosigkeit. Was sind schon zehn, zwanzig Jahre, wenn es um die große Liebe geht ? Es handelt von Zeit im Sinne ihrer absoluten, alles entscheidenden Bedeutung. Sekunden entscheiden dann über Schicksale. Ein falsches Wort, ein falscher Satz gibt dann den Ausschlag.
Das Buch handelt von Trauer um eine nicht gelebte Liebe. Es ist wohl eine Liebesgeschichte, aber fast mehr noch eine Nichtliebesgeschichte. Ich lese es als bittere Mahnung in der Liebe nicht halbherzig zu sprechen und zu handeln.
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30 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Leben und Lieben in zwei Welten----Indien und Amerika!, 24. Oktober 2008
Jhumpa Lahiri Einmal im Leben Rowohlt
ISBN 3498039296
In Cambridge in USA lernten sie sich einst kennen: die Eltern von Kaushik und Hema. Sie kamen aus Indien und schlossen sich in der ungewohnten Fremde gerne zusammen. Kaushiks Vater ist Bauingenieur und Hemas Vater unterrichtet Wirtschaftswissenschaften an der Universität. Es sind gebildete Inder, die sich da an der Ostküste Amerikas angesiedelt haben. Als Kaushiks Familie für einige Jahre nach Bombay ging, verlor sich der Kontakt.
Sieben Jahre später taucht Kaushiks Familie wieder auf und wohnt vorübergehend im Hause von Hemas Eltern. Hema ist verärgert und erbost, dass sie ihr Zimmer an Kaushik abtreten muss. In Wirklichkeit bewundert sie jedoch den großen Jungen, der schon sechzehn Jahre alt ist. Sie ist drei Jahre jünger und traut sich viel weniger zu als er!
Hemas Mutter ist eingeschüchtert und ein wenig neidisch auf die extravagante und konsumorientierte Mutter von Kaushik, die sich alles leisten kann und äußerst anspruchsvoll erscheint. Als wohlbegüterte Tochter einer Anwaltsfamilie aus Kalkutta ist ihr alles im Leben leicht gefallen. Hemas Mutter hingegen kam aus einfachen Verhältnissen und ist in alltäglichen Lebensfragen ängstlich und besorgt.
Was niemand weiß: die Mutter von Kaushik ist krank, sie hat Krebs.
Im ersten Teil der kleinen Erzählung spricht Hema in ihren Gedanken mit Kaushik und gedenkt der glücklichen Tage, die sie im gleichen Hause verbrachten. Die bengalischen Familien mit ihren Traditionen und Lebensformen stehen im Kontrast zum amerikanischen < way of life >.
In einem zweiten Teil erzählt Kaushik in der Ichform aus seinem Leben. Er studiert in Swarthmore, und sein Vater hat nach dem frühen Tod der Mutter eine indische Witwe mit zwei kleinen Töchtern geheiratet, um sich versorgt zu wissen. Bei dieser Familie kann sich Kaushik nie mehr zu Hause fühlen. Nach dem Studium verbringt er sein Leben heimat- und bindungslos als Fotoreporter in aller Welt.
Ein Zufall führt ihn nach Jahren noch einmal mit Hema zusammen!
Wunderbar feinfühlig und differenziert werden die Gefühle vermittelt, denen sich Kaushik nach dem frühen Tod der Mutter mit einer neuen Familie ausgesetzt sieht. Die althergebrachten Formen der indischen Herkunft und die Neue Welt werden in kontrastreichen Beispielen und Handlungen mit ihren Widersprüchen markiert.
In der Form des Erinnerungsromans werden die Figuren mit den Feinheiten in ihren Beziehungen unterschiedlich nah in den Fokus gerückt. Kaushiks Vater und Mutter fühlten sich in tiefer Liebe eng verbunden. Sie waren westlich orientiert und frönten den gleichen Lebensgewohnheiten und Genussfreuden. Ein vollkommeneres Paar war nicht denkbar. Die Schönheit und die atmosphärisch persönliche Lebensform geben dem Bild der Mutter einen exotischen Anstrich.
Reizvoll und ausdrucksstark sind die vielfarbigen Lebensberichte der Protagonisten.
Einmal im Leben: das sind die Augenblicke, die unvergessen bleiben! Eine Bewegung, ein Duft, der Geruch eines Hauses, eine Geste und die verhaltene und einmalig - leidenschaftliche, spät erkannte Liebe zwischen Kaushik und Hema!
Schicksalhaft und dramatisch, abenteuerlich und anspruchsvoll breitet Jhumpa Lahiri ihre Geschichte vor uns aus. Sie zeigt ein großes Erzähltalent, dessen Magie man sich nicht entziehen kann.
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