Nachdem ich den Vorgänger 'Schneller als der Tod' quasi in einem Zug verschlungen habe, habe ich mir jetzt auch den Nachfolger 'Einmal durch die Hölle und zurück' zugelegt und mich direkt ins Lesevergnügen gestürzt. Dabei wurde jedoch schon nach den ersten Seiten klar, dass das Buch nicht an die Genialität seines Vorgängers anknüpfen kann.
Zunächst zum Inhalt:
Mittelpunkt der Geschichte ist wieder Dr. Peter Brown, ein Arzt und Ex-Mafiosi, der in das Zeugenschutzprogramm aufgenommen wurde und als Mediziner versucht, seine früheren Taten einigermaßen wieder gut zu machen. War Dr. Brown im ersten Band noch am Manhattan Catholic tätig, tritt er jetzt als Dr. Lionel Azimuth auf und arbeitet auf einem Kreuzfahrtschiff. Die Geschichte kommt in Gang, als er einen Brief von dem mysteriösen Milliardär Rec Bill erhält und daraufhin den Auftrag, an einer Expedition teilzunehmen, um ein Seeungeheuer zu finden. Begleitet wird er dabei von der äußerst attraktiven Paläontologin Dr. Violet Hurst.
Vom Aufbau her wurden glücklicherweise die vielen Details des Vorgängers beibehalten:
1.) Die kleinen Sensenmänner am Ende jedes Kapitels wurden von einer Seeschlange (Anspielung auf Loch Ness) abgelöst
2.) Die Fußnoten, zum Teil mit medizinischen Informationen oder einfach nur mit witzigen Kommentaren, diesmal leider auch mit teilweise extrem langen Fußnoten, die einfach zuviel unnütze Informationen enthalten und den Lesefluss mehr stören als dass sie einen Mehrwert haben
3.) Medizinische Details fließen geschickt in die Story ein (leider viel weniger als beim Vorgänger)
Kritik:
Hat es Bazell noch im ersten Bann geschafft, den Leser von der ersten Seite an in den Bann zu ziehen, ist dies im Nachfolger leider nicht mehr der Fall. Bis zur Mitte des Buches plättschert die Handlung so langsam vor sich hin -' von der rasannten, spannenden und urkomischen Erzählweise im Vorgänger ist leider nicht mehr viel zu finden.
Bazell schafft es mit 'Einmal durch die Hölle und zurück' leider nicht, an sein grandioses Erstlingswerk anzuknüpfen. Auch wer er einen Mafia-Thriller erwartet, dürfte enttäuscht werden.
Warum jedoch ausgerechnet Sarah Palin eine Gastrolle im Roman bekommen hat, hat sich mir bis zum Schluss nicht erschlossen.
Noch eine Randnotiz: Dass Bazell viel recherchiert hat, beweist der ca. 50-seitige Anhang. Doch leider vermag auch die umfangreiche Recherche nicht, das Buch auf eine Stufe mit dem Vorgänger zu stellen.