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Während sich die ersten 3 Bücher durch ein temporeiches Gagfeuerwerk, ihren abgedrehten Witz und eine pfiffige Absurdität auszeichneten, deren Niveau jedoch vom 1. bis zum 3. Buch absank, unterschied sich bereits der 4. Band deutlich von den vorigen, indem er uns eine lustige Liebesgeschichte erzählte. Jedoch wich auch schon hier die unbekümmerte Unbefangenheit der Figuren einer etwas trägeren und "realistischeren" Erzählweise, soweit man das Wort "realistisch" überhaupt in einem Atemzug mit dem Anhalter erwähnen darf, was die Geschichte an sich etwas ausbremste.
Es hätte nach dem 4. Band zu Ende sein können, ein zugegeben ziemlich offenes jedoch aus der Sicht des Hauptprotagonisten glückliches Ende. Doch auf Drängen der Fangemeinde entstand nun dieses Buch und es ist offensichtlich, dass Adams hiermit einen eindeutigen und finalen Schlusspunkt setzen wollte. Das ist ihm gelungen.
"Einmal Rupert und zurück" (Anmerkungen zu diesem völlig fehlübersetzten und verhunzten Titel lassen sich den anderen Rezensionen zu Genüge entnehmen) weißt zwar immer noch stellenweise lustige Einfälle und Situationen vor, bleibt aber von seinem eigentlischen Spaßfaktor weit hinter den ersten Bänden zurück. Adams hat hier seiner Geschichte einen Sinn gegeben, er hat verschiedene bisher unklare Zusammenhänge ins rechte Licht gerückt und erzählt seine "unendliche Geschichte" zu Ende.
Die (schon seit Anfang an vorherrschende) Ziellosigkeit Arthur Dents wird deutlich und Fragen nach dem Sinn des Lebens werden aufgeworfen (Grebulonier), doch auf all das kann keine Antwort gegeben werden. Zwar wird durch die Existenz der Parallelluniversen einiges erklärt und auch stärker als bisher auf Elemente der vorherigen Bücher eingegangen, besonders auf das 3. Buch, und nach dem letzten Satz scheint man von einem Gefühl der Klarheit beseelt zum ersten Mal wirklich alles zu verstehen, da es plötzlich logisch erscheint, doch zu welchem Preis Adams dieses Geflecht entwirrt, mag vielen grausam erscheinen. Mit perfidem Sadismus, scheint es, reist Adams den Leser aus der bis dahin farbenfrohen, lustigen und unbekümmerten Welt des Anhalters hinaus. Der letzte Eindruck bleibt im Gedächtnis, und der ist dominiert von einer melancholischen Traurigkeit, eben jenes Gefühl, dem man in Adam's Welt bisher auf so wunderbare Weise entfliehen konnte, doch letztendlich hat die Realität die Fantasie eingeholt und verschluckt; aus und vorbei der Traum.
Arthur gelingt es nicht, sich mit seiner Tochter zu versöhnen, der Anhalter kann nicht gerettet werden, weder Arthur noch Random finden ihr wahres "Zuhause", die letzten Hoffnungen der Protagonisten lösen sich in einer finalen Niederlage auf; der Kampf ist verloren, die Hoffnung fort; endgültig.
Man sollte sich die Lektüre dieses 5. Buches wirklich vorher genau überlegen. Man sollte sich entscheiden zwischen einer glücklichen Unwissenheit (indem man nach dem 4. Buch die Reihe beendet) und einer zutieft deprimierenden Klarheit (indem man Adam's Werk wirklich bis ganz zum Ende liest).
Eine Wahl, die jeder Leser für sich selbst treffen muss...
Auch wenn Fans anderer Meinung sein mögen, aber das Buch ist sehr durchdacht und logisch aufgebaut, teilweise brilliant geschrieben und nimmt zum Schluss eine Wendung, die tatsächlich nur das Ende der Anhalter-Reihe bedeuten kann -- ein Finale, nicht grandios oder strahlend, sondern ernüchternd und verstörend. Die Handlung springt durch alle möglichen Raum- und Zeitkoordinaten, parallele Universen und spielt oft an bekannten, doch seltsam fremd wirkenden Orten: Literarische Quantenmechanik. Um alle Anspielungen zu verstehen, wäre es hilfreich, die vorigen Bände gelesen zu haben, notwendig ist es aber nicht. Wer sich jetzt lieber seine heile Anhalter-Welt bewahren möchte, sollte dieses Buch vielleicht nicht lesen.
P.S.: Das Buch hat einen der dümmsten deutschen Titel, die ein englischsprachiges Buch je erhalten hat. Im Englischen ist jeder Titel der Anhalter-Reihe eine Selbstreferenz, so auch hier: "Mostly Harmless".
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