Schon das Titelbild ist sehr gelungen: ein Junge steht im Schatten, fast nicht sichtbar. Felix ist der 'Unsichtbare', der in Polen 1942 in einem Waisenhaus aufwächst, zunächst ist seine jüdische Herkunft verschwiegen, aber die Nazis finden auch das heraus.
Felix sucht seine Eltern, von denen er zunächst glaubt, sie lebten noch. Auf seinem Weg zurück in seine Heimatstadt sieht er unglaubliches Leid, das er sich nur nach und nach erklären kann. Er rettet die kleine Zelda, deren Eltern erschossen wurden, er muss feststellen, dass seine Wohnung von anderen besetzt ist, er wird gejagt, schließlich muss er sich dem Marsch nach Warschau ins Ghetto anschließen, überall Tod und Elend. In Warschau wird er zunächst von einem Mann gerettet und gelangt mit Zelda in einen Verschlag mit anderen jüdischen Kindern.
Morris Gleitzmann hat in seinem Tagebuchroman das tägliche Grauen aus der Sicht des kleinen Felix in einer kindlich-naiven Sprache eindrucksvoll aufgeschrieben. Die Einleitung jedes Kapitels mit 'Einmal..' erinnert an ein Märchen, in dem Leid und Tod unbeschreiblich sind, aber doch auch Hoffnung auf Menschlichkeit besteht.
Unbedingt empfehlenswert für Kinder ab 12(da muss man aber Gespräche führen)und Erwachsene.