Liebe Daniela,
erstmal: Respekt und Hochachtung. Nicht nur hinsichtlich Deiner Reisen, sondern auch hinsichtlich Deines Buches. Als begeisterter Outdoorer und so zwangsläufig zumindest auch Backpacker habe ich Deine Reise-Anekdoten gern gelesen!
Der Ratgeber-Teil überzeugt mich jedoch kaum. Das einzig Neue, was ich erfahren habe, war: www. sleepinginairports.com. Ansonsten konzentrieren sich Deine Tipps auf: Fahr mit öffentlichen Verkehrsmitteln und Mach Dein eigenes Ding. Gänzlich verunglückt finde ich den Ausrüstungsratgeberteil. Es ist klar, dass es Rucksäcke und Rolltrolleys gibt. Das muss man glaub ich nicht mehr erzählen. Auch die Empfehlung Baumwollsachen mitzunehmen, halte ich schlicht für falsch. Lange Trocknungszeit und wenig Komfort bei wechselndem Klima sprechen deutlich dagegen. Auch müffelt Baumwolle doch ungemein schnell. Warum also kein Merino? Gibt's auch in schick!
Ansonsten hätte man den Ratgeberteil doch auch als nice-to-have's in den Berichtsteil miteinbauen können wie in
Expedition Polarlicht: Mit Huskys durch Spitzbergen. Mir persönlich hätte vllt auch das Tagebuchformat gefallen wie in
Blockhaus am singenden Fluss: Eine Frau allein in der Wildnis Kanadas. Oder ein aufgepeppter Reisebericht wie in
Dem Dschungel entkommen: Überlebenskampf im Urwald Boliviens.
Für meinen Geschmack zu viel gab es an geschilderten Beziehungsproblemen. Das ist ohnehin bei jedem Menschen unterschiedlich und interessiert mich halt einfach nicht. Ist vielleicht aber auch Geschmacksache?!
Nun aber genug der Kritik, liebe Daniela!
Wirklich gut und vor allem schön geschrieben fand ich Deine Reiseanekdoten. Davon hast Du soviel, sagst Du, dass Du damit 10 Bücher füllen könntest. Nur her damit! Darauf freue ich mich sehr! Zumindest, wenn die oben genannten Kritikpunkte beachtet werden. Denn dass was Du besonderes hast sind Deine Reiseerfahrungen! Die erwecken Fernweh, lassen einen aufhorchen, manchmal lachen, manchmal weinen, aber vor allem sind die es, warum ich so ein Buch lese!
Nur als Anregung: Du schreibst, dass Du Dein Tagebuch in der jeweiligen Landessprache geschrieben hast. Warum machst Du das nicht auch in Deinen veröffentlichten Reiseberichten? Eventuell mal in einer Sonderausgabe?
Lass mich wissen, wenn Du das nächste rausbringst!
Gute Reise, Dein S.