Endlich mal ein Buch das den Turnverein, wie er gerne von seinen Gegnern verspottet wird, sehr lebensecht in seiner Vielschichtigkeit darstellt. Die beiden Redakteure der Süddeutschen Zeitung haben eine Arbeit abgeliefert, die sowohl einen journalistischen Anspruch bestätigen, aber auch begründen wie dieser an Kuriositäten wahrlich nicht gerade arme Verein von seinen Anhängern als "Münchens große Liebe gesehen" wird, während der einen Steinwurf benachbarte Verein, als der "FC Hollywood" bekannt ist. Wer das Büchlein gelesen hat, kann dann eher verstehen, dass es leichter ist seine politischen Überzeugungen, Automarke und auch Religion zu ändern, als die Leidenschft zu Sechzig. "Einmal Löwe, immer Löwe" ist kein Werbeslogen, sondern oftmals bittere Realität dem Verein nach erneuter Blamage nicht den Rücken endgültig zu zeigen.
Das Buch ist auch hervorragend geeignet im Krankenhaus liegenden Fußballfans des Münchner Nachbarvereins eine nettes Geschenk mitzubringen, um damit ein wenig von den Leiden abzulenken, wenn man betrachtet wie sehr ein "Sechziger" schon als Gesunder leiden muß.
PS: Zur Drucklegeung war die Scheichepisode noch nicht einmal für Utopisten absehbar. Eine Neuauflage wird sicherlich spannend, sofern nicht der Umfang sogar einen eigenen Band füllen könnte.