Der Roman "Einmal Kind, immer Kind" von Diane Broeckhoven hat mir sehr gut gefallen.
Es geht um Flora, die unter ihrer dominanten Mutter leidet. Als ihre Mutter stirbt, lässt sich Flora von Mon, einem Handwerker, trösten - aus dieser tröstenden Nacht erwächst Roza, ein wie es im Roman heißt eigenartiges Kind. Flora besonders, aber auch Mon schützen ihre Tochter wo es nur geht und nehmen sie an, wie sie ist.
Diane Broeckhoven erzählt in einfühlsamen Worten eine Familiengeschichte über fünfzig Jahre. Es ist ein kurzes Buch, die Sprache ist knapp, dennoch liebevoll und manchmal auch leicht ironisch.
Mir hat der Ton, mit dem die Autorin sich den Eigenheiten Rozas widmet, gut gefallen. Eindringlich und behutsam zeigt sie auf, wie liebenswert und besonders doch ein Mensch sein kann, der nicht "der Norm" entspricht.
Konfetti auf dem Buchdeckel - welche Bedeutung das im Roman hat, erfährt der Leser auch!
"Die Stille des Gartens, in der nur ein paar schrille Vogelstimmen zu vernehmen waren, der kleine Windhauch, der ihr wie eine unsichtbare Hand durch das störrische Haar fuhr, ...das alles machte Roza ein wenig schwindelig. Sie glaubte, im Himmel angekommen zu sein. Tausende Löcher hätte sie in die Luft und in die Wolken hineinstanzen wollen, und die blauweißen Schnipsel würde sie alle durcheinander auf die Welt herabschneien lassen, wie Blüten."
"Einmal Kind, immer Kind" ist ein kleines, feines und bewegendes Buch zum wiederlesen! Alle Leser, die Familiengeschichten mögen und auch diejenigen, denen "Ein Tag mit Herrn Jules" gut gefallen hat, könnte dieser Roman Freude bereiten.