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Einleitung in die Musiksoziologie: 12 theoretische Vorlesungen [Taschenbuch]

Theodor W. Adorno

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Kurzbeschreibung

9. September 1975
In den Vorlesungen zur Einleitung in die Musiksoziologie, die Adorno im Wintersemester 1961/1962 in Frankfurt hielt, werden die Beziehungen zwischen Musik und Gesellschaft in den vielfältigen Formen der Vermittlung, Verfremdung und Verblendung bis hin zur Gängelung untersucht, jedoch nicht in der bloßen Gegenüberstellung von musikalischer Produktion und musikalischer Rezeption. Vielmehr werden in den musikalischen Gebilden selbst gesellschaftliche Momente aufgespürt und dann wieder in Beziehung gesetzt zu allgemeinen gesellschaftlichen Phänomenen einerseits und zum musikalischen Leben andererseits. Die Vorlesungen zielen von verschiedenen Richtungen her zu dem zentralen Thema jeder Musiksoziologie: der gesellschaftlichen Vermitteltheit von Musik.

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Einleitung in die Musiksoziologie: 12 theoretische Vorlesungen + Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 12: Philosophie der neuen Musik (suhrkamp taschenbuch wissenschaft) + Beethoven. Philosophie der Musik: Fragmente und Texte (suhrkamp taschenbuch wissenschaft)
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Rezension

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Einleitung in die Musiksoziologie
OA 1962 Form Sachbuch Bereich Musik
Theodor W. Adornos Einleitung in die Musiksoziologie nutzt die aus der Kritischen Theorie der Frankfurter Schule sich ableitende dialektische Verknüpfung von ästhetischer Formsprache und historischem Gehalt. Das Werk misst musikalische Erscheinungen an der sozialen Strukturiertheit der Gesellschaft, im klassischen marxistischen Sinne am Verhältnis von Produktivkräften (z. B. physischen und geistigen Fähigkeiten der Menschen, Stand von Wissenschaft und Technik) und Produktionsverhältnissen (z. B. Rechts- und Eigentumsverhältnissen).
Entstehung: Im amerikanischen Exil in den 1930er Jahren war Adorno an empirisch-soziologischen Forschungen beteiligt. Die im Untertitel der Einleitung in die Musiksoziologie angegebenen »Zwölf theoretischen Vorlesungen« wurden im Wintersemester 1961/62 an der Frankfurter Universität gehalten; sie gehen teilweise zurück auf Arbeiten in den USA sowie auf den Aufsatz Ideen zur Musiksoziologie, den Adorno 1958 für die Schweizer Monatshefte schrieb und später in Klangfiguren aufnahm.
Inhalt: »Ohne Gewaltsamkeit« sei die gesellschaftliche Frage nach dem Verhältnis von Produktivkräften und Produktionsverhältnissen auch auf die Musiksoziologie anzuwenden, schrieb Adorno 1968 in dem der 2., revidierten Auflage des Werks angefügten »enzyklopädischen Stichwort Musiksoziologie«. Zur Produktivkraft rechnete er nicht nur das Komponieren, sondern auch die »lebendige künstlerische Arbeit der Reproduzierenden« und die Verfahren mechanischer Reproduktion. Ihr gegenüber stehen die Produktionsverhältnisse, die »wirtschaftlichen und ideologischen Bedingungen, in die jeder Ton und die Reaktion auf jeden eingespannt ist«. Ein Aspekt der Letzteren sei »im Zeitalter der Bewusstseins- und Unbewusstseinsindustrie auch die musikalische Mentalität und der Geschmack der Hörer«.
Aufbau: Korrespondierend mit den Vorlesungen hat das Buch zwölf Kapitel: Typen musikalischen Verhaltens, Leichte Musik, Funktion, Klassen und Schichten, Oper, Kammermusik, Dirigent und Orchester (sozialpsychologische Aspekte), Musikleben, Öffentliche Meinung – Kritik, Nation, Moderne, Vermittlung. Hinzugefügt wurde in der Ausgabe von 1968 das enzyklopädische Stichwort »Musiksoziologie«, in dem Adorno betont, dass es sich beim vorliegenden Buch um eine bloße Einleitung handele, und die Frage aufwirft, wie eine »voll ausgeführte Musiksoziologie« auszusehen hätte.
Wirkung: So genannte bürgerliche Kritiker meldeten grundsätzliche Zweifel an der Methode der dialektischen Verbindung von ästhetischer Formsprache und historischem Gehalt an. Aber auch vom marxistisch-leninistischen Standpunkt her wurde Adorno Befangenheit vorgeworfen, etwa vom Komponisten Konrad Boehmer (*1941) in dem Aufsatz Adorno, Musik, Gesellschaft (1975): Adornos Musiksoziologie sei durchweg bürgerlich geprägt, dies zeige sich u. a. in der Verallgemeinerung der bürgerlichen Epoche als Maßstab aller Musik. Trotzdem hat die Einleitung in die Musiksoziologie ohne Zweifel das Denken vor allem des deutschen Musikfeuilletons viele Jahre mitbestimmt. G. Pe.

Über den Autor

Theodor W. Adorno wurde am 11. September 1903 in Frankfurt am Main geboren und starb am 06. August 1969 während eines Ferienaufenthalts in Visp/Wallis an den Folgen eines Herzinfarkts. Von 1921 bis 1923 studierte er in Frankfurt Philosophie, Soziologie, Psychologie und Musikwissenschaft und promovierte 1924 über Die Transzendenz des Dinglichen und Noematischen in Husserls Phänomenologie. Bereits während seiner Schulzeit schloss er Freundschaft mit Siegfried Kracauer und während seines Studiums mit Max Horkheimer und Walter Benjamin. Mit ihnen zählt Adorno zu den wichtigsten Vertretern der „Frankfurter Schule“, die aus dem Institut für Sozialforschung an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt hervorging. Sämtliche Werke Adornos sind im Suhrkamp Verlag erschienen.



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