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Eingelocht. Junge Liebe 11
 
 
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Eingelocht. Junge Liebe 11 [Broschiert]

Kai Steiner
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Produktinformation

  • Broschiert: 220 Seiten
  • Verlag: Himmelstürmer; Auflage: 1., Aufl. (Oktober 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3934825613
  • ISBN-13: 978-3934825611
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 14,2 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 747.257 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Sechs Jungen einer Skatergang toben sich auf ihren Boards in den Straßen einer Großstadt aus. Sie skaten, um durchzuatmen. Sie üben gemeinsam vor Supermärkten ihres Stadtteils und holen sich auf Bürgersteigen, auf Treppen- Handläufen oder Parkplätzen die Freiheit, die ihnen Erwachsene verwehren. So fühlen sie sich als eine Einheit. Leon, 18, ist der Boss. Ein Filou. Er bestimmt, wo es lang geht, und seine Freunde folgen ihm. Malte, 16, ist sein bester Freund. Mit ihm verbindet er Klugheit, Offenheit, Gefühlstiefe, Toleranz und Sehnsucht. Als sich Malte outet, ist Leon der erste, der begreift, was das bedeutet und was in dem Jungen vorgeht. Malte ist gleichzeitig Caddie. Auf den Fairways lernt er eine andere Welt als seine eigene und die seiner Freunde kennen. Hier gepflegte Anlagen, herrlicher Rasen, und das alles bestimmende Grün, dort schmutziger Asphalt, graue Betonpisten und Gehwegplatten voller Kaugummi. Das Verbindende beider Sportarten ist eine Mischung aus Disziplin und Konzentration, die man beherrschen muss. Sonst läuft nichts. Beim Golfen wird Malte von seinen Gefühlen eingeholt. Er verliebt sich in seinen Golfer. Damit nimmt eine sich anbahnende Katastrophe ihren Lauf. Ein Mord auf dem Fairway bringt alle und alles durcheinander. Die Untersuchungen zur Aufklärung werden in die Hände der erfahrenen Kommissarin Käte Kanter gelegt, die den Mörder nach vielen Recherchen, Gesprächen und letztlich durch eine verblüffende Theorie zur Strecke bringt. An ihrer Seite ein junger, von ihr geschätzter Assistent, Benjamin Peper, der im rechten Augenblick sachgemäße Schlüsse zieht und das Richtige tut. Nur einmal vergisst er sich, als er Malte über den Mord befragt und der Junge ihm den Kopf verdreht. Der Autor hat eine spannende Coming-out- Geschichte um einen Mord geschrieben, dessen Motiv abwegig und skurril ist. Mittelpunkt sind der unerfahrene, aber liebenswerte Malte und der sympathische Benjamin. Aber auch die anderen Personen mit starken oder sich widersprechenden Charakteren prägen die Atmosphäre des Buches. Die Sprachebenen – Jugend und Gang, Lehrer und Schüler, Eltern und Kinder sowie Intellektuelle und Mitarbeiter – betonen die Unterschiede der sozialen Kreise und bieten die Gewähr, der Wirklichkeit auf der Spur zu sein.

Auszug aus Eingelocht von Kai Steiner. Copyright © 2006. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Prolog

Malte und seine Kumpel fuhren voll auf Skaten ab.
Heute war wieder so ein Tag. Er und seine Freunde, das war super!
Eine verschworene Gemeinschaft, eine Gang.
Sie sprangen über Mülleimer, Bänke und Treppen, rutschten Geländer herunter und glitten über scharfe Mauerkanten, die die Eingänge der alten Patrizierhäuser zierten.
Kein anderer Sport ist so geil.
Weder Fußball, wofür Maltes Vater schwärmte, noch Hockey, wohin sie Raphael, seinen Bruder, schicken wollten. Und beim Skispringen bleibt man in engen Spuren. Es erlaubt nur ein Ziel. Schwimmen verläuft in kurzen Bahnen, beinahe mit Körperberührung zum Nachbarn, Tennis beschränkt sich auf Schlag und Sprung im abgezirkelten Feld, Golf ist elitär. Außerdem ist man oft einsam.
Nein, Skaten heißt mit Freunden zusammen fliegen.
Skaten ist global, macht frei und kennt keine Grenzen.
Übermütig kam er nach Haus. Niemand war da. Ein Glücksfall.
Er sprintete die Treppen hinauf, öffnete die Badezimmertür mit unverhohlener Kraft, riss sich die Kleider vom Leib und sprang unter die Dusche.
Was fühlen seine Freunde, wenn sie von scharfen Kurven redeten? Wie reagierten ihre Körper, wenn sie in ihren Träumen die Haut von Pamela Anderson streichelten?
Malte drehte die Dusche auf.
Das erfrischende Wasser rann seinen Körper herunter.
Der Dreiklang von Feuchtigkeit, Gel und Haut entführte seine Phantasie in die Welt seiner Kumpel.
Da ist sie: Die Sexbestie. Leon hatte ein knallhartes Foto kreisen lassen, als sie sich einen Augenblick ausruhten.
Mir nichts dir nichts war sein Ständer da.
Was für Mega-Titten hatte das Vollweib? Dazu die endlosen Beine, die am Knackarsch endeten. War es das, was Leon und Konsorten anmachte? So ganz konnte Malte sich das nicht vorstellen. Ihn hatten übertriebene Formen nie gereizt, obwohl er jetzt über sich selbst erstaunt war.
Bald lösten sich die Bilder in Nebel auf. Das Mordsweib hatte sich verflüchtigt. Gut so!
Stattdessen tauchte ein Mann auf.
Mein Gott, das geht doch nicht mit rechten Dingen zu? Und als Malte näher hinschaute, erkannte er Robbie Williams, der sich gerade auszog.
Als sich Robbie ihm in seiner vollen Pracht zuwandte, erwischte Malte sich beim Rummachen. Er bekam einen Riesenschreck.
Wie war das möglich? Eben noch Pamela Anderson, jetzt der?
Was für ein Kerl.
Er stand im Badezimmer. Fast glaubte Malte, dass der Sänger in seine Wanne stieg, und er merkte, dass seine Handbewegungen stürmischer wurden.
Ein ängstlicher Ruf von unten.
Es war seine Mutter: „Bist du schon da?”
Seine Träume zerstoben, wie das Schönste an ihm in sich zusammenfiel. Eins war ihm in diesem Augenblick klar geworden: Sex muss great sein. Aber mit wem? Diese Frage konnte er noch nicht beantworten.

Ansichten - Malte
Sonnabend, 28. Mai
Zum Haare ausraufen, dachte ich.
Immer, wenn ich noch schlafen wollte, stand der Alte in der Tür: „Aufstehen!”, blökte er. „Der Garten ruft!” Was sollte dieser Scheiß? Irgendwie hatte er wohl ein schlechtes Gewissen, weil er selbst nicht dazu in der Lage war.
Wie mich Rasenmähen ankotzte. Und das am Samstagmorgen, wenn ich mich im Bett so richtig aalen wollte. Nichts von alledem.
Im Sommer war mein Vater auf der Matte, jedes zweite Wochenende, um mir die Tage zu verleiden. Alle vierzehn Tage ließ er uns ab fünf Uhr morgens allein und machte sich auf den Weg zum Angeln. Wir Jungen waren froh darüber.
Ich bin ein absolut netter Typ und gehorsam. Ich wusste, dass sich meine Eltern krumm für mich legen mussten. Sie wollten, dass wir beide, mein Bruder Raphael und ich - übrigens Raphael, was für ein idiotischer Name, was hat sie geritten, ihm den zu verpassen? - das Abi machen. Das war cool, denn beide haben nur die Hauptschule. Noch habe ich zwei Jahre vor mir. Mein Bruder vier. Manchmal möchte ich jetzt schon alles hinwerfen. Es gibt nur eine Lehrerin und einen Lehrer, die top sind.
War ja nicht schlimm von wegen mangelnder Bildung meiner Erzeuger. Mein Vater hat es trotzdem zu was gebracht. Aber zu was, wusste ich eigentlich nicht. Er kontrollierte Leute an Maschinen. Pünktlich sein und so. Außerdem war er verantwortlich, dass die Dinger an– und abgestellt werden. Vorarbeiter, glaubte ich, war er. Aber viel Geld verdiente er nicht. Meine Mutter sagte immer, sie käme gerade damit aus.
Rasen mähen! Ich hätte nur Büsche gepflanzt. Aber die beiden wollten Blumen und Beete und zentimeterlanges Gras. Ich glaubte, die hatten nur daran gedacht, wie sie für uns Ostereier verstecken könnten. Beim Suchen hatten sie mehr als mein Bruder und ich gekreischt. Längst vorbei. Damals war mein Vater noch leidlich, aber heute?
Vier Mal im Monat musste der Rasenmäher herhalten. Eine Maschine, wie aus dem Museum. Ein Monstrum, irgendwo hatte mein Vater es vom Sperrmüll geholt. Es quietschte und ratterte. Nicht mit einem Elektromotor und schon gar nicht mit Benzin.
Nein, Handarbeit. Was gab der Alte immer von sich? Hände Arbeit mache stark. Stimmt! Mit rechts konnte ich Bäume ausreißen. Im Laufe der Zeit bilden sich Muckis.
Dass ich nicht lache!
Schon wieder dröhnte seine Stimme durch das Treppenhaus: „He, Malte, hast du Dreck in den Ohren?” Auch das noch!
Statt dass er abhaut!
Ich sprang aus dem Bett, wie von einer Tarantel gestochen, riss meine Zimmertür auf und stand im Türrahmen, vergaß, dass ich weder einen Schlafanzug anhatte noch ‘ne Unterhose. War auch mein Zimmer, in dem ich machen konnte, was ich wollte. Natürlich spürte und sah ich meinen halberregten Schwanz. Sofort schämte ich mich, denn mein Vater hatte mich seit meiner Kindheit nicht mehr nackt gesehen, und schließlich hat alles seine notwendige Größe erreicht. Oder auch mehr? Natürlich!
Mördergurke! Ging‘ s mir durch den Kopf!
Ich hampelte verlegen von einem Fuß auf den anderen.
Er glotzte mir voll in die Pupillen und dann wanderten seine Augen meinen Körper entlang. Hätte ich ja auch gemacht, wäre er mir so gegenübergetreten.
Konnte er sich aber nicht umdrehen? Das wäre okay!
„Nimm dich zusammen, das ist wohl jetzt nicht der richtige Augenblick!”, laberte er und griente süffisant.
Ja, süffisant. Er hatte vielleicht an seine Jugend gedacht.
Das machte ihn menschlich und mir sympathisch. Endlich. Darauf wartete ich seit Jahren.
Mir kam in den Sinn, dass er nur deshalb so abweisend war, weil ich ihm irgendwie Konkurrenz machte. Aber wem gegenüber? Außerdem war ich sechzehn. Wen reizt dieses Alter schon?
Ich verschwand im Bad, schaltete das Radio unüberhörbar ein und fummelte am Sender herum. Manchmal rauschte es, des öfteren zischte es, dann gab‘s verzerrte Töne von sich, alles in einer Lautstärke, die andere nerven müsste, und es dauerte, bis ich endlich einen Sender hatte, der mir Spaß machte. Popp und Rock bis zum Gehtnichtmehr - Alicia Moore, die hörte ich aus tausend Sängerinnen 'raus, außerdem war sie neulich im Fernsehen, Mensch, war die fetzig in aufgerissenen Jeans und mit einem idiotischen Irokesenschnitt, total abgefahren. Pink heißt sie auch. Voll aufgebitscht röhrte sie ihre Verehrer dusslig, und jetzt mich - ich mag sie sehr - während mein Vater die Treppe herunterstiefelte.
Er hatte erreicht, was er wollte, aber er wird gleich nach oben schreien, dass ich das Jaulen abstellen sollte, weil die Musik nicht zum Aushalten wäre.
So ist die Generation vor uns. Nichts dürfen wir. Aber ich ließ mir gar nichts sagen.
Dann fiel mir ein, dass ich um zehn Uhr in der Bäckerei am Ludwigsplatz sein musste, die er deshalb angesprochen hatte: Brötchen am Wochenende verkaufen bis vierzehn Uhr. Da mein Vater mich wohl in allen Tönen lobte, und mich der Boss der Backstube bei meiner Vorstellung mochte, bekam ich den Job. Also war nichts mit Mähen! Jedenfalls jetzt nicht. Gut, dass mir das rechtzeitig eingefallen war.
Ich schaltete die Kiste aus. Dann rief ich im Singsang hinunter: „Rasenmähen kannst du dir abschminken!”
Meine Stimme hatte unbewusst einen triumphierenden Ton angeschlagen, was meinen Vater wütend machen musste. Das wusste ich, als ich den Satz ausgestoßen hatte.
Ich schob pampig hinterher: ”Mein neuer Boss lässt nicht mit sich spaßen!” Ich konnte mich wieder nicht gegen meine unverschämte Aggression wehren.
Mir war im gleichen Augenblick klar, dass sich, indem, was ich sagte und wie ich es sagte, meine ganze Abneigung wieder fand. Aber was soll‘s! War er denn anders?
„Ich hatte gesagt, dass der Rasen jetzt gemäht wird!”, befahl er polternd.
„Nei…n!”, erwiderte ich, wobei ich 'nein' ganz lang zog. Das musste ihn noch wütender machen. Genau das wollte ich bewirken.
Schon seit langem stieß mich seine Überheblichkeit ab. Außerdem widerte mich an, wie er uns herumkommandierte.
Sagt man nicht, dass sich Männer zuhause austoben, wenn sie sonst nichts zu melden haben? Hier schrie er ständig rum. Auch meine Mutter war vor diesen Attacken nicht sicher. Raphael schon gar nicht. Nur kuschte der noch zuviel. Aber er war auch erst vierzehn.
Sein Job musste wohl doch mies sein. Vielleicht war er nur Handlanger und redete sich den schön.
„Nein, das tue ich nicht”, wiederholte ich trotzig. „Willst du, dass dein Sohn beim Bäcker stinkt?”
Ich hielt einen Augenblick die Luft an. Dann hauchte ich nach unten: „Und auf wen fällt so was zurück?”
Das saß!
„Komm du mir nach Haus!”, plärrte er ins Treppenhaus zurück.
Jetzt hatte ich ihn! Er war nicht nur sauer, er war geladen. In diesem Zustand war er immer unberechenbar, aber leicht in die Enge zu treiben. Ich sah sein verzerrtes Gesicht. Es war rot angelaufen.
Er war wehrlos, denn er stand unten an der Treppe, ich dagegen oben. Wenn es darauf ankam, konnte ich über den Balkon fliehen, was ich des Öfteren schon getan habe. Das kannte er schon von mir. Ich war immer schneller auf dem Boden als er draußen. Er war zu behäbig. Hundert Kilo oder so bei einer Größe von 175 cm sind hinderlich. Ich war größer als er, und das fand ich geil. Wenn man groß ist, lässt sich vieles leichter regeln. Ich glaubte auch, dass mein Vater echt Angst vor mir hatte. Das einzige, was ich ihm gegenüber empfand, war so etwas wie Dankbarkeit, weil er mich zur Schule gehen ließ. Das war aber auch alles.
Ich kriegte mit, wie er ins Schlafzimmer eilte. „Dieser Bengel”, maulte er seiner Frau vor, „wird auch noch frech. Solange er seine Beine unter meinen Tisch setzt, bestimme ich, was er zu tun hat!”
Wieso unter seinen?
Wenn schon: unseren!
Ich merkte, dass ich immer noch nackt war. Immerhin hatte ich mich abgeregt. Ich band mir ein Handtuch um die Hüfte, ging auf den Flur, um mitzuhören, was da abging. Meistens dauerte der Streit noch ein paar Minuten. Höchst spannend!
„Aber Engelbert, du selbst hast ihm die Arbeit besorgt”, piepste meine Mutter. „Hast du das vergessen?”
Ich hörte sie, weil der Alte ins Schlafzimmer gestürmt war, ohne die Tür zuzumachen.
„Nein, hab ich nicht!”, gab er unwillig, aber etwas leiser von sich, noch sauer, wie es schien, und ich stellte mir sein Gesicht vor: heruntergezogene Lippen, auf der Stirn die Querfalten, die bei ihm, wenn er wütend ist, förmlich aus dem Gesicht kriechen.
„Er hat noch eine halbe Stunde Zeit. Das reicht für dieses kleine Rasenstück!”, schmetterte er ihr entgegen, so dass ich zusammenzuckte.
Ein Stinktier!
„Kommt nicht in Frage! Er frühstückt, wie ‘s sich gehört!”, entgegnete meine Mutter. „In der Bäckerei hat er dafür keine Zeit. Und damit Schluss der Diskussion!”
Nanu, was war denn in sie gefahren? So habe ich meine Mutter noch nie erlebt. Beginnt sie, sich zu wehren?
Neulich war gerade so eine Type im 2. Programm. Ein absoluter Feger! Hieß Alice ... Nachnamen? Fehlanzeige! Vergessen ... ist auch egal. Sie hatte gesagt, dass sich Frauen gegen Widerstände behaupten sollten. Gegen Politiker, Machos, Männer, Diebe, Kinder, Verwandte und was weiß ich.
Mein Vater war ein Macho, durch und durch. Zuhause jedenfalls. Hat sich meine Mutter darauf besonnen? Wäre cool.
Darauf wird der Schlüssel im Schlafzimmer umgedreht. Wegschließen? Da läuft was …
Es wurde augenblicklich mucksmäuschen still. Was machten sie dort? Ich schlich mich noch ein paar Stufen nach unten.
Mir war, als ob beide um das Bett rannten, nein tobten!
„Engelbert!”, gab meine Mutter von sich. Sie gackerte wie die Mädchen in unserer Klasse: „Doch jetzt nicht!”
Total laffig!
Erst meckern, streiten, grölen und dann bumsen.
Ich wurde neugieriger.
Daher schlich ich ganz nach unten, obwohl ich Mamas Horchen vor meinem Zimmer oder sonst wo hasste und immer lautstark verurteilte. Wie ähnlich wir doch waren !
Ich presste mein Ohr an das dünne Holz der Schlafzimmertür. Jetzt wurde geflüstert.
„Engelbert, doch nicht zwischen den Busen. Die sind doch nicht mehr stramm genug!”
„Aber ich mag es so!”, säuselte mein Vater, der allerdings nicht so leise wie sie sprechen konnte! „Schnell … die Zähne auseinander!”, lachte er.
Das gibt ‘s doch nicht! Ich hörte gleichmäßige Bewegungen. Es folgte eine Weile nichts.
Plötzlich ein Stöhnen meiner Mutter: „Oh, aaaah, ja, hm ... ja ... jaaaa... hm”, dann war Ruhe.
Ich sprang die Treppen hinauf! Bloß nichts anmerken lassen.
Noch nicht im ersten Stock angekommen, öffnete mein Vater die Schlafzimmertür. Wahrscheinlich wollte er ins Bad. Als er mich sah, stutzte er, wurde schamrot und grunzte: „Bist du noch immer hier?”
„Wie du siehst!” Ihm musste bewusst geworden sein, dass ich alles angehört hatte.
Übrigens das erste Mal, dass ich mitbekam, wie er sie verlötete.
Während er die Dusche aufsuchte, eilte ich in mein Zimmer zurück, zog mich an und dackelte nach unten in die Küche. Meine Mutter, das wusste ich, wird mir heute kein Frühstück machen, denn ihr wird das Ganze äußerst unangenehm sein. Davon war ich überzeugt.
Ich schüttete mir Kaba in einen Becher und hielt ihn unter den Wasserhahn. Heißes Wasser drauf und umrühren! Das war ’s.
Bloß hier nicht noch länger bleiben. Aber eins war mir klar. Mein Daddy wird mich jetzt nicht herumscheuchen, weil ich ihn ertappt habe, und das verkraftet er nicht so schnell. Sein Sohn hatte ihn beim Ficken erwischt. Er war sehr prüde. Ich das Gegenteil. Nur bei den Ellies nicht!


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Spannung und Erotik pur 15. Januar 2008
Von tsm123
Der Autor versteht es gut zu erzählen. Malte, ein Teenager, entdeckt seine Sexualität und lebt sie nach und nach aus. Gleichzeitig wird er in einen Mordfall verstrickt. Eine Polizistin und ihr Partner sind mit der Lösung des Falles beauftragt. Fast minutiös schildert der Autor die Aufklärung des Verbreches und lässt gleichzeitig Malte und dessen Skater-Gang in ihr Leben schlittern. Wer diesen Roman liest, wird ihn nicht aus der Hand legen können, bis die letzte Zeile verschlungen ist. Danke Kai Steiner
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Coming-out und Krimi 12. Februar 2008
Von M. Teut
Faszinierend, wie unterschiedliche Welten zusammen laufen und intime Einblicke ihren Platz in einer spannenden Geschichte finden, die von Anfang an den Leser in ihren Bann zieht. Es lohnt sich Malte und Benjamin dieses Stück ihres Lebens zu begleiten.
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Das Buch Eingelocht ist ein echter Krimi. Die Plattform, auf dem er spielt, sind Golfspiel und Skatergang.Gegensätze, wie sie nicht besser aufeinander treffen können. Hier die immer noch elitäre Sportart Golf, das Grün, Symbol für Lebensfreude, dort das Skaten Jugendlicher auf Straßen, Parkplätzen und Treppen, das Grau, scheinbare Tristesse, aber nur für diejenigen, die eine Stadt nicht auf dem Skateboard erleben können. Malte ist der Hauptakteur.Mit ihm werden Golf und Skaten miteinander verknüpft, denn er ist Caddie beim Golfen und fast ein super Skater. Der Mord passiert auf dem Golfplatz, bedeutungslos und eigentlich nebensächlich. Nicht für Kate Kanter, Kommissarin und für ihren Assistenten, für den sich am Ende die große Liebe herauskristallisiert. Aber noch ist es nicht soweit. Der Täter muss gefunden werden, ein gescheiter, ja gerissener Mörder, der glaubt, so geschickt vorgegangen zu sein, dass man ihn nicht entdecken kann. Irrtum, er wird es nach vielen polizeilichen Recherchen und Verhören, manche von ihnen erscheinen sinnlos. Nicht alles, was die Polizei in Gang setzt, wirkt gekonnt. Dennoch: eine geniale Idee der Kommissarin findet ihr Opfer.

Der Krimi ist gleichzeitig ein psychologisches Meisterstück. Es erscheint kaum glaubhaft, dass es vergleichbare Handlungsweisen gibt. Aber Hass ist eine Triebkraft, die erst gestillt ist, wenn man die Ursache gelöscht hat, wie hier.

Malte wird seinen Weg gehen, obwohl er durch den Mord geschockt ist und erst durch eine beginnende Freundschaft seine Standhaftigkeit wieder findet.Die Kommissarin und ihr Assistent können sich glücklich schätzen, den Mord gelöst zu haben. Die Skatergang, die Malte in allem begleitet, macht den Jugendlichen Mut. Sie ist eine Gruppe, die Erwachsenen Angst einflößt, es sei denn, dass man mit ihr spricht, und Jugendlichen Sicherheit bietet.

Die Sprache ist gehoben. Da alle polizeilichen Ermittlungen von Fachleuten begleitet werden (siehe S. 4), ist der Fall absolut dicht.
Sehr empfehlenswert zu lesen, zumal auch Golfspiel und Skaten nicht nur beschrieben, sondern auch analysiert werden in dem, was sie vermitteln: Freiheit und Unabhängigkeit bei gleichzeitig höchster Konzentration.
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