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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
BESSER ALS NACH DEN BISHERIGEN REZENSIONEN ZU ERWARTEN WAR, 21. Dezember 2006
Endlich wieder eine HENRY-WILT-GESCHICHTE; nicht so gut wie der unerreichbare PUPPENMORD, aber besser, als nach den bisherigen Rezensionen zu erwarten war. DIE STORY: ... spielt eigentlich keine große Rolle, weil es - wie bei allen skuril-grotesk-komischen Geschichten - auf die einzelnen Ideen und Gags ankommt und wie es fabuliert wird. Dennoch eine knappe Zusammenfassung: Familie WILT erhält von Tante JOAN und Onkel WALLY eine Einladung, die Ferien bei ihnen in den USA zu verbringen. EVA WILT will den VIERLINGEN das auf keinen Fall vorenthalten, zumal Onkel WALLY alles bezahlt. Von nicht weniger Bedeutung ist zudem, dass Onkel WALLY ein reicher Industrieller ist und es keine Nachkommen gibt, sodaß Onkel WALLY bewegt werden könnte, die VIERLINGE mit dem künftigen Erbe zu bedenken. Allerdings ist EVA hierbei ihr Gatte, der gute alte HENRY, ein Dorn im Auge. Onkel WALLY und HENRY mögen sich - gelinde gesagt - nicht gerne. Auch HENRY ist auf eine Reise in die USA mit EVA und VIERLINGEN (und dazu noch zu Onkel WALLY) nicht gerade erpicht. Vielmehr würde er lieber das aus der Literatur bekannte historische England erwandern. HENRY ersinnt sich deshalb - ohne zu ahnen, dass dies auch EVA's Ansinnen entspricht - ein Alibi, dass es ihm erlaubt, zu Hause zu bleiben. So reist EVA mit den (berüchtigten) VIERLINGEN in die USA und HENRY begibt sich ohne jegliche Hilfsmittel auf Schusters Rappen durchs Land. Die WILT's wären nicht die WILT's, wenn dies nicht alles eine Katastrophe nach der anderen nach sich zöge. So gelingt es den VIERLINGEN, WALLY's Imperium in kürzester Zeit zum Einsturz zu bringen, was bei Onkel WALLY gleich zu zwei Herzinfarkten führt. Nebenbei sitzt die amerikanische Drogenfahndung WALLY und den WILT's im Nacken. Und HENRY - währenddessen auch nicht untätig - gerät in "Good Old England" in einen Rachekomplott mit Brandstiftung und Todesfall, was dazu führt, dass HENRY mit Amnesie (das ist keine Krankenschwester!) im Krankenhaus erwacht und - der unvermeidbare - INSPEKTOR FLINT auf den Plan gerufen wird ... FAZIT: Natürlich ist DER EINFALTSPINSEL (wie kann man nur auf so einen deutschen Titel kommen ? Original: "Wilt in Nowhere") nicht mit dem genialen PUPPENMORD zu vergleichen. Dennoch ist auch dieser HENRY-WILT-ROMAN amüsant und humorvoll; und zwar amüsanter und humorvoller als solch mancher Roman, den man in seinem Buchladen unter der Rubrik "Heiter" etc. finden kann. Ich halte ihn auf jeden Fall für besser als beispielsweise den dritten Barney-Thomson-Roman "INTERVIEW MIT EINEM BARBIER" oder gar dem fünften Barney-Thomson-Roman "DER HERR DER KLINGE" von Douglas Lindsay, bei denen man z.B. gut sehen kann, dass eine schnelle Romanfolge eher kontraproduktiv sein kann. DER EINFALTSPINSEL ist auf jeden Fall ein schönes Wiedersehen mit HENRY WILT und mindestens für jeden Fan eine Empfehlung für die Sammlung. Angesichts des inzwischen fortgeschrittenen Alters TOM SHARP's ist es auf jeden Fall schön, noch einmal eine Geschichte um die chaotische Familie WILT genießen zu können; viele Nachfolger wird es vermutlich nicht mehr geben, deshalb "gebührliche Andacht" und natürlich viel Spaß beim Nachlesen!
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23 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Schlechter Wein in alten Schläuchen, 1. Februar 2005
Rezension bezieht sich auf: Der Einfaltspinsel (Gebundene Ausgabe)
Henry Wilt, der Antiheld aus den furiosen - und über zwanzig Jahre alten - Büchern "Puppenmord" und "Trabbel für Henry" (sowie dem schon etwas müden Nachklapp "Henry dreht auf"), steht zum vierten Mal im Mittelpunkt des Geschehens, das sich dieses Mal um Drogengeschäfte, Pädophilie, Brandstiftung, Mord und Totschlag dreht. Eva will Verwandte in den USA besuchen, aber Henry hat keine Lust auf den depperten, reichen Redneck-Onkel und dessen dusselige Frau. Er findet eine Ausrede, um seine monströse Ehefrau und die inzwischen vierzehnjährigen Vierlinge alleine auf die Reise zu schicken. Parallel macht sich Henry auf die Suche nach dem "alten England" - als Rucksacktourist auf dem Weg ins Nichts, irgendwo ins britische Hinterland (weshalb das Buch im Original "Wilt in Nowhere" heißt - keine Ahnung, was sich Goldmann bei dem ausgesprochen dumpfen und unzutreffenden deutschen Titel dachte). Doch Eva gerät ins Fadenkreuz der Drogenfahnder, während die Vierlinge Onkel Wally zur Weißglut treiben, und Henry wird in eine obskure Brandstiftungssache verstrickt, an der noch ein Unterhausabgeordneter, dessen Frau und ein widerlicher Adliger verwickelt sind. Und natürlich steht früher oder später der unvermeidliche Inspektor Flint auf der Matte. Daß das Prinzip, das sich Sharpe dereinst für die Wilt-Romane und eine Anzahl mal mehr, mal weniger spaßiger weiterer Bücher wie "Klex in der Landschaft", "Feine Familie", "Alles Quatsch" usw. usf. ausgedacht hat, längst nicht mehr funktioniert, hat der Meister vermutlich selbst gemerkt. Andere - wie etwa Douglas Lindsey mit seinem Serienmörder-Barbier Barney Thomson - können das längst besser, oder wenigstens origineller, denn die Ereignisse, die Henry Wilt und seine Familie sowie eine viel zu große Zahl weiterer Darsteller ereilen, sind einfach blöd, unlustig, verkrampft, überzogen und nur vordergründig originell. Umso schlimmer, da diesem überflüssigen, zu teuren und letztlich sehr kurzen (weil großzügig gesetztem) Buch jeglicher Wortwitz fehlt. "Der Einfaltspinsel" hat das gewisse Garnichts. Sämtliche Andeutungen bleiben oberflächlich, die unsubtile, vermeintlich liebevolle Kritik an allem Britschen kennt der Leser zur Genüge, und die Handlung ist insgesamt so dämlich, daß man glauben könnte, die Vorgänger wären von einem anderen Autor verfaßt worden
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Sharpe wird müde, 17. Mai 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Einfaltspinsel (Gebundene Ausgabe)
Aus "Wilt In Nowhere" wurde im Deutschen "Der Einfaltspinsel". Man fragt sich, welchem Einfaltspinsel bei Goldmann dieser dumme deutsche Titel wohl eingefallen ist. Davon abgesehen wirkt der Roman, als habe ein Ghostwriter ihn nach einem Exposé von Sharpe geschrieben. Die Handlung schleppt sich diesmal mühsam dahin, obwohl alle bekannten Figuren wieder auftauchen. Zu krampfhaft bemüht sich Sharpe, die Handlung ins Chaotische zu führen. Dabei böte das Szenario für ihn ausreichend Gelegenheiten, seinen beißenden Spott auszubreiten: die Doppelmoral des konservativen Amerika, die amerikanischen Geheimdienstler, die hinter allem das Böse vermuten und der Kampf Wilts mit dem maroden englischen Gesundheitssystem. Doch das alles hat diesmal keinen Biss und ist nur ein schaler Aufguss des gewohnten Wortwitzes. Sharpe wird müde.
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