Der Titel heisst ja: "Einfach nur dagegen". Der Autor meint es so, dass Bürgerproteste und Volksbegehren zwar durchaus sinnvoll sein können, dass es aber nicht ausreicht, einfach nur gegen neue Infrastruktur, Bahnhöfe, Windräder und vieles andere zu sein. Weil man damit die Probleme der Zukunft der Nachwelt überlässt.
Im Buch werden viele Beispiele genannt, wie sich Bürgerinitiativen Zukunftsprojekten entgegen stellen. Mal geht es um die Angst vor einer Technik, die nicht ausgereift oder schlicht überflüssig erscheint (Transrapid), mal um Veränderungen des vertrauten Ortsbildes (Hochhäuser, Stromtrassen), mal um die Angst vor sozialer Verwerfung oder gar Überfremdung (Sozialwohnungen), mal um die Angst vor Lärmbelästigung (Flughäfen, Bahnhöfe). All diesen Beispielen ist gemeinsam, dass unter dem Deckmatel gesellsch. Engagements jegliche gemeinschaftlich begründeten Eingriffe und Veränderungen des direkten Umfeldes und der eigenen Lebenswelt kategorisch abgelehnt werden.
Der Autor stellt daher die Frage, ob damit nicht die Zukunft der Gesellschaft insgesamt in Gefahr gerät. Seit Mitte der 90iger jahre hat sich die Zahl der kommunalen Begehren und Entscheiden verdreifacht. Diese Stärkung der direkten Demokratie ist natürlich erstmal zu begrüßen. Aber sie birgt gleichzeitig auch die Gefahr, dass sie vor allem jenen dient, die sich lautstark engagieren und die sich zur Mehrheit erklären - auch wenn sie damit vielleicht die Interessen einer viel grösseren schweigenden Mehrheit übergehen.
Fazit: Das Buch beschreibt, dass es mehr braucht als Protest und Bedenken. Um die Zukunft zu gestalten, braucht es auch die Bereitschaft zur Veränderungen und Mut, die Zukunft zu gestalten, statt sich ihr zu verweigern.