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Einfach intelligent produzieren
 
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Einfach intelligent produzieren [Taschenbuch]

Michael Braungart , William McDonough
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 240 Seiten
  • Verlag: Bvt Berliner Taschenbuch Verlag; Auflage: 1 (2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442761832
  • ISBN-13: 978-3442761838
  • Größe und/oder Gewicht: 18,2 x 11,8 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 303.713 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Autos aus Autos? Schuhe als Düngemittel für unsere Balkonblumen? Zukünftig gibt es nur noch zwei Arten von Produkten: Verbrauchsgüter, die vollständig biologisch abgebaut werden können, und Gebrauchsgüter, die sich endlos recyclen lassen. Die Devise lautet: Nicht weniger müssen wir produzieren, sondern verschwenderisch und in technischen und biologischen Kreisläufen. Eine ökologisch-industrielle Revolution steht uns bevor, mit der Natur als Vorbild. Und was die beiden Fachleute in anschaulicher Weise darbieten, ist keineswegs nur graue Theorie, sondern das Ergebnis eigener praktischer Erfahrungen: Michael Braungart und William McDonough erproben seit Jahren mit Firmen wie Ford, Nike, Unilever und BP erfolgreich die Realisierbarkeit ihrer Ideen.

Über den Autor

Prof. Dr. Michael Braungart, geboren 1958, gründete 1987 die EPEA Internationale Umweltforschung GmbH in Hamburg und ist Mitbegründer (mit William McDonough) von McDonough Braungart Design Chemistry (MBDC) in Charlottesville, Virginia, USA. Beide Unternehmen entwickeln und vermarkten intelligentes, ästhetisches und öko-effektives Design. Seit 1994 lehrt Braungart als Professor für Verfahrenstechnik an der Universität Lüneburg, dort leitet er ein interdisziplinäres Masterprogramm für Stoffstrom-Management und ist seit 2002 Gastprofessor an der Darden School of Business.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
56 von 59 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Als Student der Verfahrenstechnik kaufte ich dieses Buch mit der Absicht, mehr über den vielversprechend klingenden "Cradle to Cradle"-Ansatz der Autoren zu erfahren. Da die Autoren ihren neuen Designgedanken auch in der Praxis umsetzen, hoffte ich zudem, in dem Buch interessante Praxisbeispiele für die Implementierung einer umweltfreundlichen Designpraxis zu finden.

Diese Hoffnung wurde allerdings schnell enttäuscht. Das Buch beschreibt im wesentlichen, was an den aktuellen Produktionsmethoden und dem Gedanken von Öko-Effizienz fehlerhaft ist und verbessert werden müsste. Dann wird dazu übergegangen, den Gedanken von "Öko-Effektivität" zu erläutern. Die Beispiele für umgesetzte Öko-Effektivität sind allerdings recht spärlich und oberflächlich, dafür ist das Buch voller Aussagen in die Richtung "wäre es nicht schön, wenn wir unser Verpackungsmaterial einfach in die Natur werfen könnten, weil es dort problemlos verrottet und dabei gleichzeitig Samen und Nährstoffe enthält, welche der Natur zugute kommen".

Natürlich wäre das schön, aber diese Vorstellung allein hilft mir vorerst nicht weiter. Da auf dem Klappentext auch extra auf die Praxiserprobtheit der Autoren hingewiesen wird, hätte ich mir wirklich mehr Praxisbezug im Buch gewünscht. Teilweise hatte ich auch das Gefühl, daß sich einige Beispiele und Erläuterungen im Buch mehrfach wiederholen, als hätte man versucht, einen umfassenden präzisen Artikel/Magazinbeitrag irgendwie zu Buchform "aufzublasen". Dadurch ist mir das Buch besonders am Ende etwas zu langatmig geworden.

Die Gedanken und Anregungen des Buches sind insgesamt aber nachdenkenswert und interessant, daher trotz meiner Enttäuschung über die Umsetzung des Buches drei Sterne.

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29 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Die Natur als Vorbild 13. August 2004
Unter den wirtschaftlichen Leitbildern gibt es eines, das sich sowohl bei Unternehmern wie auch bei Umweltschützern großer Beliebtheit erfreut: das der Effizienz. Zwei Autoren sind nun angetreten, die Effizienz, genauer die Öko-Effizienz, als eine Strategie zu entlarven, die die Umweltzerstörung nicht aufhalte, sondern verstärke. Es könne nicht das Ziel sein, etwas weniger zu zerstören. Echter Umweltschutz müsse die Natur unterstützen. Und das sei möglich - wenn die Industrie andere Produkte herstellte.
Der Deutsche Michael Braungart und der Amerikaner William McDonough, die sich seit Jahren mit der Produktoptimierung beschäftigen, wollen eine ökologisch-industrielle Revolution anstoßen. Und sie werden dabei regelrecht euphorisch. Sie predigen nicht Verzicht und sie machen den Menschen keine Vorwürfe, wenn sie verschwenderisch leben. Ihr Ziel ist es, die Designer und Produzenten von Waren zum Umdenken zu bewegen. Die Natur ist ihnen dabei Vorbild: Sie verschwende Rohstoffe und Energie - aber alles gehe in Kreisläufe, nutze anderen Lebewesen und schaffe Vielfalt. Der von Braungart schon vor einigen Jahren entwickelte Begriff dazu lautet „Öko-Effektivität". Sein Bild eines üppig blühenden Kirschbaumes, der Unmengen an Blüten produziert, obwohl diese gar nicht benötigt werden, ist dabei etwas schief: Dies ist nur eine von vielen Fortpflanzungsstrategien der Natur. Auch der Vorschlag, der Mensch sollte seinen ökologischen Fußabdruck vergrößern und zu einem Biotop machen, schießt über das Ziel hinaus. Doch dies sind nur unbedeutende Stilblüten. Durch den erdzählerischen Stil wird dieses wichtige Buch für eine breite Leserschaft attraktiv.
Die beiden Professoren brechen mit noch weitere Dogmen des klassischen Umweltschutzes: Für Recycling haben sie nichts übrig, denn im Augenblick würden Dinge, die gar nicht dafür vorgesehen seien, recycelt. Das führe zu besonders schädlichen Produkten, da das Material mit Schadstoffen von Nebenprodukten verunreinigt werde. Und die Qualität der nächsten Nutzung sei viel geringer. Braungart und McDonough schlagen daher vor, in zwei getrennten Kreisläufen zu produzieren: in biologischen und technischen. Es sollte nur noch zwei Arten von Produkten geben, nämlich Verbrauchsgüter, die wir bedenkenlos wegwerfen können, da sie biologisch abbaubar sind, und Gebrauchsgüter, die sich ohne Qualitätsverlust endlos wiederverwerten lassen.
Als Beispiele führen Sie Möbelbezugsstoffe oder Schuhe an, die kompostierbar sind. Oder Autos, die nur Wasser emittieren, und nach einer definierten Nutzungszeit an den Produzenten zurück gehen, wo alle Komponenten erneut verwendet werden - bei gleicher Qualität. Der Kunde kauft nur noch die Dienstleistung, etwa 100.000 Kilometer Autofahren, inklusive Versicherung, Treibstoff und Wartung.
In Asien ist das Buch bereits ein Renner, auch in den USA verkauft es sich gut. In Deutschland sind die Verkaufszahlen eher bescheiden. Hier hat man vielleicht noch etwas Angst vor grundlegenden Innovationen. Dabei liegen die Vorteile für die Unternehmen und die Volkswirtschaft auf der Hand: weniger Ressourcenverbrauch, Abfälle und Schadstoffe, geringere Materialkosten und größere Marktchancen durch innovative Produkte. Deutschland hätte wegen seines guten Produktdesigns besondere Chancen, erzählte Braungart in einem Interview mit der politischen ökologie: „Wir haben in Deutschland gute Designschulen, aber sie machen alle nur Müll-Design. Daher gäbe es eine Riesen-Chance gerade für mittelständische Betriebe, die Umwelt- und Gesundheitsaspekte von vorne herein in die Produktentwicklung zu integrieren". Seit einigen Jahren erproben die Autoren ihre Ideen mit internationalen Firmen. Dabei haben sie unter anderem folgende fünf Leitprinzipien entwickelt: 1. Machen Sie ihre Absicht deutlich! 2. Geben Sie etwas zurück! 3. Seien Sie bereit, bei der Innovation weiter zu gehen! 4. Verstehen Sie die Lernkurve und bereiten Sie sich darauf vor! 5. Schieben Sie die Verantwortung nicht auf nachfolgende Generationen ab!
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15 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Vergessen Sie einmal alles, was Sie über Umweltverschmutzung, Recycling, Global Warming oder Nachhaltigkeit gelesen haben. Vergessen Sie auch einmal für einen Moment das Schuldgefühl, wenn die Plastiktonne mal wieder bis zum Rand gefüllt oder wenn Sie, mangels eines Mülleimers oder einfach aus Gedankenlosigkeit den Eiskrembecher in die Landschaft 'entsorgt' haben. Und stellen Sie sich stattdessen einmal die folgende Frage: Ist es ein Fehler, uns Menschen die Krone der Schöpfung zu nennen? Sind wir als einzige Spezies letztendlich dazu bestimmt, im besten Fall weniger Schädliches für uns und unsere Mitbewohner auf diesem Planeten zu tun? Kann es für uns tatsächlich nur darum gehen, dessen Resourcen durch Nachhaltigkeit langsamer zu verschwenden? Deckt sich diese Philosophie, die bislang das Menschen- und Weltbild der Umweltbewegung geprägt hat, letztendlich aber nicht besonders inspirierend ist, mit unseren tiefsten Erfahrungen, unserem tiefsten Verständnis unserer selbst, unseren höchsten Zielen? Hinter dem unscheinbaren Titel 'Einfach intelligent produzieren' steckt eine echte Revolution. Michael Braungart und William McDonnough, ein deutscher Chemiker mit Greenpeace Erfahrung und ein amerikanischer Architekt, die wir schon in unserer letzten Ausgabe kurz vorstellten ('Design für Utopia'), haben sich das ganze Gedanken- und Produktionssystem, das hinter unserer heutigen Wirtschaft steckt, vorgenommen und hinterfragen es auf eine Weise, die von den althergebrachten Ideen der grünen Revolution nichts mehr übrig lässt. Obwohl man bei der Lektüre manchmal die Zähne zusammenbeißen muss, wenn wieder eine lieb gewonnene Idee über Umweltschutz in die Mülltonne wandert und das bedrohliche Bild, welches von unserer Gesundheit und der der Erde gezeichnet wird, deutlicher denn je umrissen wird, hat all dies letztendlich zur Folge, dass man sich fühlt, als könne man plötzlich freier atmen. Mit ihrer festen Überzeugung und unerschütterlichen Begeisterung für das Potenzial unserer Kreativität, die nicht nur idealistisch sind, sondern in ihrer eigenen Arbeit ganz konkreten Ausdruck finden, erreichen Braungart und McDonnough tatsächlich die Seele ' ohne ein einziges Mal die Worte Moral, Spiritualität oder Gott zu benutzen. Nach einem Überblick über die Geschichte der industriellen Revolution, der die Logik ihrer Anfänge in ihrem historischen Kontext verständlich macht, erklären Braungart und McDonnough, warum unsere bisherigen Anstrengungen, die Auswirkungen unserer Geschäftigkeit auf die Erde zu relativieren, zu keiner befriedigenden Lösung geführt haben oder führen können. Sie verschreiben der Menschheit eine zweite industrielle Revolution. Und dabei geht es ihnen nicht um ein Zurück zu Beschränkung, Verlangsamung oder Einfachheit. Im Gegenteil ' ' Nehmen wir die Ameisen ' sie sind, nach Biomasse gemessen, viermal so stark wie wir Menschen auf dem Planeten vertreten. Doch mit all ihrer kollektiv fein abgestimmten Produktivität tragen sie auf eine verblüffende Vielzahl von Weisen zum Kreislauf des Lebens und der Ernährung anderer Arten bei. Oder der Kirschbaum ' seine Übermenge an Blüten scheint verschwenderisch und uneffizient, doch seine Schönheit und sein Nutzen für die ihn umgebenden Lebenssysteme würde niemand bestreiten. Die Autoren argumentieren, dass es, wenn wir schlau genug sind, Sonden zum Mars und Teleskope immer tiefer ins Weltall zu schicken, keinen Grund dafür gibt, unsere einmalige Erfinderkraft und Ingenuität nicht nur zu unserem eigenen Wohl, sondern gleichzeitig dem des ganzen Lebenssystems einzusetzen. Wie wäre es zum Beispiel, wenn man Verpackungen mit Genuss in die Landschaft werfen könnte, weil sie in Sonne und Regen zerfallen und dabei die in ihnen eingeschlossenen Samen von heimischen Gräsern und Blumen freigeben? Je weiter man den Gedankengängen der beiden Autoren folgt, desto fraglicher erscheinen einem all die als selbstverständlich vorausgesetzten Maxime der bisherigen Umwelt-Philosophie: Plötzlich erscheinen sie fast wie eine Beleidigung des menschlichen Geistes und Potenzials. Dieses Buch bietet allem Zynismus, aller Resignation über unsere Rolle auf diesem Planeten die Stirn und stellt eine aufregendere, kreativere, positivere und menschlichere Alternative vor. An konkreten Beispielen, auch aus ihrer Arbeit mit Firmen unterschiedlichster Branchen auf allen Kontinenten, zeigen Braungart und McDonnough, dass es für uns technisch absolut möglich ist, anzufangen, die Erde in eine neue Ganzheitlichkeit zu führen, in der wir Menschen zum ersten Mal nicht nur nach ganzem Herzen konsumieren, sondern dabei gleichzeitig zur Lebensqualität aller Arten beitragen können. Sie nehmen uns jede Entschuldigung dafür, selbstgerecht oder selbstbemitleidend zu sein. Schuldig sollte sich keiner fühlen ' solange wir die Fakten nicht kannten, konnten wir nicht anders. Doch danach ' von jetzt an ' sind wir alle aufgefordert, unsere außergewöhnliche Erfinderkraft in den Dienst unseres Planeten und seiner Zukunft zu stellen. Indem Braungart und McDonnough so unerschrocken, leidenschaftlich und kompromisslos in die Tiefe ihres Faches gehen, erreichen sie damit so etwas wie eine Aussöhnung mit unserer eigenen Natur. Sie beschreiben den Anfang eines wirklich integralen Weges der Produktion, der es möglich macht, zum Mitgestalter der größten Produktion aller Zeiten zu werden ' dem Leben.
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