Der Autor wirft den klassischen Vertretern des Nachhaltigkeitsgedanken vor, die Probleme mit den Methoden lösen zu wollen die sie verursacht haben. Komischerweise sieht er die Lösungen immer nur bei den Industriegiganten und globalen Marktführern. Dabei haben diese die Probleme sicherlich wesentlich mit herbeigeführt. In den Vergleichen kommen immer nur schlechte Industrieprodukte gegen weniger schlechte Industrieprodukte vor. Wer Ökologie und nachhaltige Warenwirtschaft ausschließlich als Aufgabe der hoch industrialisierten Firmen sieht und auch nur deren Artikel kauft, für den ist der geforderte Standard zumindest keine Verschlechterung. Wer aber auch nur eine These etwas tiefer verfolgt bringt nur Blasen zum Platzen, der Autor hält glücklicherweise die Nächste schon bereit. Die wirklichen Alternativen wie reparierbare, unbehandelte Produkte aus inländischer Produktion werden nicht angesprochen. So sehen die bekannten Massenartikel mit lobenswerten Ansätzen aus wie die großen Retter unserer Zeit. Ob die geforderten Kreisläufe und Produktionsstandards wirklich so hoch sind oder einfach nur im Rahmen interner Optimierungsmaßnahmen sowieso vorgenommen werden steht in den Sternen. Und warum Leasing ökologischer als Kauf ist, mag verstehen wer will, ein Fenster nach Ablauf der von 20 Jahren zurückzugeben ist der größte Unsinn, den ich jemals im Bereich des ökologischen Bauens gehört habe. Die gesetzlichen Regelungen verlangen in weiten Teilen sowieso die Standards, die hier gefordert werden. Der Autor verschweigt dies, um die Kunden seines Greenwashinginstituts in besserem Licht dastehen zu lassen. Die Taktik ist perfide: In den Niederlanden wird das Cradle-To-Cradle-Prinzip durch Lobbyarbeit zum Standard öffentlicher Ausschreibungen, die Zertifizierungen werden praktischerweise direkt von den Lobbyisten vergeben. Die zertifizierten Firmen verdienen prächtig, da das Label noch sehr klein ist und die Konkurrenz praktisch nicht vorhanden. Das ist der einzige nachhaltige Kreislauf den ich entdecken konnte. Hinzu kommt ein immenser Kreis von Pseudo-Öko-Architekten die hochgedämmte Luftblasen auf Wiesen streuen, in den Niederlanden stehen sie schon bereit. Der Gewinner steht schon fest und es sind weder die gerne zitierten Ameisen noch die Kirschbäume. Wer in den 90ern zu Yes-We-Can-Motivationsveranstaltungen gegangen ist, sollte sich das Buch mal genauer anschauen, ansonsten nur für hartgesottene Marketingmenschen empfehlenswert, man kann viel lernen...