Haben Sie die Dokumentation im TV über Jochen Rindt gesehen, oder sich die DvD gekauft? Haben Sie die Bilder des driftenden Lotus Formel 1 Renners zur Musik von Deep Purple genossen?
Ja? Dann sind Sie auch in der Zielgruppe für diesen umfassenden Bildband.
Das Werk "Einfach eine geile Zeit" bietet ein umfassendes Kompendium zur Deutschen Rennsport-Meisterschaft und man fragt sich unwillkürlich, warum eigentlich erst jetzt? Über die gut 250 Seiten verteilen sich Text und Bilder gleichmäßig, der beschreibende Teil ist nicht zu unterschätzen. Es handelt sich nicht um einen reinen Bildband. Das Papier ist mattiert, für die Photos förderliches Hochglanzpapier hätte mit Sicherheit für einen höheren Preis gesorgt. So ist das Preis-Leistungsverhältnis hervorragend.
Alle menschlichen und maschinellen Helden der Zeit leben wieder auf, der junge Stuck, "GeLo", die dicken Ford Escorts, die Capris und Super-Capris und hat sich noch wer daran erinnert dass am Ende Gruppe C-Autos mit Gruppe 5 und Gruppe 6 Fahrzeugen gestartet sind?
Für Atmosphäre sorgen Ausschnitte aus der Rallye Racing und auch ich denke - "Ja, gestern noch gelesen" und korrigiere mich, "verdammt lange her!".
Deswegen lohnt der Blick zurück, der noch durch zusätzliche Sahnehäubchen, wie den Bericht des für Jägermeister-Sponsoring Managers/Journalisten ergänzt wird. Sind doch die orange lackierten Rennwagen Kult, auch und besonders im Modell und dabei hat Herr Mast nicht ein Rennen angeschaut, sondern war lieber im Fußballstadion......
Wenig Raum läßt der Band für Kritik. Klar, wer so nah dran war, wird in den Portraits der Fahrer 30 Jahre später nicht allzu kritisch formulieren. So sind es halt alles "Asse am Lenker" und auch ein vielleicht etwas differenzierter Charakter wie Klaus Ludwig wird wenig kritisch dargestellt. Die beiden Vorworte hätten ein wenig Lektorat verdient. Zweimal "Kraftlinien", Harmonie, Zufall oder doch "Cut and Paste"- Fehler?
Aber was wollen wir Leser denn?
Eigentlich nur uns zurücklehnen, erinnern, geniessen und sagen "So war's!". Dieses Gefühl erzeugt der Band hervorragend, auch durch einzelne Bilder, die mich sofort an die wunderbaren blauen Deckel der Carrerabahnen aus dieser (geilen!) Zeit erinnern.