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Einfach Midori - einfach gut!, 12. August 2005
Rezension bezieht sich auf: Einfach Midori (Gebundene Ausgabe)
Die Geigerin Midori schildert einen Auszug ihrer sehr faszinierenden Lebensgeschichte, die einem Mut macht, durch Krisen hindurch seinen eigenen Lebensweg zu finden und konsequent weiter zu verfolgen. Insbesondere ihre vielfältigen Fähigkeiten haben mich beeindruckt, die sie immer wieder zum Wohle der Allgemeinheit einsetzt. Das Klischee von eindimensional begabten Musikern straft sie damit Lügen. Dabei bedient sie sich immer einer charmanten und bescheidenen Schreibweise, die das Lesen zum Vergnügen werden lassen. Nicht nur Musikbegeisterte dürften von ihren Schilderungen ihres harten „Berufsalltags" und Begegnungen mit anderen bedeutenden Musikern profitieren, sondern auch Menschen, die ebenfalls eine Phase der Depression durchlebt haben. Sie zeigt, wenn auch recht kurz beschrieben, wie man (wieder) seinen Sinn des Lebens finden und umsetzen kann. Fazit: Sehr interessante und lohnenswerte Lektüre!
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Applaus, 13. Januar 2006
Rezension bezieht sich auf: Einfach Midori (Gebundene Ausgabe)
Als mir dieses Buch geschenkt wurde, habe ich mir eine einen Blick in die Virtuosenszene aus dem Blickwinkel einer Insiderin erwartet, mit viel Know-How und Fachkenntnissen und Meinung zu Komponisten und so ... Es sollte ganz anders kommen, denn ich hatte von all dem, was Midori Goto widerfahren war von vornherein keine Ahnung gehabt, ich hatte sie nur als Wunderkind in Erinnerung. Hier ist die Lebensgeschichte einer jungen Frau, seltsam distanziert und doch so emotianl hineinziehend geschrieben, dass sie den Leser mitreißt. Neue Blickwinkel tun sich auf. Werden den Zuhörern von klassischen Konzerten Drill, Entsagung und Opfer klar, die kleine und auch große Virtuosen laufend auf sich nehmen? Wieviel Opfer darf Kunst verlangen, wieviel Schmerz darf sie produzieren, wo ist die Grenze? Bewundernswert, wie Midori aus der tiefen Krise wieder hinausgefunden hat, bewundernswert vor allem ihre Kraft und ihr nüchterner Kampf mit dem eigenen Ich. Immer wenn du glaubst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her. Das Buch hilft, dieses Lichtlein nicht aus den Augen zu verlieren. Beim nächsten Konzert von Midori in Wien will ich dabei sein und applaudieren, nicht nur wegen des Geigenspiels, sondern diesmal vor allem wegen ihrer Tapferkeit...
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Die Hölle Perfektion, 28. April 2008
Rezension bezieht sich auf: Einfach Midori (Gebundene Ausgabe)
Midori Goto, eine der besten Geigerinnen unserer Zeit erzählt in diesem Buch die Geschichte ihres Lebens. Zunächst als Wunderkind, dann als zerbrechliche und zerbrechende junge Musikerin und schließlich als gereifte Frau, die sich bewusst für ihren Beruf als Musikerin entscheiden konnte, ohne sich bei ihrem extremen Arbeitspensum selbst zu vergessen. Was bedeutet es, gut zu sein? Diese Frage begleitet Midori von Kindesbeinen an. Bereits im Kleinkindalter lernt sie die Geige kennen, wird von der Mutter unermüdlich gefördert und gefordert. Midoris Kindheit und Jugend wird allein von der Violine bestimmt. Als Kind absolviert sie bereits Auftritte in den renommiertesten Häusern der Welt. Sie ist ein "Wunderkind", das eine schwierige Kindheit erlebt. Die Eltern trennen sich, da der Vater ein "normales Leben" führen möchte, aber regelmäßig trinkt. Die Mutter möchte ihre Tochter in den Musiker-Olymp bringen und schafft es auch. Das Mädchen muss darunter leiden. Ihr I.A. (innerer Aufpasser) macht ihr das Leben zusehends zur Hölle. Sie arbeitet unermüdlich an ihrem Geigenspiel, tourt rund um die Welt und vergisst darüber sich selbst. 1994 erfolgt der Zusammenbruch. Massive Essstörungen und Depressionen kosten sie fast das Leben. Sie nimmt sich eine Auszeit, muss aber feststellen, dass dies auch nicht alle Probleme löst. Nach mehreren Rückfällen und Aufenthalten in der Psychiatrie beschließt Midori, am College zu studieren. So ziemlich alles außer Musik. Sie landet bei der Psychologie und merkt, dass es ihr dank des Studiums besser geht. Ihre Tätigkeit als Musikerin nimmt sie wieder auf - allerdings geht sie nun anders an die Sache heran. Sie beginnt sich selbst und die Musik mit anderen Augen zu sehen, investiert viel Zeit und Energie in Projekte, die sich zum Ziel gesetzt haben, die Musik Kindern - und zwar allen Kindern - nahe zu bringen und letztendlich erlebt Midori, was es bedeutet, einen Weg zu gehen, der von vielen vielleicht als "unorthodox" erachtet wird, aber eben der ihre ist. Das Buch ist sehr gut geschrieben. Man bekommt hervorragend vor Augen geführt wie mühsam und leidvoll das Leben eines sogenannten Wunderkindes sein kann und welcher Druck, nicht nur von den Eltern, sondern vor allem auch von der Öffentlichkeit, dem Management etc. ausgeübt wird. Die Biografie ist vor allem aufgrund der Offenheit und Ehrlichkeit der Autorin so gelungen. Die Musik wird nicht verklärt. Midori weist explizit darauf hin, dass es nicht die Musik war, die ihr aus der Krise geholfen hat, sondern ihr Studium. Auch wenn das viele ein bisschen enttäuschen mag. Und trotzdem spricht eine große Liebe zur Musik aus ihr. Man lernt ihre Instrumente wie Menschen kennen. Ein hervorragendes Buch, das nicht nur den Freunden von Midoris Musik empfohlen sei.
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