Auf gut 100 Seiten die theoretischen Grundlagen der systemischen Therapie darzustellen ist nicht leicht; und dennoch schafft es der vielseitig ausgebildete Therapeut, Supervisor, Psychologe, Lehrtherapeut, Dozent und in der Verbandsarbeit engagierte Kurt Ludewig, ein breites Bild zu entwerfen. Er zeigt deutlich die Notwendigkeit einer theoretischen Fundierung, ohne diese als "Praxishaus" selbst zu präsentieren. Vielmehr stellt er in ansprechender Weise immer wieder Verknüpfungspunkte zwischen Praxis und Theorie her und ermöglicht so, abzukommen von einer rein der Wirkung verschriebenen Praxis, sondern vielmehr auch die theoretischen Hintergründe mit ins Spiel zu bringen. Sicher hätte man sich noch ein Glossar gewünscht, doch wer aufmerksam die Ausführungen erarbeitet, findet rasch zu den einzelnen Stichpunkten wieder. Angefangen von der Definition, über Denkvoraussetzungen und Menschenbild und der Geschichte systemischen Denkens und Therapierens, geht es im zweien Teil des Kompaktbandes verstärkt zur Praxis. Hier werden Dilemma ebenso thematisiert wie auch die Auftragsklärung, Interventionsmöglichkeiten, die besondere therapeutische Beziehung, sowie einige Techniken. Sehr ansprechend immer wieder eingefügt sind in dem ganzen Buch zwar kleinformatige, aber klare Abbildungen bzw. Graphiken, welche die Textbeiträge wesentlich unterstützen.
Gerade für die Ausbildungsinstitute und die Auszubildenden in systemischer Beratung, Therapie und Supervision dürften schließlich die Erläuterungen zur künftigen Entwicklung und Anerkennung systemischer Therapie sein. Das sechsseitige Literaturverzeichnis ermöglicht eine weitergehende Beschäftigung mit der systemischen Therapie und Theorie.
Notwendigerweise kann es sich hier nur um eine komprimierte Einführung handeln. Und doch wird man nach der Lektüre begeistert sein, wieviel intensiver man nun auch die systemische Therapie theoretisch untermauert vertreten kann.