... gibt vor eine Einführung in Hannah Arendts politische Philosophie für "Laien" zu sein. Nach meiner Lektüre dieses Werkes kann ich dem nur widersprechen. Es ist aus zwei wesentlichen Gründen nicht für "Laien" und auch nicht als Einführung in das Denken von Arendt geeignet:
1. Zu stark drängt sich der Autor mit seinen eignen Ein- und Ansichten in den Vordergrund und lässt an wichtigen Punkten zu wenig Arendt selbst für sich sprechen. Als "Ärgernis" kann man nur die Umdeutung des Politischen bei Arendt durch Wagenknecht bezeichnen. Die durch seine persönlichen Ansichten erweiterte Definition Arendts wird zum Ende des Buches plötzlich als die Definition, welche Arendt selbst verwendet habe. Dies ist meines Erachtens nach die Stelle des Buches, wo sich die "Umdeutung" und das "Nicht-Selbst-Sprechen-Lassen" Arendts durch den Autor am deutlichsten zeigt. Eine Einführung mag eigene An- und Einsichten enthalten aber als Darstellung des Denkens einer anderen Person darf es einfach nicht passieren, dass diese Person durch die eigenen An- und Einsichten an einer solch zentralen Stelle überdeckt wird.
2. Daraus ergibt sich auch der zweite wesentliche Kritikpunkt: Trotz einer relativ gut verständlichen Sprache, die einfach gehalten ist aber immer bemüht nicht ins Triviale abzugleiten, kann das Werk durch die eigene Interpretationsleistung des Autors nicht als Einleitung in die politische Philosophie und als Anleitung für "Laien" im Dschungel des "unendliche[n] Durcheinander[s] der Politik" (O-Ton Autor) empfohlen werden. Auch vermag es aus eben diesem Grund nicht zur politischen Philosophie zu ermuntern (Eigenanspruch des Autors). Zumal am Ende des Textes ein völlig anderes Fazit steht: "Ich hoffe gezeigt zu haben, daß sich aus Hannah Arendts Philosophie des Politischen konkrete Modelle ableiten lassen, die letzlich der empirischen Erforschung offen stehen." - Beide "Zwecke", der eine Einführung für Laien zu sein und der, einen konkreten, weiterführenden Beitrag zur Wissenschaft zu leisten, beissen sich, da sie völlig verschiedene Zielsetzungen verfolgen.
Im Gesamtfazit erscheint es so, als liege hier eine Studienabschlussarbeit vor, die nur zum Zweck der größeren Verbreitung als "Einführung in die politische Philosophie Hannah Arendts" für Laien bezeichnet wurde. Für Laien ist nicht wirklich ein unverdeckter Zugang zur politischen Philosophie Arendts möglich und als Anleitung im benannten Dschungel der Politik ist das Werk auch nicht unbedingt geeignet. Über die Smilies in den erläuternden Zeichnungen schweige ich lieber. Nur soviel: Dem Werk und dem Thema gehen dadurch die Ernsthaftigkeit verloren.