Dieses Buch begleitet mich - auf Empfehlung einiger
Dozenten und Literaturlisten hin - bereits seit einigen Semestern meines Theaterwissenschaftsstudiums. Allerdings greife ich persönlich nur mit sehr viel Unbehagen und Widerwillen auf dieses Werk zurück.
Viele meiner Mitstudierenden teilen diese Auffassung mit mir.
Balme schafft es zwar, alle einführungsrelevanten Themen der Theaterwissenschaft anzuschneiden und sie sinnvoll aufzugliedern, die eigentliche Umsetzung seines Werkes kann man allerdings als eher enttäuschend zusammenfassen.
Das ganze Buch durchzieht ein zäher und unnötig komplizierter Schreibstil. Manche Passagen muss man bis zu fünfmal intensivst und hochkonzentriert durchlesen, um den genauen Sinn und die Intention dahinter herauszufiltern - und selbst dann wirken viele Abschnitte noch immer unverständlich. Das Arbeiten mit diesem Buch kostet vorallem Einsteigern teilweise viel Geduld und Zeit. Hauptproblem Balmes ist die Bombadierung seiner Leser mit Fremdwörtern und viel zu spezifischen Fachausdrücken (nicht nur aus dem Gebiet der Theaterwissenschaft; es empfiehlt sich ebenfalls bereits einige Semester der Philosophie, etc studiert zu haben). Oft fehlen konkrete und klare Definitionen zu einem angesprochenen Thema oder Begriff. Eine einfache Zusammenfassung ist deshalb genauso schwierig wie das klare Verständnis des jeweiligen Subjekts. Stattdessen verliert sich der Autor viel zu oft in - für eine Einführung eher unrelevante - Theorien diverser Theatertheoretiker oder Philosophen. Diese "Exkurse" tragen zur Erschwerung des Verständnisses bei und lenken oftmals vom eigentlichen Sachverhalt ab. Grundsätzlich ist es für Einsteiger der Materie ratsam, beim Arbeiten mit diesem Buch mindestens ein Fach- und ein Fremdwörterlexikon zur Hand zu haben, ggf. auch das Internet. Viele Texte sind einfach viel zu unverständlich und kompliziert geraten. Die unnötig hochgestochene und akademische Art des Schreibstils gibt Anlass zur Frage ob dieses Buch wirklich als (einführende) Wissenvermittlung oder zur Profilierung des Autors dienen soll.
Balmes Einführung stellt auf keinen Fall eine Alternative für Studienanfänger oder Einsteiger in die Theaterwissenschaft dar. Allenfalls hat das Werk einen Nährwert für höhere Semester, die sich bereits gewisse Grundkenntnisse über die Thematik verschaffen konnten. Erstsemester wirft man mit Balmes Buch eindeutig ins kalte Wasser. Es besteht kein Zweifel daran, dass der Autor ein Experte auf seinem Gebiet ist - nach diesem Buch zu urteilen hat er allerdings nicht das nötige Talent oder Feingefühl, um dieses Wissen einfach und verständlich an Einsteiger des Faches zu vermitteln.