Kurzbeschreibung
Die Mediologie, von Regis Debray begründet und in Frankreich bereits als interdisziplinäre, kulturwissenschaftliche Richtung etabliert, analysiert die Vermittlungen, mit denen Ideen in Kraft gesetzt werden und über die Jahrhunderte wirken. Die Mediologie unterscheidet sich also von einer allgemeinen Soziologie der Medien und von verwandten Disziplinen (Kommunikationstheorie, Semiotik usw.). Sie besteht in der historischen und systematischen Untersuchung der Interaktionen zwischen Technik und Kultur. Die Mediologie konzentriert sich auf die symbolischen Effekte der technischen Innovationen - inbesondere auch auf deren politischen Effekte - sowie auf das kulturelle Umfeld, in dem technologischer Wandel möglich ist. Ihr Objekt ist nicht die Kommunikation, sondern die Vermittlung als grundsätzliche Dimension jeder Kultur. In diesem Sinne kann sie sich ebenso gut mit dem Ursprung des Christentums wie mit den kulturellen Konsequenzen des Internets befassen, aber auch mit Schrift, Druck, Kun st, Literatur, Transportsystemen, Archivierungstechniken, politischen Organisationen, Institutionen usw. Debrays Einführung fasst nun die wichtigsten inhaltlichen Ergebnisse früherer Publikationen zur Mediologie in einer leicht zugänglichen Form zusammen. Die Originalpublikation erschien bei Presses Universitaires de France.
Über den Autor
Régis Debray, geboren 1940, studierte bei dem marxistischen Philosophen Althusser und begleitete in Chile und Bolivien Che Guevara und Fidel Castro. Anfang der siebziger Jahre kehrte er nach Frankreich zurück und schloss sich dem damaligen Oppositionsführer François Mitterand an, dessen persönlicher Berater er nach dessen Regierungsantritt wurde. Seit 1988 verfolgt er wissenschaftsphilosophische Projekte und wurde Begründer einer mediologischen Gesellschaft.