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Einführung in die Interpretation historischer Quellen - Schwerpunkt Antike, Band 1: Griechenland
 
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Einführung in die Interpretation historischer Quellen - Schwerpunkt Antike, Band 1: Griechenland [Taschenbuch]

Klaus Meister
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Taschenbuch --  
Taschenbuch, 1997 --  


Produktinformation

  • Taschenbuch: 333 Seiten
  • Verlag: Ferdinand Schöningh (1997)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3825219232
  • ISBN-13: 978-3825219239
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 12 x 1,5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 553.902 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Anhand von Texten des 5. Jahrhunderts, der klassischen Zeit Griechenlands, führt der Autor in den Umgang mit Quellen (in Übersetzungen) ein. Seine Auswahl berücksichtigt die politische und militärische Geschichte ebenso wie Wirtschafts-, Verfassungs-, Kultur- und Religionsgeschichte. Moderne Forschungskontroversen werden ebenfalls behandelt.

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Von M. Thomas TOP 1000 REZENSENT
Format:Taschenbuch
In der Uni Taschenbuchreihe (UTB) hat der Althistoriker Klaus Meister eine zweibändige Interpretation historischer Quellen veröffentlicht. Die 21 Quellen des zweiten Bandes geben Zeugnis über politische und gesellschaftliche Entwicklungen Roms über vier Jahrhunderte hinweg.

Da der Aufbau des zweiten Bandes dem ersten entspricht, wiederhole ich mein Lob gerne.

Der erste Punische Krieg 264 ' 241 v.Chr.

Mit dem Sieg im ersten Punischen Krieg übernahmen die Römer die Vorherrschaft im westlichen Mittelmeer und vertrieben die Karthager aus Sizilien. Meister zitiert den Historiker Polybios, der im Gefolge des Scipio Aemilianus die Zerstörung Karthagos erlebte. Dieser bemüht sich um eine sachliche und unparteiische Darstellung, neigt zuweilen jedoch zur römischen Position. Polybios berichtet vom "'hin und her"' der Beratungen des Senats. Die drohende Gefahr einerseits und die verlockende Beute andererseits gaben schließlich der Ausschlag für den Krieg, auch wenn sich der Senat über sein inkonsequentes Verhalten bewusst war.

Alpenüberquerung Hannibals 218 v.Chr. und Schlacht von Cannae 216 v.Chr.

Polybios ist auch eine wichtige Quelle, die den Alpenüberquerung Hannibals schildert. Er lehnt vehement die übertriebenen Illustrationen ab, die Hannibal als Abenteurer darstellen, der das Glück herausfordert. Stattdessen entwirft er das Bild des klugen Strategen und Planers, der das Überraschungsmoment für sich nutzt. In der Schlacht von Cannae bereitet er in Unterzahl mit einer, dem Gegner unbekannten Strategie der Umzingelung den römischen Legionen eine traumatische Niederlage. Meister bestreitet, dass Hannibal eine Vernichtung Roms plante oder gar ganz Italien vereinnahmen wollte. '"Dieser wollte keineswegs die Vernichtung, sondern nur die Schwächung Roms und suchte im westlichen Mittelmeergebiet eine Art Gleichgewichtszustand herzustellen."'

Zerstörung Karthagos 146 v.Chr.

Generationen von Geschichtsforschern grübelten über der Frage, warum Rom Karthago zerstörte. Die Handlung erscheint deshalb unverständlich, weil die Römer immer sehr stolz auf die Tapferkeit, den Mut und die Aufrichtigkeit ihrer Heere waren, wie uns der Historiker Diodor berichtet. Was konnte die Römer zu diesem grausamen, unrömischen Akt bewegen? Im Gegensatz zu den zeitgenössischen Geschichtsschreibern, welche die Furcht vor der alten Widersacherin als Hauptmotiv nennen, begründet die aktuelle Forschung den Wandel in der Außenpolitik, die mit der Zerstörung Korinths 168 v.Chr. begann, mit den zunehmenden Konflikten und Problemen, die das wachsende Imperium bedrohten. Es klingt ironisch, dass der Wächter der römischen Tugend, Cato Censoris, mit seiner lautstarken Forderung der Zerstörung Karthagos, nach dem einmütigen Urteil der römischen Annalisten, den Verfall der Sitten begünstigte.

Germanenkriege des Marius 101 v.Chr.

Gegen Ende des zweiten vorchristlichen Jahrhunderts zogen die Kimbern und Teutonen gen Süden und bereiteten den Römern an der nördlichen Grenze mehrere Niederlagen. In dieser Notlage rettete ein Mann Rom vor der Invasion der Barbaren: Gaius Marius. Er wurde nach seinen Siegen 102 v.Chr. bei Aquae Sextiae und 101 v.Chr bei Vercellae als dritter Stadtgründer gefeiert. Meister resümiert: '"Mit den Siegen des Marius war die Germanengefahr für Jahrhunderte beseitigt'". Andererseits beweisen die vier Konsulate in Folge, dass '"die Annuität, eines der traditionellen Prinzipien der republikanischen Verfassung, besonders bei schweren äußeren Bedrohung nicht mehr tragfähig war".'

Hintergründe des Attentats auf Caesar 44 v.Chr.

An den Iden des März 44 v.Chr. wurde Gaius Julius Caesar ermordet. Die ausführlichste Beschreibung liefert uns Suetons Kaiservita. Von den Kritikern wird Suetons Werk eher geringgeschätzt, da er über '"Klatsch, Anekdoten, Liebschaften und Menschliches-Allzumenschliches"' schreibt. Meister bescheinigt ihm aber ein "'historisches Urteilsvermögen ... denn es gelingt Sueton, den historischen Hintergrund für das Attentat auf Caesar in einer Geschlossenheit und Ganzheitlichkeit zu schildern, wie dies bei keinem anderen antiken Autor ... der Fall ist'". Meister bringt es auf die einfache Formel: '"Der Tyrann sollte beseitigt, die Republik sollte wiederhergestellt werden".' Augustus sollte aus dem Fehler Caesars lernen und nicht gegen, sondern mit der Republik kämpfen.

Begründung des Prinzipats durch Augstus

Viel ist diskutiert worden über den Status Roms nachdem Octavian die außerordentliche Macht dem Senat zurückgab, im Gegenzug aber vom Senat mit Ehrungen und Amtsgewalten überhäuft wurde. Er erhielt den Ehrentitel 'Augustus' (27 v.Chr.), die prokonsularische Gewalt über die kaiserlichen Provinzen (27 v.Chr.), die tribunizische Gewalt (23 v.Chr.), die konsularische Gewalt (19 v.Chr.) und das Amt des Pontifex Maximus (12 v.Chr.). Obwohl in der Republik alle Ämter der Magistratur besetzt wurden, kann man das Prädikat 'Republik' doch nur mit Einschränkungen gelten lassen. Augustus auctoritas garantierte ihm eine überragende Stellung bei der Ämtervergabe und durch seine Ämterfülle und die Kontinuität, mit der er Ämter belegte (für ihn galt die Annuität nicht) kam seine Stellung, der eines Monarchen gleich. Die nachfolgenden Herrscher profitierten von den Privilegien, aber sie standen ' wie Meister betont ' nicht über den Gesetzten.

Neros Vorgehen gegen die Christen 64 n.Chr.

In den Annalen berichtet Tacitus, dass nach dem Brand Roms 'das "schlimme Gerede, der Brand sei befohlen worden'" nicht verstummte und "'um daher das Gerücht zu beseitigen, unterschob Nero als Schuldige und belegte mit ausgesuchten Strafen Leute, die das gemeine Volk, wegen ihrer Schandtaten verhasst, Chrestiani (die Rechtschaffenen) nannte".' Weshalb aber war das in religiösen Angelegenheiten tolerante Volk der Römer so negativ gegen die orientalischen Erlöserreligionen (Juden, Christen) eingestellt? Klaus Meister sieht in der Absonderung der christlichen Sekte von den römischen Sitten und Gebräuchen, der Abstinenz am Staatsleben und den römischen Festen und nicht zuletzt den neuartigen Riten (Bestattung der Toten, geheime Zusammenkünfte und Sonntagsgebet) den Grund, weshalb der "'verderbliche Aberglaube"' dem gemeinen Volk suspekt erschien.

Plinius Vorgehen gegen die Christen 112/113 n.Chr.

50 Jahre nach der Christenverfolgung Neros sieht sich der propraetorische Legat der Provinz Bithynien und Pontus mit der Situation konfrontiert, wie er als Richter in Christenprozessen vorgehen soll. Die Wirtschaft nimmt Schaden, der Verkauf von Opferfleisch ist rückläufig. Er bittet den befreundeten Kaiser Trajan um Unterweisung. Trajan verbietet ebenso eine systematische Verfolgung der Christen, wie das Gerichtsverfahren aufgrund einer anonymen Anzeige. Bekennt sich der Angeklagte vor Gericht zum Christentum, gibt es kein Entrinnen vor dem Tod. Die Einstellung des Kaisers wird von Meister nicht als tolerant oder humanitär gedeutet, sondern als nützlich im Sinne der Staatsräson.

Resümee: Auch für den zweiten Band wählt Meister mit viel Geschick interessante Quellen aus und präsentiert eine Vielfalt an antiken Autoren. Seine Interpretationen treffen den Kern und regen gleichzeitig zu eigenen weiterführenden Gedanken an. Klasse!
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