Der Autor dieses Buches hat nach seinem Studium der Elektrotechnik rund zehn Jahre lang Erfahrungen in Instituten und der Industrie gesammelt und ist seit 1997 als Professor für Elektronik tätig. Sein Buch bietet einen guten Einstieg in die Thematik und kann Elektronik-Vorlesungen unterstützen und ergänzen. Der Text ist leicht verständlich, die Grafiken sind sorgfältig erstellt.
Göbel beginnt mit den Grundlagen der Halbleiterphysik und widmet sich dann ausführlich dem Aufbau und der Funktion ihrer wichtigsten Bauelemente: Diode, Bipolar- und Feldeffekttransistor. Im folgenden Kapitel Der Transistor als Verstärker" geht es vor allem um Grundlagen und die Arbeitspunkteinstellung. Das nächste Kapitel Transistorgrundschaltungen" enttäuscht leider etwas. Diesem gemäß Buchtitel als zentral anzusehenden Thema spendet der Autor nur rund 20 Seiten und lässt, obwohl die Begriffe Source-, Drain- und Gateschaltung in Zwischenüberschriften auftauchen, die Feldeffekttransistoren ganz außen vor. Zudem wird die Betrachtung immer dann etwas sehr akademisch, wenn vereinfachte" Schaltungen berechnet werden. Dabei werden die zur Arbeitspunkteinstellung erforderlichen Widerstände sowie der Arbeitswiderstand nicht berücksichtigt. Das führt dann z. B. bei einer Berechnung zu Ausgangswiderständen von 3,26 MOhm vereinfacht" und 1,99 kOhm ursprünglich", d. h. mit 2-kOhm-Arbeitswiderstand. Es folgt eine Darstellung der Operationsverstärker-Grundlagen, dann geht es fundiert um das Frequenzverhalten analoger Schaltungen. Nach der Besprechung grundlegender Begriffe wird gezeigt, wovon die Grenzfrequenz abhängt, wie man sie berechnen kann und welche Methoden gut zur Abschätzung taugen. Ähnlich qualifiziert breitet Göbel auf den folgenden 40 Seiten das Thema Rückkopplung" aus: Systematisch wird gezeigt, wie die Rückkopplung einen Transistorverstärker zum Spannungs-, Strom, Transimpedanz- oder Transadmittanzverstärker macht - oder zum Oszillator. Im folgenden Kapitel Logikschaltungen" geht es vor allem um MOS-Bausteine. Unvermutet schließt sich ein recht ausführliches Kapitel zur Herstellung integrierter Schaltungen in CMOS-Technik an - wertvoll, weil offenbar auf den praktischen Erfahrungen bei Infineon fußend, wenn auch nicht zum Buchtitel passend. Zu diesem findet der Autor im letzten und mit 40 Seiten gebührend bemessenen Kapitel Rechnergestützer Schaltungsentwurf" zurück, das man nur in dieser Auflage findet. Ganz nach dem Geschmack des Schaltungstechnikers dürfte darüber hinaus die beiligende CD sein, welche neben den PSpice-Dateien das Lernprogramm S.m.i.L.E und die Studentenversion des Schaltungssimulators OrCAD-PSpice 9.1 enthält.
Frank Sichla