Leider vom inhaltlichen Gehalt oft nicht besser als mancher Wikipedia Artikel zum gleichen Thema. Erschwert wird das Lesen zudem durch die zietierweise im Haravard-Stil und den spröden, stellenweise sehr hölzernen Wissenschaftsstil, der eher der Profilierng des Autors zu dienen scheint als der Erhellung des Sachgegenstands. Als größtes Versäumnis ist zudem der fehlende Exkurs in Bezug auf zeitgenössische Ausprägungen klassischer Lyrik(-elemente) und deren Stilformen zu bemängeln. Die zur Verdeutlichung der einzelnen lyrischen Phänomene verwendeten Beispiele erscheinen wiederholt unsystematisch, fast zufällig, und erhellen den Mangel eines eindeutig abgegrenzten Kanons, der nicht nur der kohärenten Gedankenführung des Buches gut getan hätte, sondern auch dem Erkenntnisgewinn des Lesers. So wird das Werk der eigenen Zielstellung eine Einführung zwar stellenweise gerecht, ein Mehr an zeitgenössischer Praxisorientierung und an Begeisterung für das Thema wären jedoch gerade für das stiefmütterlich behandelte Gebiet der Lyrik zwingend notwendig gewesen. Für alle Lehrenden und diejenigen, welche an einem handlungsorientierten Zugang zur Lyrik interessiert sind, empfiehlt sich folglich eher der Blick in Günther Waldmanns "Produktiver Umgang mit Lyrik".