Als Lehrbuch kann dieses Werk nur sehr bedingt betrachtet werden. Und das ist auch gut so! Denn eine Darstellung der Freizeitwissenschaft mit all ihren inhaltlichen, methodischen und forschungskontroversen Hauptbestandteilen würde den Rahmen jedes Buches sprengen.
Der Autor konzentriert sich vernünftigerweise auf die Diskussion der Freizeitsituation bestimmter Bevölkerungsgruppen (z.B. Frauen, Familien, Ältere). Der hierbei verwendete feuilletonistische Schreibstil vermag es, wissenschaftliche Kost für jedermann leicht bekömmlich anzubieten. Überaus erfrischend und einprägsam ist zudem, dass der Autor seine eigene Position häufig explizit und schonungslos deutlich macht - bspw. in seiner Anprangerung freizeitegoistischen Verhaltens.
Die Schlusskapitel verlieren etwas vom insgesamt hohen Spannungsgehalt des Buches. Außerdem könnten manche Abschnitte zusammengefasst oder komprimiert werden, um allzu häufige Wiederholungen zu vermeiden. Die visuelle Aufmachung ist zumindest diskussionswürdig, da der inflationäre Gebrauch grau unterlegter Textfelder und Kursivschriften deren Bedeutung unklar erscheinen lässt.
Als Einführung in die Freizeitthematik ist dieses Buch hervorragend für diejenigen Leser geeignet, die sich wissenschaftlich diesem Thema annähern wollen, ohne dabei durch Datenkolonnen überfordert zu werden.