Fashion Sale Öle & Betriebsstoffe für Ihr Auto Strandspielzeug calendarGirl Cloud Drive Photos Philips Multiroom Learn More sommer2016 designshop Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Lego NYNY

Kundenrezensionen

4,3 von 5 Sternen4
4,3 von 5 Sternen
5 Sterne
3
4 Sterne
0
3 Sterne
0
2 Sterne
1
1 Stern
0
Format: Broschiert|Ändern
Preis:24,90 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime

Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel

Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

VINE-PRODUKTTESTERam 11. Juni 2012
Aus der Zeit zwischen ca. 5300 und 3200 v. Chr. sind aus Fundstätten im Donauraum geritzte Zeichensequenzen auf Tongefäßen, Kleinskulpturen, Spinnwirteln (Schwunggewichten aus Ton oder Stein für Handspindeln) und Webgewichten bekannt. Handelt es sich dabei um ein archaisches Schriftsystem, wie Harald Haarmann behauptet? Wenn ja, wäre die "Donauschrift" oder alteuropäische Schrift" gut 2000 Jahre älter als die frühesten Schriftzeugnisse in Ägypten und Mesopotamien.

Im Allgemeinen wird der Schriftgebrauch als Merkmal der Abgrenzung von Hochkulturen von ihren prähistorischen Vorgängern gesehen, damit wäre Haarmanns These einer frühen (alt-)europäischen Hochkultur (mit) untermauert.

Der Buske-Verlag lässt Haarmanns 'Einführung' in einer Reihe mit Büchern wie der "Einführung in die Hieroglyphenschrift" erscheinen. Eine Einführung kann es aber nur geben, wenn die Schrift entziffert und ihre Zeichen bekannt sind. Nun ist aber bei der Donau-"Schrift" nicht einmal klar, ob es sich überhaupt um eine Schrift im eigentlichen Sinne handelt.

Sogar die Befürworter des Schriftcharakters sind sich nicht über das Zeicheninventar einig. Listet Haarmann 231 Zeichen, so sind es bei Shan M. M. Winn 242 [...]. Das wäre an sich kein signifikanter Unterschied. Aber auch die Zuordnung im einzelnen ist nicht identisch: ein 'Katzenkopf' bei Haarmann mit der prominenten Nummer OE 1 versehen, taucht bei Winn nicht auf. Zwei parallele Linien bei Winn (DS 82) Attribut einer Göttin (nach Marija Gimbutas), erscheinen bei Haarmann als abstraktes Zeichen (OE 145), usw.

Für eine reine Wortschrift (logographische Schrift) sind knapp 250 Zeichen zu wenig, für eine Silbenschrift zu viel; zudem entstammen die Zeichen dem gesamten Raum der von Haarmann so benannten "Donauzivilisation" und einem Zeitraum von mehreren Jahrhunderten; es wurden also nicht alle Zeichen überall und zur gleichen Zeit benutzt. Durch 'regionale Zeichenvarianten' bläst er den Bestand auf über 700 auf, aber wenn es Varianten sind, dann handelt es sich um Spielarten derselben Zeichen und nicht um verschiedene.

Zwar geht Haarmann nicht so weit wie Toby D. Griffen, emeritierter Professor für Fremdsprachen und Literatur an der Southern Illinois University Edwardsville, der in auf Spinnwirteln eingeritzten Zeichen den ältesten Satz in menschlicher Sprache ("oldest known sentence in human language") herausgelesen haben will [...]. Tatsächlich kann Haarmann kein einziges Zeichen deuten. Alles bleibt Spekulation, was auch Haarmann zumindest teilweise einräumt: "Welche Zahlenwerte sich ... mit den numerischen Basiszeichen assoziieren, bleibt rein spekulativ" (44); "Obwohl über den Inhalt der Inschriften keine präzisen Angaben gemacht werden können ..." (85); [s]owohl die Zeichendeutung als auch der Bezug zur Mythologie bleiben ... spekulativ" (97).

Interessant ist Haarmanns Verständnis von Logographie und Ideographie. Naturalistische Motive seien eher ideographisch, abstrakte Zeichen logographisch (24). Er sieht in der Logographie den übergreifenden Begriff. Der Fachmann staunt, der Laie wundert sich. Logogramme stehen für Wörter oder Morpheme, nicht für Begriffe und Ideen. Sie wurden immer für eine bestimmte Sprache entwickelt, konnten aber von anderen Sprachen übernommmen werden. "Ein Ideogramm wird zu einem Logogramm, wenn eine eindeutige Zuordnung von einem Bild zu einer lautlichen Einheit besteht. Werden Logogramme verwendet, ist ein in einer bestimmten Sprache verfasster Text nicht mehr für anderssprachige Leser verständlich. Wenn nun eine Schrift in diesem Stadium zur Verschriftlichung einer anderen Sprache herangezogen wird, werden nicht mehr universell gültige Bildzeichen übernommen, sondern Schriftzeichen mit festem Lautwert" - Casaretto, Antje, Alexandra Daues, Jose Luis Garcia Ramon, Ana Vegas Sansalvador, Vom Bildzeichen zum Buchstaben: Schriften im antiken Mittelmeerraum des 2. und 1. Jts. v. Chr., S. 22[...].

Äußert seltsam mutet seine Beschreibung der chinesischen Schrift an: "Schreiben mit chinesischen Charakteren [gemeint sind Zeichen; Anm. d. Rez.] bedeutet 'Ideen und Bedeutungsinhalte von Wörtern sichtbar zu machen'. Die Assoziation mit den Sprachlauten ist von sekundärer Bedeutung ..." (23) Dem ist keineswegs so. Die allermeisten chinesischen Zeichen (mehr als 90 %) werden aus der Verbindung eines Begriffsdeuters (Radikal) und einer phonetischen Komponente gebildet. Haarmann möchte damit suggerieren, dass auf der frühesten Stufe der Schriftentwicklung eine (im Prinzip sprachunabhängige) inhaltsbezogene Schreibweise im Gebrauch war.

Schauen wir uns seine Argumentation etwas genauer an. Er schreibt, die Zeichen auf den altchinesischen Orakelknochen könne man verstehen, ohne Chinesisch zu können, nur um kurz darauf einzuräumen, dass die Entzifferung der Orakeltexte erleichtert worden sei, da sich für 1400 der alten Schriftzeichen Parallelen im späteren Zeicheninventar ausmachen ließen. Die übrigen 600 Zeichen waren aber außer Gebrauch gekommen, sodass deren Sinn mühsam aus dem Kontext rekonstruiert werden muss. (25) Sind Logogramme also sprachunabhängig? Wohl eher nicht!

Haarmann schließt eine phonetische Komponente der "Donauschrift" völlig aus (28), und möchte damit auch unterstreichen, dass es sich um ein "archaisches Entwicklungsstadium der Schriftentwicklung" (25) handelt. Andere Verfechter der Schrifttheorie sehen dies wieder etwas anders; so bestehen nach Marco Merlini und Gheorghe Lazarovici die Zeichen der Donauschrift "wahrscheinlich aus einer Mischung von Logogrammen, Ideogrammen, Piktogrammen und nur einigen phonetischen Elementen" ("... probably of a mix of logograms, ideograms, pictograms and only some phonetic elements ...") - Marco Merlini, Gheorghe Lazarovici, Settling discovery circumstances, dating and utilization of the Tartaria tablets, p. 175 [...].

Haarmann betont nicht nur das hohe Alter des Schriftgebrauchs (der weit in die Vorgeschichte reiche), sondern behauptet auch eine Kontinuität bis in die historische Zeit. Sie habe bis in "die altägäischen Kulturen ausgestrahlt und dort die Entstehung neuer Schriftsysteme inspiriert" (115). Zwischen den letzten Ausläufern der Donauschrift (nach Haarmann im nördlichen Griechenland um 3200 v. Chr.) und den ersten kretischen Hieroglyphen bzw. Linear A (um 1900 v. Chr.) liegen aber etwa 1300 Jahres; selbst wenn man wie Haarmann (unzulässigerweise) das Alter von Linear A um 600 Jahre erhöht, wären es immer noch rund 700 Jahre - ein absurd hoher Zeitraum für einen 'Transfer der Schrifttechnologie'. Graphische Parallelen im Zeichenrepertoire beweisen nichts, denn es könnte sich (wie Haarmann in anderem Zusammenhang zu bedenken gibt) "um elementare Formen handel[n], mit denen in jedem beliebigen kulturellen Milieu begriffliche Assoziationen aufgebaut werden können". (69) Man hat auch schon Parallelen zwischen den Zeichen der Indusschrift und denen der Osterinsel (Rongorongo-Schrift) gezogen. Allerdings liegen zwischen dem Ende der Indus-Kultur (um etwa 1800 v. Chr.) und der Besiedlung der Osterinsel (frühestens 400 n. Chr.) mehr als 2000 (!) Jahre.

Solcherlei Einwände fechten Haarmann aber nicht an. Im Gegenteil, er stellt die Hypothese einer 'Kulturdrift' auf: über die Kette Donauschrift > Linear A > Linear B > altzyprische Schriften > Philisto-Minoisch > numidische Schrift > Tifinagh (die Schrift der Tuareg) hätten sich Spuren der altägäischen Schriftlichkeit bis heute erhalten (128). Das ist mehr als fantastisch!

Der von ihm behauptete Siegelgebrauch ist ebenfalls unbewiesen. Stempelartige Tonobjekte mit eingeritzten Zeichen, sog. Pintaderen wurden wahrscheinlich zur Verzierung von Textilien oder Leder oder zur Körperbemalung benutzt, "eine Verwendung als Siegel ist ... wenig wahrscheinlich, da entsprechende Abdrücke fehlen". (W. Schier, Vorschriftliche Zeichensysteme im Neolithikum Südosteuropas (6.-5. Jt. v. Chr.). In: Schrift, Sprache, Bild und Klang. Entwicklungsstufen der Schrift von der Antike bis in die Neuzeit. Katalog zur Sonderausstellung der Fakultät für Altertums- und Kulturwissenschaften der Universität Würzburg, Würzburg 2002), S. 29. Für die vereinzelten zylindrischen Objekte, für die eine Verwendung entsprechend den altorientalischen Rollsiegeln erwogen wurde "fehlen ... Nachweise entsprechender Abrollungen". (ibid.) Wolfram Schier kommt für die "Donauschrift" zum Fazit, die Zeichen dienten zur symbolhaften Fixierung von Inhalten uns unbekannter religiöser Vorstellungen, weniger in der Festlegung ökonomischer Transaktionen, wie dies für die Vorformen der Schrift in Mesopotamien gilt. Die Bedeutung dieser Symbole wird sich nach über 7000 Jahren wohl nicht mehr rekonstruieren lassen. "Daß sich in Südosteuropa aus diesen Vorformen keine echte Schrift entwickelte, dürfte vor allem mit kulturellen und sozialen Umwandlungsprozessen zusammenhängen, die ... zum Abbruch einer mehr als ein Jahrtausend kontinuierlichen Entwicklung führten. [...] Bevor diese Entwicklung die Schwelle zur Hochkultur überschritt, brach sie ab ..." (op. cit., S. 30).

Die von Haarmann lobend erwähnte Christa Dürscheid äußert sich sehr vorsichtig und betont, dass Haarmanns Thesen von vielen Schrifthistorikern nicht geteilt werden und nun einmal nicht communis opinio sind. (Christa Dürscheid: Einführung in die Schriftlinguistik. 3. überarbeitete und ergänzte Auflage. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2006, ISBN 3-525-26516-6, S. 105).

Nachlässigkeiten wie etwa "potshards" [recte potsherds (94)] sind wohl dem (Nicht-?)Lektorat zu verdanken.

Fazit: Haarmann arbeitet mit willkürlichen Datierungen, Andeutungen und Spekulationen. Mit seriöser Wissenschaft hat das wenig zu tun - eine Einführung ist das schon gar nicht.
0Kommentar|16 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
"In der Ära einer politisch zusammenwachsenden Europäischen Union und eines sich vertiefenden Europa-Bewusstseins ist es nur folgerichtig, wenn die kulturellen Errungenschaften Alt-Europas gebührend ausgeleuchtet werden...."
(Harald Haarmann)

Nachdem timediver® bereits in "Geschichte der Schrift" (2002), "Geschichte der Sintflut: Auf den Spuren der frühen Zivilisationen" (2005), "Die Indoeuropäer: Herkunft, Sprache, Kultur" (2010) und anderen Publikationen Haarmanns mit der alteuropäischen Donaukultur konfontiert wurde, sah er der Veröffentlichung der nunmehr erschienenen "Einführung in die Donauschrift" mit wachsender Spannung entgegen....

Immer noch weitverbreitet ist die Ansicht, dass sich jede Zivilisation des Altertums durch Monumentalarchitektur auszeichnet und dass eine solche Architektur Ausdruck einer spezialisierten Arbeitsteilung in einer sesshaften Agrargesellschaft ist. Mit den Funden im ostanatolischen Göbekli Tepe in den 1990er Jahren steht jedoch fest, dass die ersten monumentalen Tempelbauten von Jägern und Sammlern bereits im 10. Jahrtausend v. Chr., also lange vor den mesopotamischen Zikkuraten und ägyptischen Pyramiden, erbaut wurden. Das hartnäckige Vorurteil, wonach die Entstehung hochkultureller Institutionen staatliche Organisationsformen voraussetzt, wurde durch die Siedlungen der alten Indus-Zivilisation, die nicht staatlich, sondern in einer Wirtschafts-. Und Kulturgenmeinschaft organisiert war, widerlegt. Lange haben Schriftforscher die Motivation für die Einführung einer Schrift darin gesehen, dass sie für die Tempelverwaltung und das Steuerwesen benötigt wird. Auch dieses Postulat hat sich durch Funde von kurzen Inschriften auf altägyptischen Grabbeigaben, die keiner Verwaltungsbürokratie entsprungen sind, relativiert. An dieser Stelle setzt die Erforschung der Kultur des "Alten Europa" - für die sich mittlerweile der Terminus "Donauzivilisation" ( 5000 - 3500 v. Chr.) durchgesetzt hat - ein....

Nachdem im zweiten Kapitel anhand positiver und negativer Kriterien Schrift als Technologie und Kulturökologie definiert wurde, bietet Kapitel vier anschauliche Darstellungen des Schreibprinzips, Infrastruktur und Zeichentypologie der Donauschrift. Zahlreiche Abbildungen, Synopsen und Fotos von Artefakten machen den Leser mit den Puitaderas (neolithischen Tonstempeln), ornamentalen Motiven auf Figurinen objekter sakaraler Funktion, Zahlzeichen kalendarischer Funktion, Punktreihen auf Tonscheiben usw. vertraut. Schrift war und ist nicht überall sprachgebunden. In allen alten Kulturen folgen die Anfänge des Schriftgebrauchs dem logographischen Schreibprinzip. Die Zeichen der Schrift sind sprachunabhängig, sie werden direkt mit der Bedeutung von Wörtern assoziert und sind damit selbst die Ideenträger. Erst mit einem, über einen viele Jahrhunderte andauernden Prozess sollte sich eine systematische Koppelung von Schriftzeichen an Sprachlaute entwickeln, die für uns heutige Alfabetbenutzer zur Selbstverständlichkeit geworden ist.

Durch Migration wurde mit den Kulturgütern und Ideengut der alteuropäischen Agrargesellschaft auch die Schrifttechnologie vom Festland in den ägäischen Raum transferiert. Dieser "Kulturdrift" umfasst viele Muster und Einzelmerkmale. Angefangen bei religiös-weltanschaulichen Vorstellungen", dem Doppelaxtmotiv und dem Stierkult wird eine ganze Liste von Merkmalen aus dem weiten Beziehungsnetz alteuropäisch-altägäischer Konvergenzen aufgestellt. Die stichwortartige Aufzählung ist in die Bereiche "Religion, Kult & Kultsymbolik", "Technologien und Handwerkssparten", "Architektur und Layout von Siedlungen", "Sprache und Kommunikation" und Schrifttechnologie gegliedert (S. 118/119). Beeindruckend sind die Konvergenzen zwischen alteuropäischen und altägäischen Zeichen; der Donauschrift zur "Linear A" (frühestens 2500 v. Chr) und "Linear B" (15. bis 12. Jahrhundert v. Chr.) So weisen von den etwas mehr als 120 Zeichen der Linear A rund die Hälfte graphische Parallelen zum alteuropäischen Zeichenrepertoire auf. Von Zypern aus wurde diese Schrifttechnologie in den Nahen Osten und andere Regionen des Mittelmeerraumes bis hin zur Iberischen Halbinsel vermittelt.

Nach einer umfangreichen Bibliographie bei der Haarmann selbst mit einem Quellenverzeichnis von beinahe einer ganzen Seite zitiert wird, bietet ein vierteiliger Anhang noch das "Inventar der Zeichen der Donauschrift", den "Zeichensatz der Trypillya-Schrift", eine Liste mit den wichtigsten Orten der Schriftfunde und eine Übersicht mit den Logogrammen der Gottheiten.

Harald Haarmann ist mit seiner "Einführung in die Donauschrift" die Präsentation einer wissenschaftlichen Arbeit gelungen, die das althergebrachte Verständnis vor- und frühzeitlicher Zivilisationen in Wanken bringt. Der in der Reihe "Einführung in fremde Schriften" des Hamburger Helmut Buske Verlages erschienene Band ist mit 5 Amazonsternen zu bewerten.
0Kommentar|16 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 11. April 2012
Mit dieser aufschlussreich illustrierten Arbeit zerstört der Autor nicht die Geschichte der Keilschrift oder jene der Hieroglyphen, sondern er präsentiert neue Erkenntnisse, welche die Ursprünge der Schrift- und Zahlzeichen in einen neuen Rahmen stellt. Bereits das Vorwort präsentiert Fakten, welche schwere Zweifel an den Qualitäten wissenschaftlicher Arbeit weckt. Warum vergehen gut 130 Jahre, bis die Erkenntnisse der Baroness Sophie von Torma über die mögliche Existenz eines neuen Schriftsystems auf dem Balken bei den Wissenschaftlern auf Anerkennung stösst?

Vor diesem Hintergrund vermittelt der grundlegende Erkenntnisse über die Schriftgeschichte, ehe er sich recht umfassend über die Eigenheiten des neuen Schriftsystems "Donauschrift" äussert. Er gibt nicht nur Auskunft über das Schreibprinzip, die Infrastruktur und die Zeichentypologie, sondern behandelt auch die Beschreibstoffe, Inschriften und Textgenres. Einen hohen Stellenwert kommt seinen Ausführungen zum Ausstrahlungsphänomen der Donauschrift zu.

Wer den Mut hat, diese für Laien nicht ganz so einfache Lektüre anzupacken, wird mit höchst wertvollen Erkenntnissen beglückt. Wer hätte gedacht, dass sich ausgerechnet im "alten Europa" eines Tages Spuren eines Schriftsystems finden, dessen Wurzeln bis ins 7. Jahrtausend vor Chr. reichen!

Der wegweisende Wert dieser Arbeit liegt u.a. im Umstand, dass sie der klassischen Wissenschaft aufzeigt, wie verhängnisvoll es sein kann, sich hinter der Dogmatik ihrer Erkenntnisse zu "verstecken"! Mit dieser Arbeit exponiert sich der Autor, nicht, weil er ein unliebsames Wissen in die breite Öffentlichkeit hinaus trägt, sondern weil er zur Berufung und zur Ethik des Wissenschaftlers steht, nämlich Grenzen zu überschreiten und Neuland zu erobern.

Diese Arbeit kann durchaus einem breiten Publikum empfohlen werden, das interessiert den Spuren unserer Frühgeschichte folgt. Vor diesem Hintergrund wäre es für die Leserschaft sicher dienlich, wenn ein Glossar wichtige Begriffe erklären würde. Für weiterführende Studien bietet das Literaturverzeichnis eine reiche Auswahl kompetenter Fachbücher.
0Kommentar|3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 7. Oktober 2012
Die archäologischen Ausgrabungen von Tartaria und Turdas werden durch den Bau einer Autobahn zerstört. Man muss etwas dagegen tun, es handelt sich um archäologische Ausgrabungen äusserst wichtig für die Geschichte.
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden