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Einführung in die Donauschrift
 
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Einführung in die Donauschrift [Broschiert]

Harald Haarmann
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Produktinformation

  • Broschiert: 159 Seiten
  • Verlag: Buske; Auflage: 1 (Dezember 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3875485556
  • ISBN-13: 978-3875485554
  • Größe und/oder Gewicht: 22,8 x 15,4 x 1 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 197.673 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Lernziele Kenntnis des aktuellen und gesicherten Forschungsstandes zur Entwicklung und Verwendung der Donauschrift. Konzeption Die Erkenntnisse der vergleichenden Schriftforschung erlauben eine Identifizierung der Zeichengruppierungen auf den Artefakten aus der Zeit zwischen ca. 5300 und 3200 v. Chr. von Fundstätten im Donauraum als Schrift. Dieses archaische Schriftsystem wurde gegen Ende des 20. Jhs. als „alteuropäische Schrift“ bezeichnet. In den letzten Jahren hat sich bei den Experten, die aktiv an der Erforschung beteiligt sind, der Terminus „Donauschrift“ (engl. Danube script) durchgesetzt. Diese bislang erste Einführung in diesen Themenkreis der Schrift- und Zivilisationsforschung bietet eine Gesamtschau der bisherigen Erkenntnisse: zur Entstehung des Zeichenrepertoires und seiner kompositionellen Charakteristika, zur Analyse von Einzelzeichen und deren Gruppierung in Inschriften, zur Typologie von Textsorten und zum sozialen Kontext der Zeichenverwendung, zur Akkumulation von Informationen über beschriftete Objekte in Datenbanken, zum Stellenwert der Donauschrift im Verbund mit anderen Systemen der visuellen Kommunikation in der Donauzivilisation (Notation von Zahlbegriffen, Inventar der Kultursymbole auf Tonstempeln, Eigentumsmarken und Töpferzeichen), zur Problematik der Entzifferungsmethoden. Für die weitere Beschäftigung mit der Donauschrift gibt das Literaturverzeichnis zahlreiche und wertvolle Hinweise.

Über den Autor

Harald Haarmann, Dr. phil. habil., geb. 1946, studierte Allgemeine Sprachwissenschaft und verschiedene philologische Einzeldisziplinen an den Universitäten Hamburg, Bonn, Coimbra (Portugal) und Bangor (Wales). Er lehrte und forschte an verschiedenen deutschen und japanischen Universitäten. Er ist Mitglied im Forscherteam des Research Centre on Multilingualism (Brüssel). Für seine Arbeit erhielt er diverse Preise: Prix logos (1999) der Association européenne des linguistes et des professeurs de langues (Paris) und den Premio Jean Monnet (1999) im Bereich Essayliteratur. Harald Haarmann lebt und arbeitet in Finnland.

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Die älteste Schrift der Welt 19. Dezember 2010
Von timediver® HALL OF FAME REZENSENT TOP 100 REZENSENT
"In der Ära einer politisch zusammenwachsenden Europäischen Union und eines sich vertiefenden Europa-Bewusstseins ist es nur folgerichtig, wenn die kulturellen Errungenschaften Alt-Europas gebührend ausgeleuchtet werden...."
(Harald Haarmann)

Nachdem timediver® bereits in "Geschichte der Schrift" (2002), "Geschichte der Sintflut: Auf den Spuren der frühen Zivilisationen" (2005), "Die Indoeuropäer: Herkunft, Sprache, Kultur" (2010) und anderen Publikationen Haarmanns mit der alteuropäischen Donaukultur konfontiert wurde, sah er der Veröffentlichung der nunmehr erschienenen "Einführung in die Donauschrift" mit wachsender Spannung entgegen....

Immer noch weitverbreitet ist die Ansicht, dass sich jede Zivilisation des Altertums durch Monumentalarchitektur auszeichnet und dass eine solche Architektur Ausdruck einer spezialisierten Arbeitsteilung in einer sesshaften Agrargesellschaft ist. Mit den Funden im ostanatolischen Göbekli Tepe in den 1990er Jahren steht jedoch fest, dass die ersten monumentalen Tempelbauten von Jägern und Sammlern bereits im 10. Jahrtausend v. Chr., also lange vor den mesopotamischen Zikkuraten und ägyptischen Pyramiden, erbaut wurden. Das hartnäckige Vorurteil, wonach die Entstehung hochkultureller Institutionen staatliche Organisationsformen voraussetzt, wurde durch die Siedlungen der alten Indus-Zivilisation, die nicht staatlich, sondern in einer Wirtschafts-. Und Kulturgenmeinschaft organisiert war, widerlegt. Lange haben Schriftforscher die Motivation für die Einführung einer Schrift darin gesehen, dass sie für die Tempelverwaltung und das Steuerwesen benötigt wird. Auch dieses Postulat hat sich durch Funde von kurzen Inschriften auf altägyptischen Grabbeigaben, die keiner Verwaltungsbürokratie entsprungen sind, relativiert. An dieser Stelle setzt die Erforschung der Kultur des "Alten Europa" - für die sich mittlerweile der Terminus "Donauzivilisation" ( 5000 - 3500 v. Chr.) durchgesetzt hat - ein....

Nachdem im zweiten Kapitel anhand positiver und negativer Kriterien Schrift als Technologie und Kulturökologie definiert wurde, bietet Kapitel vier anschauliche Darstellungen des Schreibprinzips, Infrastruktur und Zeichentypologie der Donauschrift. Zahlreiche Abbildungen, Synopsen und Fotos von Artefakten machen den Leser mit den Puitaderas (neolithischen Tonstempeln), ornamentalen Motiven auf Figurinen objekter sakaraler Funktion, Zahlzeichen kalendarischer Funktion, Punktreihen auf Tonscheiben usw. vertraut. Schrift war und ist nicht überall sprachgebunden. In allen alten Kulturen folgen die Anfänge des Schriftgebrauchs dem logographischen Schreibprinzip. Die Zeichen der Schrift sind sprachunabhängig, sie werden direkt mit der Bedeutung von Wörtern assoziert und sind damit selbst die Ideenträger. Erst mit einem, über einen viele Jahrhunderte andauernden Prozess sollte sich eine systematische Koppelung von Schriftzeichen an Sprachlaute entwickeln, die für uns heutige Alfabetbenutzer zur Selbstverständlichkeit geworden ist.

Durch Migration wurde mit den Kulturgütern und Ideengut der alteuropäischen Agrargesellschaft auch die Schrifttechnologie vom Festland in den ägäischen Raum transferiert. Dieser "Kulturdrift" umfasst viele Muster und Einzelmerkmale. Angefangen bei religiös-weltanschaulichen Vorstellungen", dem Doppelaxtmotiv und dem Stierkult wird eine ganze Liste von Merkmalen aus dem weiten Beziehungsnetz alteuropäisch-altägäischer Konvergenzen aufgestellt. Die stichwortartige Aufzählung ist in die Bereiche "Religion, Kult & Kultsymbolik", "Technologien und Handwerkssparten", "Architektur und Layout von Siedlungen", "Sprache und Kommunikation" und Schrifttechnologie gegliedert (S. 118/119). Beeindruckend sind die Konvergenzen zwischen alteuropäischen und altägäischen Zeichen; der Donauschrift zur "Linear A" (frühestens 2500 v. Chr) und "Linear B" (15. bis 12. Jahrhundert v. Chr.) So weisen von den etwas mehr als 120 Zeichen der Linear A rund die Hälfte graphische Parallelen zum alteuropäischen Zeichenrepertoire auf. Von Zypern aus wurde diese Schrifttechnologie in den Nahen Osten und andere Regionen des Mittelmeerraumes bis hin zur Iberischen Halbinsel vermittelt.

Nach einer umfangreichen Bibliographie bei der Haarmann selbst mit einem Quellenverzeichnis von beinahe einer ganzen Seite zitiert wird, bietet ein vierteiliger Anhang noch das "Inventar der Zeichen der Donauschrift", den "Zeichensatz der Trypillya-Schrift", eine Liste mit den wichtigsten Orten der Schriftfunde und eine Übersicht mit den Logogrammen der Gottheiten.

Harald Haarmann ist mit seiner "Einführung in die Donauschrift" die Präsentation einer wissenschaftlichen Arbeit gelungen, die das althergebrachte Verständnis vor- und frühzeitlicher Zivilisationen in Wanken bringt. Der in der Reihe "Einführung in fremde Schriften" des Hamburger Helmut Buske Verlages erschienene Band ist mit 5 Amazonsternen zu bewerten.
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Von Jaun Hans-peter TOP 500 REZENSENT
Von Amazon bestätigter Kauf
Mit dieser aufschlussreich illustrierten Arbeit zerstört der Autor nicht die Geschichte der Keilschrift oder jene der Hieroglyphen, sondern er präsentiert neue Erkenntnisse, welche die Ursprünge der Schrift- und Zahlzeichen in einen neuen Rahmen stellt. Bereits das Vorwort präsentiert Fakten, welche schwere Zweifel an den Qualitäten wissenschaftlicher Arbeit weckt. Warum vergehen gut 130 Jahre, bis die Erkenntnisse der Baroness Sophie von Torma über die mögliche Existenz eines neuen Schriftsystems auf dem Balken bei den Wissenschaftlern auf Anerkennung stösst?

Vor diesem Hintergrund vermittelt der grundlegende Erkenntnisse über die Schriftgeschichte, ehe er sich recht umfassend über die Eigenheiten des neuen Schriftsystems "Donauschrift" äussert. Er gibt nicht nur Auskunft über das Schreibprinzip, die Infrastruktur und die Zeichentypologie, sondern behandelt auch die Beschreibstoffe, Inschriften und Textgenres. Einen hohen Stellenwert kommt seinen Ausführungen zum Ausstrahlungsphänomen der Donauschrift zu.

Wer den Mut hat, diese für Laien nicht ganz so einfache Lektüre anzupacken, wird mit höchst wertvollen Erkenntnissen beglückt. Wer hätte gedacht, dass sich ausgerechnet im "alten Europa" eines Tages Spuren eines Schriftsystems finden, dessen Wurzeln bis ins 7. Jahrtausend vor Chr. reichen!

Der wegweisende Wert dieser Arbeit liegt u.a. im Umstand, dass sie der klassischen Wissenschaft aufzeigt, wie verhängnisvoll es sein kann, sich hinter der Dogmatik ihrer Erkenntnisse zu "verstecken"! Mit dieser Arbeit exponiert sich der Autor, nicht, weil er ein unliebsames Wissen in die breite Öffentlichkeit hinaus trägt, sondern weil er zur Berufung und zur Ethik des Wissenschaftlers steht, nämlich Grenzen zu überschreiten und Neuland zu erobern.

Diese Arbeit kann durchaus einem breiten Publikum empfohlen werden, das interessiert den Spuren unserer Frühgeschichte folgt. Vor diesem Hintergrund wäre es für die Leserschaft sicher dienlich, wenn ein Glossar wichtige Begriffe erklären würde. Für weiterführende Studien bietet das Literaturverzeichnis eine reiche Auswahl kompetenter Fachbücher.
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