Innerhalb der Epistemologie nimmt konstruktivistisches Gedankengut eine dominierende Rolle ein.
Auch interdisziplinär sind konstruktivistische Ansätze (beispielsweise in der Psychologie oder den Neurowissenschaften) tonangebend.
Was das Buch betrifft, so trägt es den Titel "*Einführung* in den Konstruktivismus" vielleicht ein wenig zu unrecht, denn die in diesem Werk festgehaltene Vortragsreihe führt zwar in das Thema ein - es als Einführung im klassischen Sinne zu bezeichnen, ist aber über's Ziel hinaus geschossen.
Lesenswert sind die ersten drei Beiträge von Ernst von Glaserfeld, Heinz von Foerster und Paul Watzlawick.
Die beiden anderen Beiträge muß man nicht wirklich gelesen haben, zumal mir konstruktivistische Sozial- oder Literaturwissenschaften als unpraktische Beschreibungsmöglichkeiten erscheinen.
Allgemein ist allen vertretenen Autoren, dass sie ihre Ansichten zwar glaubhaft vermitteln, sich aber mit ihrer Argumentation notorisch auf dünnes Eis begeben.
Das tut weder Werk noch Autoren einen Abbruch, jedoch hätte hier ein konsequentes zuende-denken manche unschärfe vermieden.
Es kann aber auch sein, und das glaube ich sogar eher, dass die Autoren nicht explizit hinwiesen, wenn sie aus pragmatischen Gründen die Betrachtungsebene wechselten und mit Erkenntnissen argumentierten, die ein Konstruktivist eigentlich bestreiten müsste.
Wegen der Abstriche nur vier Sterne.
Insgesamt eine schöne, unkonventionelle Einführung, die aus jedem naiven Realisten einen eingefleischten Konstruktivisten machen sollte ;-)