Leider ist das Angebot an aktuellen deutschsprachigen Büchern zu Python sehr begrenzt, das Buch von Lutz/Ascher ist eines davon. Für knapp 40 Euro bekommt man zwar ein leidlich dickes Buch (über 600 Seiten), aber man könnte es locker auf die Hälfte schrumpfen, ohne dass inhaltlich etwas verloren ginge: Die Darstellung ist (teilweise unerträglich) weitschweifig, immer wieder überflüssiger Text. Beispiel: "Neben Listen sind Dictionaries vielleicht der flexibelste eingebaute Datentyp in Python" (S. 111). Was soll man damit anfangen? Und was heißt "vielleicht"? Wissen es die "Experten" selbst nicht? Und wenn sie es nicht wissen: Warum lassen sie solche Sätze (von denen gibt es VIELE) nicht weg?
Und: Die deutsche Übersetzung ist schwach. Man hat selten das Gefühl, ein deutsches Buch zu lesen, vielmehr kann man z.T. den Originaltext wörtlich erahnen, weil viel zu eng an der englischen/amerikanischen Syntax geklebt wird. Das macht das Lesen nicht gerade angenehm. Das das besser geht, zeigen andere Bücher (wie z.B. ganz vorbildlich das Buch "Java lernen mit BlueJ" von Barnes/Kölling - leider nicht über Python).
Und: Es sind - für ein 40 Euro Buch - zu viele Druckfehler enthalten. Kann man abschließend noch nicht einmal eine Rechtschreibprüfung über den Text laufen lassen? Beispiele:
"ganauer" (S. XXII), "zugeifen" (S. 31) uvm.
Und: Das Buch ist didaktisch schlecht aufgebaut. Die ersten 140(!) Seiten behandeln nur die eingebauten Datentypen (und überblicksartige Informationen über IDEs, Installation etc. - aber das meiste nur sehr oberflächlich). Bis dahin hat man noch nichts über die Python-Syntax, Anweisungen, Kontrollstrukturen gelernt! Aber: Auf den ersten 100 Seiten gibt es fast keine Seite, auf der nicht ein Satz der Art "Mehr dazu steht in Kapitel X" steht. Das nervt und hätte vermieden werden können, wenn man einen anderen didaktischen Ansatz gewählt hätte: Was nützt es dem Leser, wenn er Listen, Tupel und Dictionaries in aller Breite dargestellt bekommt, wenn er damit noch nichts anfangen kann? Sinnvoller wäre es, zunächst mit primitiven Datentypen zu beginnen, dann etwas über Syntax und Kontrollstrukturen zu sagen und dann zusammengesetzte Datentypen anzuhängen.
Fazit: Das Original-Tutorial von Guido van Rossum (online) ist zwar auch nicht gerade umwerfend, aber für einen Python-Anfänger (sofern er des Englischen mächtig genug ist) weit aus ergiebiger als diese Buch. Und 40 Euro billiger.