Werner Patzelt ist ein Politikwissenschaftler, der, dem Politiker nicht unähnlich, von seinen Ansichten und Einschätzungen mehr als überzeugt zu sein scheint. Wie ist es sonst zu erklären, daß in dieser Einführung in die Politikwissenschaft Fußnoten und Quellennachweise Mangelware sind und gegensätzliche Ansichten oder Kritik an den vorgestellten Analyserahmen, Denkschemata oder Methoden kaum oder gar nicht erwähnt werden? Höchstens noch dadurch, was man Professor Patzelt dann aber auch wieder nicht absprechen kann, daß er ein gutes Einführungswerk schreiben wollte, das Studenten zur Orientierung behilflich sein, und grundlegendes Wissen vermitteln will. Das ist ihm nun wirklich gelungen, nach der Lektüre dürfte ein jeder wissen, worum es in der Politikwissenschaft geht und sicher nicht mehr allzu leicht zu verwirren. Für Studenten stellt dieses Buch damit eine gute Einstiegsmöglichkeit, für "normal" Interessierte eine sehr gut brauchbare Basis zum Verstehen politischer Prozesse dar. Allerdings sollte man sich hier unbedingt das Vorwort zu Herzen nehmen und sich deutlich machen, daß Patzelt "nur" den Wald und nicht den einzelnen Baum beschreibt und dabei auch "unkonventionell" vorgeht. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)