Jürgen Ortmann versucht im vorliegenden Buch einen Gesamtüberblick über die Funktionsweise eines PCs zu geben. Die ersten drei Kapitel beschäftigen sich daher mit einem historischen Abriss, der Funktionsweise eines Computers und seiner Komponenten sowie den unterschiedlichen Kodierungssystem von Informationen. Die folgenden vier Kapitel führen in Prozessoren und Bussysteme, Speicher, Peripheriegeräte und Gehäusevarianten ein. Einige Aussagen in diesen Kapitel verwundern mich doch sehr: So schreibt Ortmann auf Seite 81, dass man den "Einbau von Erweiterungskarten ... nicht mal eben so nebenbei erledigen" könne und "hoffen [müsse], dass es funktioniert". In meinen Augen ist das Schwarzseherei, denn der Einbau von Erweiterungskarten ist schon lange nicht mehr so kompliziert! Auf Seite 140 wird erklärt, dass Bildschirmschoner auch heute noch ein Muss seien, um das Einbrennen von länger nicht veränderten Bildschirminhalten zu verhindern. Hierzu verweise ich gerne auf die Internetseite von Michael B. Karbo, der sehr schön erklärt, welchen Sinn und Zweck Bildschirmschoner heute noch haben. Interessant ist auch das kurze Kapitel über die CD-ROM-Schnittstelle (Seite 163f.): der Autor berichtet über die Möglichkeit, ein CD-ROM-Laufwerk über die Schnittstelle einer Soundkarte anzuschließen, um so einen CD-ROM-Controller zu sparen und warnt davor, dass nicht alle Geräte für diesen Anschluss vorbereitet seien. Dass CD-ROM-Laufwerke heute meist direkt über den Controller des Mainboards angesteuert werden, verschweigt Jürgen Ortmann. Im achten Kapitel wendet sich der Autor den Betriebssystemen zu. Für interessierte LeserInnen sind die 16 Seiten Einführung in MS-DOS-Befehle sicher hilfreich, doch mal ehrlich: wer benutzt heute noch MS-DOS-Befehle? Die Rechnereinrichtung ist doch durch die vorinstallierten Betriebssystemversionen erheblich einfacher geworden. Wen interessiert, welche Befehle hinter grafischen Symbolen ablaufen? Hauptsache für ganz normale User ist doch, dass das raus kommt, was gewünscht wird! Kapitel 10 Programmierung und Kapitel 11 Künstliche Intelligenz lesen sich interessant, doch brauchen AnfängerInnen das wirklich? Auch die in Kapitel 12 behandelten Fragen der Datensicherheit und Computerviren sorgen für Unmut! Ortmann schreibt, dass Würmer "auf einzelnen Computern kaum Schaden" (Seite 415) anrichten würden, sondern lediglich Rechenzeit an Anspruch nähmen, die "produktiven Anwendungen dann nicht zur Verfügung" (Seite 415) stehe. Betrachten wir die Warnungen vor Code Red: McAfee stuft die Aktivitäten des Wurms als gefährlich ein: Internetseiten sind entweder verändert oder nicht zu erreichen. Ist das kein Schaden? Bei der Beschreibung der Infektionswege fehlt die Verbreitung per Mailprogramm und Mail völlig, als Schutz werden "Aufpassen und Vorsorgen" (Seite 417) genannt. Hier hätte mehr kommen müssen (Virenprogramme, Aktualisierungen der DAT-Files, etc.)! Backups werden angesprochen, als Backup-Medien jedoch leider nur Disketten und Streamerbänder genannt. Im Kapitel Let's go Online fehlen z.B. Angaben über Meta-Suchmaschinen und in Ergänzung der Ausführungen zu Sicherheit im Netz empfehle ich einen Besuch auf den entsprechenden Seiten des ZIV der WWU Münster. Fazit: Jürgen Ortmann beschreibt viele Dinge aus der Welt der Computer, leider sind nicht alle Aussagen zeitgemäß, einige schlichtweg überholt! Von einer 2001 neu bearbeiteten Auflage hätte ich mehr und anderes erwartet und kann dieses Buch daher nicht zum Kauf empfehlen!