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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Keiner wie viele andere,
Von
Rezension bezieht sich auf: Einer von vielen (Gebundene Ausgabe)
Edison Frimm heißt so, weil seine Mutter an den Erfinder der Glühlampe dachte, als sie ihren Sohn während eines Erdbebens am Küchenboden liegend zur Welt brachte. Und so ungewöhnlich seine Geburt war, so ungewöhnlich sind die Zusammenhänge, die der Autor in seinem Buch spinnt. Da gibt es einen japanischen Gärtner der zur Geburtsstunde von Edison seine Familie verloren hat, da gibt es einen Jungen in Deutschland der zur selben Zeit in das beginnende Dritte Reich geboren wird, das wiederum der junge Edison in einem Bomber sitzend in 16 Jahren angreifen wird.Als Leser ist es nicht leicht die vielen Erzählstränge zu verfolgen und auch den einen oder anderen Zusammenhang zu erkennen. Man schwebt wie ein Vogel über der Geschichte, die 1923 beginnt und im Heute endet. Wie ein Film läuft das Leben des Edison Frimm ab, man ist Beobachter, geht mit ihm mit, ist seltsam unberührt und doch betroffen. Aber gerade das macht vermutlich die Qualität des Buches aus! Von der ersten Zeile weg ist man gefangen ist einem Leben, das viele Personen umfasst - in einer Epoche - in einer Geschichte, die im Grunde "alltäglich" ist und gerade deshalb so reizvoll. Ich würde dieses Buch als gehobene Literatur einstufen, der Erzählstil ist fesselnd, die Wortwahl geschliffen, die Sätze genauso wie sie sein müssen: Kurz, wenn es nicht mehr zu sagen gibt und länger, wenn eine Menge Gedanken hineinspielen. Das Buch werden jene Menschen mögen, die sich gerne auf Ungewöhnliches einlassen. Man darf sich weder "Action" noch "Spannung" im klassischen Sinn erwarten. Dafür bekommt man eine Geschichte geliefert wie sie eine von vielen ist - und wie sie nur das Leben schreiben kann. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Einer von den Besten,
Rezension bezieht sich auf: Einer von vielen (Gebundene Ausgabe)
"Einer von Vielen" ist ein dickes Buch. Aber vor allem ist es ein großes Buch.Braucht es anfangs etwas Konzentration, um die vielen Erzählstränge verfolgen zu können, wird man nach einigen Seiten belohnt, wie schon lange nicht mehr in der deutschsprachigen Literatur der letzten Jahre. Lebensprall und fantasievoll, humorvoll und rasant ist Zähringers Roman. Im Laufe der Kapitel erhöht sich das Tempo, werden die einzelnen Geschichten und Figuren auf aberwitzige, unterhaltende Weise miteinander verbunden und ineinander verschlungen. Der Roman umfasst ein ganzes Jahrhundert und schreibt sich - über Zeiten und Orte hinweg Geschichte schreibend, selbst in die Geschichte ein. Zähringer hat ein trauriges Buch geschrieben, ohne dabei in den üblichen Betroffenheitskitsch abzusacken. Hier gibt es immer was zu lachen. Gleichzeitig ist das Buch komplex konstruiert, gebaut wie ein Labyrinth ohne Zentrum, mitten hinein in die Kathedrale des 20ten Jahrhunderts, der die Kriege das Dach, den Glauben und die Hoffnung weggebombt haben. Von den grotesken Tragödien der letzten hundert Jahre derart angemessen und unterhaltend, derart emotional und anspruchsvoll zu erzählen, ist eine Meisterleistung - und ein Genuss für den Leser. Zähringers Roman ist einer von vielen Romanen, die dieses Jahr erscheinen. Aber er ist einer der Besten. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Zeitlosigkeit oder Aus-der-Zeit-gefallen-Sein,
Von Heike Geilen (Dresden) - Alle meine Rezensionen ansehen (HALL OF FAME REZENSENT) (TOP 100 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Einer von vielen (Gebundene Ausgabe)
"Was macht die Zeit mit uns, und was machen wir mit der Zeit, die uns durchdringt?", fragt sich Edison Frimm in Norbert Zähringers für den Deutschen Buchpreis 2009 nominierten Roman "Einer von Vielen". Und genau dies ist das Kernthema des Buches, das einen wahrhaft weiten zeitlichen und auch örtlichen Rahmen umspannt.Verschiedene Protagonisten "bevölkern" Zähringers auktorial erzählten Roman. Zwei davon entwickeln den Haupterzählstrang. Das ist zum einen eben jener Edison Frimm und zum anderen Siegfried Heinze. Beide Männer werden am selben Tag, dem 1. September 1923, geboren. Ersterer in einer Aussteiger-Siedlung in der Mojave-Wüste, der andere in Berlin. Und genau dort, in den letzen Kriegstagen, kommt es beinahe zu einem Zusammentreffen. Doch ihrer beider Schicksale haben die Form von zwei Parallelen, die sich nie berühren werden, auch wenn sie im Roman beinahe kontrapunktisch aufeinander bezogen sind. Zähringer erzählt von Menschen, die vom aufkommenden Nationalsozialismus in Deutschland fliehen und in Amerika, dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten, ihre Träume wahr werden lassen wollen, letztendlich aber doch nur ihr Sein an einem anderen Ort weiterleben, dann wieder von anderen, die nach Fehlschlägen und einer beinahe zum Stillstand gekommenen Existenz, letztendlich so etwas wie das kleine, große Glück finden. Der Autor nimmt den Leser auf eine große Reise mit, die im Jahr 1923 ihren Ursprung hat und gleichsam das ganze zwanzigste Jahrhundert überspannt. Sie führt nach Japan, die USA, Deutschland und Großbritannien. Das kann leicht verwirren oder den Überblick verlieren lassen. Doch Norbert Zähringer schafft es mit geradezu faszinierender Manier, die verschiedenen Handlungsfäden geschickt abzurollen, sie dabei jedoch immer straff gespannt zu halten. Auf nahezu magische Art und Weise hängt alles mit allem zusammen. Subtil deckt er verborgene Verbindungen auf und schafft immer wieder überraschende Erkennungsmomente. Raffiniert steigt er aus einer Situation aus oder in sie ein "wie in einen Spiegel, um auf der anderen Seite, in einer anderen Welt herauszukommen". Eine geradezu unermessliche Landschaft der Erinnerung breitet der 1967 in Stuttgart geborene, in Wiesbaden aufgewachsene und heute in Berlin lebende Autor, vor dem Leser aus. Man könnte seinen Roman fast mathematisch nennen, denn "Einer von Vielen" bietet immer wieder unerwartete Lösungen, das eine greift in das andere und selbst der Zufall bekommt mitunter eine Ordnung. "Man darf nicht versuchen, inmitten eines Albtraums aufzuwachen. Damit er nie mehr wiederkehrt (...) muss man ihn ganz zu Ende träumen." Norbert Zähringer tut dies auf beeindruckende Art und Weise und vermittelt auf all seinen knapp 500 Seiten "mathematische" Schönheit und Perfektion. Fazit: Norbert Zähringers Roman "Einer von Vielen" ist eine kluge und unterhaltsame Geschichte, eine Komposition von unzähligen ineinander verwickelten, zum Teil wundersamen Episoden. Sie handelt vom Leben und dem Tod sowie dem Erinnern und dem Vergessen, "weil nichts uns das Vergangene zurückbringen kann und es endgültig verschwunden sein wird, von dem Moment an, da sich niemand mehr daran erinnert." Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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