2 Wochen sind seit dem Tod Jericho Phillips und Sullivans vergangen und immer noch schmerzt die Niederlage Monk, als ein weiterer Toter am Fluss gefunden wird. Es handelt sich um Mickey Parfitt, einen gewissenlosen Zeitgenossen der Geld mit Kinderpornogaphie verdient und seine Kunden dann erpresst. Schnell ist ein Schuldiger gefunden: Rupert Cardew ein Taugenichts und Schürzenjäger. Dem Leser bekannt als Förderer der Portpool Klinik. Eine akribische Suche beginnt- denn war es wirklich Cardew?? Und wer zog die Fäden hinter dem toten Mickey Parfitt?? Monk ist immer noch von Ballingers Schuld überzeugt und lässt nicht locker. Auch auf die Gefahr hin, alles zu verlieren...
Und wieder einmal kommt es vor Gericht zum Showdown mit Rathbone ...
Nun- wo anfangen bei all der Kritik?? ich war skeptisch nach 2 Büchern 2011 aus Perrys Feder, die gelinde gesagt ein Reinfall waren. Und auch dieses Buch ist leider eine Enttäuschung warum?
Zunächst einmal beginnt es extrem behäbig- die akribische Spurensuche ist viel zu langatmig und auch im Mittelfeld häufen sich Wiederholungen, die mich genervt die Augen verdrehen ließen. Da wird mal wieder über Hesters Vorleben berichtet, über Squeaky und die Rettungskation von Claudine. Wenn solche Dinge dann aber zum dritten Mal erwähnt werden(Besipiel Squeaky- Claudine), ist es für mich ein Ärgernis (was will uns die Autorin damit sagen oder denkt sie man liest nicht aufmerksam genug??!!)... Die Spannung leidet nicht nur durch die Langatmigkeit und Wiederholungen, sondern weil - das verrate ich sicherlich nicht zuviel- jedem von Anfang an klar sein dürfte, wie der Verlauf des Buches sich gestaltet und wie es enden wird. Dieses Buch schließt nahtlos an "Galgenfrist für einen Mörder" an, führt die Ereignisse fort.
Weiterhin sind die meisten Charaktere eher flach und sehr eindimensional gestaltet. Im Fokus stehen Monk, Rathbone, Margaret und Hester. Margaret Rathbone ist dabei so einseitig gezeichnet, dass ihre Figur ein echtes Ärgernis ist. Wie in ihrem unsäglichen "Die dunklen Wasser des Todes" betreibt Perry hier eine extreme Schwarz-Weiß-Malerei. Wo sind lebendige glaubhafte Charaktere, die es dem Leser ermöglichen sich mit ihnen zu identifizieren und in das Buch einzutauchen? Denn es war immer die große Stärke Perrys: den Leser mitzureißen und Empathie zu wecken. Stattdessen: Stereotype. Auch Monk und Rathbone überzeugen nicht. Sie sind platt festgefahren und schablonenhaft
Außerdem ist der Schreibstil der Autorin diesmal - gestelzt, blumig unbeholfen: Ich erspare mir jedoch diesmal Zitate, denn da könnte ich hier alleine eine Seite füllen. Auch das Lektorat hat nicht überzeugend gearbeitet- Tippfehler und unpassende Übersetzung. Auch der Satzbau ist merkwürdig holprig ...
Perry lässt ihre Charaktere auch zu sehr urteilen, der moralische Zeigefinger, den sie durch Bemerkungen offenbart, wird zu oft erhoben, sie wertet zu viel statt uns selbst unsere Schlüsse ziehen zu lassen.
Das Thema Pädophilie" finde ich sowieso immer leicht grenzwertig und aus dieser Kurzstory ein über 400seitiges Buch zu machen ist fehlgeschlagen. Spannend wurde es exakt auf S. 275, als der Prozess begann. Doch dann ging es wieder bergab- die Logik und Schlüsse, die die Geschworenen letztlich zu ihrer Entscheidung bewegen sind gelinde gesagt abstrus. Wo bleibt die Logik?!-hier hat Perry ganz eklatante Fehler gemacht. Absolut unglaubwürdig m.E. nach!
Fazit:
leider eine Enttäuschung auf ganzer Linie. Das hätte eine interessante Kurzgeschichte werden können.
Jedem Quereinsteiger ist von diesem Fall eindeutig abzuraten und auch dem eingefleischten Perry Fan wie ich es über viele Jahre war ist schlichtweg nur abzuraten. Sieht so aus, als wäre Perrys Zeit vorbei...
Und ein neuer Pitt ist bereits für 2012 angekündigt!