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Einer flog über das Kuckucksnest hat von seiner Aktualität bis heute nicht einen Deut eingebüßt, wie viele andere Filme aus den 70er Jahren, die sich mit der damaligen Jugendkultur befassten. Das liegt daran, dass es Forman gelingt, einige Grundcharakterzüge der menschlichen Natur einzufangen, die universell und zeitlos Gültigkeit haben: Ausgelassenheit, Mut, Inspiration, Stolz und Hartnäckigkeit. Bei den Academy Awards 1976 räumte der Film dann auch zu Recht kräftig ab. Zum ersten Mal seit 1931, als Frank Capras It Happened One Night diese Ehre zuteil wurde, erhielt ein Film in allen wichtigen Kategorien (Film, Regie, Hauptdarsteller, Hauptdarstellerin, Drehbuch) den Oscar. --Jim Emerson
Keseys weltberühmtes Buch wurde erst nach 13 Jahren verfilmt und man fragt sich, ob so etwas heute überhaupt noch möglich wäre. Damals hat man sich in Hollywood noch mehr getraut, aber nur so entstehen eben wirkliche zeitlose Klassiker. Dabei prallte der unabhängige Produzent Saul Zaentz durchaus auch schon 1975 auf Widerstände und musste sich das Geld für den Film selbst zusammenleihen. Er engagierte Regisseur Milos Forman, der seit 1968 in den USA lebte und durch seine politisch-satirischen Filme bekannt war. Neben dem grandiosen Jack Nicholson, für den die Rolle wie auf den Leib geschneidert war, erwies sich die Besetzung von Louise Fletcher als eine hervorragende Wahl für die Rolle der Oberschwester Ratched. Die Nebenrollen wurden ebenfalls vorzüglich besetzt. So spielt Danny DeVito Mr. Martini und Christopher Lloyd ("Zurück in die Zukunft") ist als Taber zu sehen. Ken Kesey war zunächst als Drehbuchautor engagiert, scheiterte jedoch, so dass er schwor, sich den Film nie anzusehen. Vielleicht hat er das zu persönlich genommen, denn schon viele Romanautoren scheiterten als Drehbuchautoren. Warum? Sie kamen mit der Adaption des Stoffes nicht zurecht. Keseys Buch wird aus der Sicht des Häuptlings Bromden erzählt, ein hauptsächlich innerpersönlicher Konflikt und damit reiner, nicht filmbarer Romanstoff. Kino zeigt uns jedoch außerpersönlichen Konflikt, was die Drehbuchautoren L. Hauben und B. Goldman erkannten und ein exzellent adaptiertes, sehr realistisch erzähltes Drehbuch schufen, was sogar hervorragende Werktreue aufweist. Der Lohn war ein Oscar für „best adapted screenplay". Weitere Oscars gab es für „best picture", Jack Nicholson („best actor"), Louise Fletcher („best actress") und Milos Forman als „best director". „Einer flog über das Kuckucksnest" ist mehr als ein großartiger Film, er ist genial und zählt zu den besten, die je gedreht wurden.
Die DVD Special Edition hat gegenüber der einfachen Version den Vorteil des besseren deutschen Tones (Dolby Digital 1.0 gegen Mono) und sie enthält u.a. ein Making of. Warum nicht gleich so?
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