In dem Rebellen McMurphy hat Jack Nicholson wohl seine Paraderolle gefunden und gibt hier eine der herausragendsten Leistungen seiner Karriere. Die Behauptung des Ichs und der Versuch, die Individualität gegen das autoritäre System durchzusetzen, ist von ihm derart brillant und eindringlich gespielt worden, dass die Auszeichnung mit dem Oscar eigentlich schon eine Selbstverständlichkeit war und das Mindeste, um seine grandiose Leistung anzuerkennen.
Neben Jack Nicholson lebt der Film vor allem von der beklemmend sterilen Atmosphäre, der ruhigen Inszenierungsweise, die immer mal wieder mit schockierenden Szenen durchbrochen wird, und den beeindruckenden Nebendarstellern, die ihre Rollen erschreckend realistisch spielen. Besonders Danny DeVito ist als Martini mit dem nahezu dauerhaften und minimalistischen Grinsen absolut sehenswert.
Der Film erhielt zu Recht die Oscars in den fünf wichtigsten Kategorien: "Bester Film", "Beste Regie", "Bester Hauptdarsteller", "Beste Hauptdarstellerin" (Louise Fletcher) und "Bestes adaptiertes Drehbuch". Milos Forman hat es geschafft, die Geschichte mitreißend, aufrüttelnd und sehr überzeugend in Szene zu setzen. Der Kampf von McMurphy gegen ein gnadenloses, unmenschliches Regime, das seine Patienten in Angst und Verunsicherung leben lässt und durch verwerfliche Methoden gefügig macht, gehört zu den Meilensteinen der Filmgeschichte und gibt mit seinem relativ offenen Ende viel Stoff zum Nachdenken.
"Einer flog über das Kuckucksnest" ist vor allem das Porträt eines Mannes, der sich sturer Autorität widersetzt, der auf seine Art anderen Hoffnung gibt, und der mit seinem Mut und seiner Individualität schließlich sogar eine Veränderung bewirkt hat...