Der Mann mit dem vielsagenden Namen Randall Patrick McMurphy (Jack Nicholson, 38) ist nicht gerade mit falschen Hemmungen belastet: Ein Minderjährige verführen, dem Gefängnis durch vorgespielte Paranoia entgehen, solches und mehr geht ihm locker von der Hand. Doch in der Psychiatrie erwartet ihn mit Oberschwester Mildred Ratched (Louise Fletcher, 41) ein böses Erwachen - nach jeder Randale werden die Elektroschocks heftiger, und Murphys Gesetz folgend verschläft er schließlich betrunken seine letzte Chance, zu entkommen.
Milo¨ Forman, dessen Eltern in Auschwítz und Buchenwald starben, hat das Leben und Leiden McMurphys 1975 in ein 133 Minuten dauernden Drama umgesetzt und dabei sicher nicht nur an ein Krankenhaus gedacht. Zu sehr erinnern die Vorgänge in der Psychiatrie an repressive, Anpassung erzwingende Systeme aller Art, von vergleichsweise harmlosen wie Betrieben bis zu den extremsten wie Vernichtungslagern.
Aber auch auf die nach wie vor skandalösen "Behandlungsmethoden" in psychiatrischen Anstalten hat der Film ein breites Publikum in schockierender Weise aufmerksam gemacht - ohne allerdings viel zu bewirken. Nach wie vor werden unwillkommene Verhaltensweisen mit Stromstößen gegrillt, in Unikliniken zerschnibbelt man die Hirne der Patienten (vornehm "Lobotomie" genannt) und überall alltägliche Psychopharmaka verwandeln ehemalige Menschen in willenloses, dämmerndes Vieh.
Kurz nach der Vertreibung aus der Tschechoslowakei geriet dieser zweite Film Formans auf amerikanischem Boden, mit 5 Oscars bedacht, zum ersten und vielleicht größten Erfolg seines Lebens. Auch für Nicholson brachte der Film den ersten Oscar.
Was das Kuckucksnest auszeichnet, ist aber nicht nur die erschütternde Darstellung der Psychiatrie und des menschlichen Handelns in der Gesellschaft, sondern vor allem auch die Begegnungen großer Menschlichkeit zwischen McMurphy und seinen Mitpatienten - insbesondere mit dem "stummen" Indianer Chief Bromden (Will Sampson, 42), die schließlich in ein Ende mündet, das man sicher nicht so schnell vergisst. In einer bemerkenswerten Rolle erlebt man auch Danny DeVito (31).
TECHNIK & KONFEKTION
Die Warner Home Blu-ray von 2008 bietet den Film "uncut" in der US R-Rated Fassung mit einer Spieldauer von 134 Minuten im Original-Format 1,85:1 mit Mono-Ton in Dolby Digital. Der Film ist VC-1 - kodiert.
Sprachen (DD): Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch.
Untertitel: Deutsch, Englisch, Niederländisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Koreanisch, Portugiesisch, Dänisch, Norwegisch, Schwedisch, Finnisch; Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch für Hörgeschädigte und Italienisch für Hörgeschädigte.
Features:
- Audiokommentar von Milos Forman und den Produzenten Michael Douglas und Saul Zaentz
- Making Of "Einer flog über das Kuckucksnest" (ca. 47 Minuten)
- US-Kinotrailer
- Zusätzliche Szenen [1]
Mit 15 Mbps liegt die Bitrate auf bescheidenem Level, der Transfer erfolgte vom Positiv, was zu einem stärkeren Rauschen und zu weniger intensiven Farben führt. Das Korn fällt recht grob aus. Insgesamt wirkt das Bild zurückhaltend und ruhig, was durch Kameraführung und Beleuchtung unterstützt wird. Insgesamt ist die Bildqualität gut und besser als auf den DVD-Versionen, aber nicht völlig überzeugend.
[1] Zusätzliche Szenen:
- McMurphy und Dr. Spivey
- Der Häuptling: Gefangen zwischen zwei Wischmops
- Der Häuptling wird rasiert
- "Wer ist hier der Ober-Irre?"
- McMurphy trifft Schwester Ratched
- Erste Gruppentherapie-Sitzung
- "Ein Hühnerhaufen auf einer Hackparty"
- "Mr. McMurphy, wo sind Ihre Kleider?"
film-jury 5* A0662 1.7.2011eg Genre: Drama