Sie müssen Geduld haben, wenn sie sich auf dieses Buch einlassen. Es ist kein Buch, das man mit Wonne hört, man ist wirklich ein stiller Beobachter dieser Freuden und Leiden einer Mutter-Kind-Beziehung.
Das kinderlose Ehepaar kauft sich einen "eigenen" Sohn, und weiß nicht, was da auf es zukommt. Immer dieses Gefühl im Kopf, nicht das Richtige getan zu haben, das Kind besser in seiner vertrauten Umgebung gelassen zu haben, es quasi entwurzelt zu haben.
Als der Sohn größer wird, werden auch die Freuden, die er den Eltern bereitet spärlicher. Die Mutter klammert sich an den Jungen, was dieser nur mehr als lästig empfindet. Dazu spielen in dieser Zeit - um 1900- Standesunterschiede noch eine große Rolle. Das Kind versteht die Beweggründe seiner Eltern nicht, die ihn vor falschen Freunden warnen wollen und ihn so isolieren.
Immer störrischer geht der Heranwachsende seinem Vergnügen nach - die Eltern sind verzweifelt.
Mit Liebe und Güte, aber auch mit Überwachung und Dominanz versuchen die Eltern, besonders die Mutter, den Jungen auf den - für sie - richtigen Weg zu führen.
Bis zum bitteren Ende.
Die Stimme der Leserin zerrt an den Nerven, genau wie der Inhalt dieses Buches.