Colin Firth als Leichenbestatter, Emma Thompson als warzengesichtige, fette Nanny mit Säufernase und eine unbezwingliche Höllenbrut von sieben Kindern, denen kein Streich zu schrecklich ist um ihre Kindermädchen damit zu verjagen!
Sie glauben, über so etwas kann man nicht lachen? Weit gefehlt! Wer bei diesem märchenhaften (Kinder)Film ernst bleibt, muss eine Gesichtslähmung haben. Aber halt! Ich greife ja vor. Zuerst zur Geschichte. Das Drehbuch dazu hat Emma Thompson nach den Romanen der britischen Kinderbuchautorin Christianna Brand geschrieben. Die Geschichte ist auch nicht neu und bietet keinerlei Überraschungen (zumindest für altgediente Erwachsene). Jeder hat sie irgendwo schon mal gesehen oder gelesen, aber natürlich ist sie - wie auch in diesem Falle - immer wieder ein Garant für das Gelingen von Komödien.
Nachdem die überspannten Bälger des Witwers Cedrik Brown die letzte verbliebene Nanny vergrault haben, scheint nur noch Magie zu helfen. Diese taucht dann auch schon bald in der Gestalt der potthässlichen Nanny McPhee auf. Im Handumdrehen (beziehungsweise mit Hilfe von ein paar pädagogisch wertvollen Zaubertricks) werden aus den lästigen Plagen wieder ganz liebenswerte und vernunftbegabte Kinder und Vater Cedrik könnte nun ein beschauliches Leichenbestatterdasein führen, wenn es da nicht die reiche, hochgestochene Erbtante (Angela Lansbury) und die heiratswütige Selma Quickly (Celia Imrie) gäbe, die dem armen, hilflosen Witwer mächtig auf den Leib rücken. Bei dieser Gelegenheit muss ich natürlich unbedingt - besonders an die Adresse aller Colin Firth Fans - das herzensgute und hübsche Küchenmädchen Evangeline (Kelly Macdonald) erwähnen, denn sie gewährt der knallbunten, von Tortenschlachten geschwängerten Geschichte zu allem Spaß auch noch ein romantisches Happy End.
Wertung :
Obwohl alle Gags, die Tortenschlachten, die Kinderstreiche, Slapstick und Dialoge schon seit Buster Keatons Zeiten bekannt sind, so hat dieser Film dennoch nichts von einer aufgewärmten Mary Poppins an sich, sondern seinen ganz eigenen, britisch angehauchten Charme mit viel trockenem Humor, natürlich ohne Gewalt und Grusel, dafür aber mir reichlich überzogenen Farben, Kostümen und Darstellern.
Ein richtig schönes, harmloses und sehr witziges Kindermärchen also, das man sich aber auf keinen Fall entgehen lassen sollte, zumindest nicht wenn man unter 12 ist oder sich ein unverbildetes, kindliches Gemüt bewahrt hat und schon gar nicht wenn man ein Darcymaniac ist ;-). Übrigens selbst die beinahe erwachsenen Teenies unter meinen Kids, konnten sich beim gemeinsamen Ansehen des Filmes ein heimliches Kichern nicht verkneifen.
DVD:
Anamorph Widescreen 2,35:1, Dolby Digital, Audioinhalt Deutsch und Englisch 5.5, Untertitel in Deutsch Englisch, Türkisch, Arabisch und Hebräisch, Menütafeln in diesen Sprachen verfügbar, Untertitel für Hörgeschädigte.
Spieldauer ca. 95 Min.
Bonusmatrial: Das Casting der Kinder, Das Leben auf dem Land, Nannys zauberhaftes Make-up, Geschnittene Szenen, Gag Reel, Die Geschichte der zauberhaften Nanny, Trailer.